Viele offene Fragen Filmanleger im Würgegriff

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Auf die Frage, ob die Einnahmen der Fonds I und II die Kommanditeinlagen einspielen werden, sagt Riedel: „Das kann ich nicht beantworten.“ Er nennt dafür zwei Gründe: Zunächst habe er sich auf die Fonds III und IV konzentriert. Außerdem bestätigt er ein Gerücht, wonach Geschäftspartner die Turbulenzen um VIP ausnutzen, und dem vermeintlich schwachen Partner Zahlungen verwehren. „Es gibt Geschäftspartner, die sich mit Zahlungen zurückhalten“, sagt Riedel.

Hoffen können zumindest die VIP-III–Zeichner. Ihnen sichert er zu: „Die Schlusszahlung wird ohne Abstrich kommen.“ Das bedeutet, die Einlage ist gerettet. Allerdings dürfen sich weder Anleger des dritten noch des vierten Fonds allzu große Hoffnungen machen, dass mehr als die Einlage herauskommt. In diesem Punkt ist Riedel offen: „Die Prognosen werden wir nicht erreichen.“

Wenig tröstlich ist dabei, wenn auch noch die Steuervorteile flöten gehen. Darüber ist aber ebenfalls noch nicht das letzte Wort gesprochen worden. Ob die Aberkennung der Steuervorteile für die beiden jüngsten Fonds rechtmäßig ist, wird letztendlich der Bundesfinanzhof entscheiden. Riedel geht davon aus, dass dies in diesem Jahr geschehen wird.

Unterdessen versuchen Anlegeranwälte die Rückzahlung der Einlagen einzuklagen. Die Mehrzahl der Advokaten schießt sich auf die Vertriebe ein. Vorwurf: falsche Beratung. Größter VIP-Vermittler war die Commerzbank.

Fragwürdiges Steuersparmodell

Der Plan Die VIP-Filmfondsmanager sammelten für die Medienfonds III und IV etwa 635 Millionen Euro bei Anlegern ein. Die Mindestzeichnungssumme lag bei 25 000 Euro. Mit dem Geld sollte die Produktion von Filmen wie z.B. „Das Parfum“ oder „Trade - Willkommen in Amerika“ finanziert werden. Die Anleger hätten ihre Steuerlast durch Verluste, die bei der Filmproduktion entstehen, mindern sollen.

Das Problem Nur 20 Prozent der Anlegergelder flossen tatsächlich in die Filmproduktion. Den Rest parkte VIP wie eine Art Festgeld auf Bankkonten, meldete aber das komplette Kapital als steuermindernde Investition. Den Anlegern drohen deshalb Steuernachzahlungen in Millionenhöhe.

Das Urteil VIP-Fondsgründer Andreas Schmid wurde im November 2007 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht München sah es als erwiesen an, dass Schmid den Anlegern gesetzeswidrige Steuervorteile verschafft hatte.

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