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Vermögensverwalter Edouard Carmignac zieht sich aus seinem Flaggschiff-Fonds zurück

Der Carmagnac-Gründer managt nicht mehr länger den kriselnden Hauptfonds „Patrimoine“. Ein Totalrückzug des 71-Jährigen ist das aber noch nicht.
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Edouard Carmignac zieht sich weiter aus dem Fondsgeschäft zurück Quelle: Paris Match/Getty Images
Eduard Carmignac

Der legendäre Fonds-Gründer hatte bereits im vergangenen Herbst große Teile des Portfolios komplett abgegeben.

(Foto: Paris Match/Getty Images)

Frankfurt Der Chef gibt die Verantwortung ab: Edouard Carmignac zieht sich mit 71 Jahren vollständig aus dem Management seines wichtigsten Fonds „Patrimoine“ zurück. Vor drei Jahrzehnten gründete der Franzose den Vermögensverwalter gleichen Namens mit heute 42 Milliarden Euro Kundenkapital. Über lange Zeit verzeichnete er Erfolge in der Branche, die maßgeblich mit dem genannten Mischfonds, immerhin einem der größten in Europa, verbunden war.

Auch viele deutsche Anleger sind investiert. Seine Popularität verdankte Patrimoine den guten Anlageergebnissen in zwei sehr schwierigen Börsenphasen: während der Finanzkrise des Jahrs 2008 und des turbulenten Jahrs 2011. „Durch Absicherungen konnte der Fonds größere Verluste vermeiden“, urteilt Nisha Long, Analystin beim Finanzdienstleister Citywire in London. Das schlug sich in Performance-Vorsprüngen gegenüber vielen Wettbewerbern nieder.

Doch in den vergangenen Jahren trafen die Manager des Anlageteams einige falsche Entscheidungen. Vor allem in den letzten zwei Jahren schätzten sie die Wall Street, die Börsen der Schwellenländer, den Rohstoffsektor und die Lage am Anleihemarkt falsch ein. „Unser wirtschaftlicher Grundausblick hat nicht gestimmt“, begründet das Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentausschusses bei Carmignac.

Das bedeutete rote Zahlen: Im letzten Jahr verzeichnete der Fonds einen Verlust von 11,3 Prozent, die meisten Konkurrenten kamen weit besser durch das anspruchsvolle Börsenjahr. Auch der Rückblick über fünf Jahre fällt wegen eines nur minimalen Ertrags bescheiden aus.

Vor sechs Jahren, in der Topzeit, betrug das Kapital des Patrimoine 28 Milliarden Euro. Bis Ende vergangenen Jahres hat es sich fast halbiert, auch weil enttäuschte Anleger viel Geld abzogen. Nach der Meldung der Firma über den Rückzug des Chefs aus dem Tagesmanagement des Fonds setzte die Analyseagentur Morningstar das Rating des Patrimoine bis zu einer Neubewertung aus.

Edouard Carmignac hatte bereits im vergangenen Herbst das Management des großen Fonds teilweise und das eines weiteren wichtigen Fonds komplett abgegeben. Es ist kein Totalrückzug: Er bleibt Chefanlagestratege des Asset-Managers und Mitglied des fünfköpfigen Investmentausschusses. Den Patrimoine steuern nun die bisherigen Co-Manager Rose Ouahba und David Older allein. Ouahba ist Anleiheexpertin, Older auf Aktien spezialisiert, insbesondere auf den Technologiesektor.

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