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Viele Fonds erreichen ihre Ziele nicht Prognosen für Ausschüttungen sind oft zu optimistisch Die Traumwelt der Filmfonds

Im Kino werden Träume wahr. In der realen Welt sieht die Wahrheit für Anleger, die in Filmproduktionen investieren, dagegen oft sehr nüchtern aus. Produzenten halten ihre Versprechungen nicht. Und die neuen Regeln zum Mitspracherecht der Investoren lassen noch viele Fragen offen.
Quelle: Handelsblatt
(Foto: Handelsblatt)

DÜSSELDORF. Filmideen entspringen der Phantasie – die Erfolgsprognosen mancher Filmfondsanbieter wohl auch. Stephan Appel, Herausgeber der Check-Analysen, an denen sich Finanzvermittler orientieren, kommt in einem Vergleich der Ergebnisse von 49 so genannten Produktionsfonds zu dem Ergebnis, dass ein gutes Drittel die geplanten Ausschüttungen nicht erreicht. Viele Produktionsfonds werden Versäumtes auch nicht mehr aufholen. „Die Rückflüsse haben nach drei Jahren ihren Zenit überschritten“, warnt Appel.

Bei einem Produktionsfonds hängen die Einnahmen des Anlegers von den tatsächlichen Einspielergebnissen in den Kinos und dem Erfolg bei der Vermarktung der Fernseh-, Video- und Nebenrechten ab. Dagegen kassieren Anleger bei leasingähnlichen Modellen, wie sie oft von Bankentöchtern angeboten werden, Einnahmen aus der Vermietung der Rechte. Die Mietzahlungen werden üblicherweise auch noch durch Banken voll oder zum Teil garantiert.

Doch so mancher Zeichner scheint nicht zu ahnen, worauf er sich einlässt. Christian G. Harreiner, Direktor des Bankhauses Bethmann-Maffei, beobachtet seit langem Angebot und Interessenten an Filmfonds. Sein Eindruck: „Für Spitzenverdiener zählt die Höhe der Verluste und die prognostizierte Rendite, so unwahrscheinlich die Prognose auch sein mag.“ Doch selbst misstrauische Menschen haben es schwer: „Der Anleger ist mit der Wertung der Prospektangaben überfordert“, sagt Holger Müller- Brandes, der bei der Fondscope Analyse AG Filmfonds bewertet. Er ergänzt: „Faustformeln, etwa die, dass die Nettoerlöse mindestens 130 % der Produktionskosten betragen sollten, helfen dem Anleger nicht. Denn in jedem Prospekt sind die Nettoerlöse anders definiert.“

Ehrlicherweise stellt die Victory Media AG im Prospekt zum Fonds 23 fest, dass „es zum Zeitpunkt der Prospektherausgabe völlig unmöglich ist, auch nur annähernd den Erfolgsverlauf zu prognostizieren“. Doch die Prospektierungs-Richtlinien des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IdW) würden dazu zwingen, Ergebnis- und Liquiditätsvorschau zu veröffentlichen. In der Tat: Anbieter, die nicht nach IdW-Standard prospektieren, müssen damit rechnen, von Anlegerschützern angeprangert zu werden.

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