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Yngve Slyngstad Chef von norwegischem Ölfonds kündigt Rücktritt an

Künftig wird jemand anderes als Yngve Slyngstad den größten Staatsfonds der Welt führen, dessen Kapital im abgeschlossenen Quartal um 26 Milliarden Dollar gestiegen ist.
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Der Chef des norwegischen Ölfonds will so lange weiterarbeiten, bis ein Nachfolger gefunden ist. Quelle: Reuters
Yngve Slyngstad

Der Chef des norwegischen Ölfonds will so lange weiterarbeiten, bis ein Nachfolger gefunden ist.

(Foto: Reuters)

Oslo Der Chef des norwegischen Ölfonds, Yngve Slyngstad, will nach knapp zwölf Jahren seinen Posten räumen. Das gab der 56-Jährige bekannt, nachdem er für den Staatsfonds im dritten Quartal eine Rendite von 1,6 Prozent verkündet hatte. Daran hatten US-Staatsanleihen mit einer Rendite von 4,6 Prozent und US-Aktien mit einer Rendite von 2,9 Prozent einen besonders großen Anteil. Damit wuchs das Fondskapital um 26 Milliarden Dollar an.

Der norwegische Ölfonds gilt als größter Staatsfonds der Welt und verwaltet aktuell ein Vermögen von 1,1 Billionen Dollar. Er wird mit den Einnahmen aus der norwegischen Öl- und Gasförderung gefüttert und von der Zentralbank im Auftrag des Finanzministeriums verwaltet.

„Ich bin stolz darauf, Teil des Aufbaus einer führenden internationalen Investmentorganisation mit talentierten und professionellen Mitarbeitern zu sein“, sagte Slyngstad am Mittwoch. „Wir haben gute Renditen zum Besten unserer Nation erzielt.“ Er werde so lange weiterarbeiten, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Die Rücktrittsankündigung Slyngstads kommt eine Woche nachdem der Fonds die Marke von zehn Billionen Kronen (knapp 1,1 Billionen Dollar) geknackt hat. Zum Ende des zweiten Quartals waren es noch 9,1 Billionen Kronen gewesen. Das Überschreiten dieser Marke habe seine Entscheidung erleichtert, sagte Slyngstad.

Mit Slyngstad an der Spitze hatte der Fonds zuletzt allerdings sein Portfolio angepasst. Der Ölfonds hat einen Rückzug aus Schlüsselbereichen der Branche für fossile Brennstoffe angekündigt. Das norwegische Parlament hatte zuvor dafür gestimmt, Geldanlagen in Kohle-, Öl- und Gas-Geschäfte zu reduzieren und stattdessen in erneuerbare Energien zu investieren.

Nicht zuletzt stockte der Fonds seinen Aktienanteil auf: Mittlerweile sind 70 Prozent (69,1 Prozent) des Vermögens in Aktien und Eigentümeranteilen von mehr als 9000 Unternehmen in mehr als 70 Ländern angelegt. Die größten Aktienbestände am Ende des Quartals waren die Tech-Riesen Microsoft und Apple. Bei den Anleihen sind US-Staatsanleihen gefolgt von japanischen Staatsanleihen die größten Posten.

Im dritten Quartal zapfte die Regierung Norwegens allerdings ihren Staatsfonds an und zog fünf Milliarden Kronen (rund 540 Millionen Dollar) ab. Im zweiten Quartal hatte sie noch sechs Milliarden Kronen eingezahlt. Nachdem die konservative Regierung im August das erste Mal sei über einem Jahr Geld aus dem Staatsfonds abgezogen hatte, hatte sie bereits angekündigt, den Fonds auch in den folgenden Monaten in Anspruch zu nehmen, um die aufgrund der schwachen Preise unerwartet niedrigen Öl- und Gaseinnahmen zu decken.

Mit Material von Bloomberg.

Mehr: Der größte Staatsfonds der Welt will US-Aktien stärker gewichten – zulasten Europas. Damit folgt der norwegische Pensionsfonds anderen Geldverwaltern.

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