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Vermögensverwalter Natixis kämpft gegen Krise von H2O-Fonds

Die französische Bank versucht, weitere Mittelabflüsse bei ihrer Vermögensverwaltungstochter zu stoppen. Die Bewertung der Anleihen wurden gesenkt.
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Der französischen Bank gehört die Hälfte des Kapitals von H2O. Quelle: Reuters
Natixis

Der französischen Bank gehört die Hälfte des Kapitals von H2O.

(Foto: Reuters)

Paris Die französische Bank Natixis versucht, die Krise ihrer Vermögensverwaltungseinheit H2O Asset Management einzudämmen. Die Investmentadresse habe sich von einem Teil der umstrittenen Anteile an Unternehmen aus dem Umkreis des deutschen Investors Lars Windhorst getrennt, teilte die in London beheimatete Gesellschaft am Montag mit.

Zudem sei die Bewertung der in den Fonds verbliebenen Anleihen gesenkt worden, sodass die betroffenen Papiere jetzt weniger als zwei Prozent des gesamten von H2O verwalteten Vermögens ausmachten. Natixis gehört die Hälfte des Kapitals des Vermögensverwalters H2O, welcher mit massiven Abflüssen kämpft, nachdem der Fonds-Tüv Morning-star vor einigen Tagen angekündigt hat, den Bronzestatus vom H2O-„Allegro Fonds“ prüfen zu wollen.

Die Experten hatten kritisiert, dass einige Anlagen illiquide seien, und bezeichneten Investitionen in einige private Unternehmensanleihen, darunter Schuldtitel von Windhorst, als unangemessen. Daraufhin erlebte die Natixis-Aktie den größten Kursrutsch seit drei Jahren. Allein am Donnerstag fielen die Titel um bis zu elf Prozent. Am Montag drehten die Natixis-Aktien nun erstmals seit Tagen wieder zeitweise ins Plus.

Natixis unterstütze H2O, aber sehe keine finanzielle Verantwortung für die Entscheidungen des Fonds, betonte die Bank am Montag. Mit den neuen Maßnahmen hofft H2O, die Krise eindämmen zu können und Fonds nicht schließen zu müssen.

Erst im vergangenen Jahr hatte der Schweizer Vermögensverwalter GAM nach der Trennung von einem Top-Fondsmanager einen seiner größten Fonds schließen müssen, weil Investoren massiv Gelder abzogen. Auch bei H2O schrumpften zuletzt die Kundengelder laut Medienberichten um 1,1 Milliarden Euro, weil Investoren eine mangelnde Liquidität fürchteten.

Die Probleme begannen mit der Aufdeckung eines Interessenkonflikts, über den britische Medien berichteten. Bruno Crastes, CEO von H2O, saß im Board von Tennor, der Investmentgesellschaft von Windhorst. Bonds von Unternehmen, in die dieser investiert hat, fanden sich auch bei H2O im Portfolio wieder. Nun wird Crastes das Tennor-Board verlassen.

Der Name Windhorst sorgt bei einigen Investoren für Beunruhigung. Windhorst war in den 90er-Jahren als Jungunternehmer erfolgreich, musste 2003 jedoch Insolvenz anmelden, eine zweite Insolvenz folgte 2009. Im Jahr 2010 wurde er in Berlin wegen Veruntreuung zu einer einjährigen Bewährungs- und einer Geldstrafe verurteilt.

Mit der Investmentgesellschaft Tennor startete Windhorst 2013. Die französische Wirtschaftszeitung „Les Échos“ nennt ihn „die umstrittene Sphinx der deutschen Wirtschaft“. Zahlreiche Analysten sehen die Reaktion auf die H2O-Kritik allerdings als „überzogen“ an.

Oddo bleibt positiv bezogen auf die Aktie von Natixis: „Das Total der Unternehmensanlagen, die in der Presse kritisiert wurden, soll nicht mehr als eine Milliarde Euro betragen, gemessen an einem Total von Aktiva von 28,3 Milliarden Euro, die H2O Ende 2018 verwaltet hat.“

Mehr: Lesen Sie hier wie teuer Fonds für Anleger wirklich sind.

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