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Institutionelles Investment

Großanleger Richtig taktieren

Europäische Großinvestoren wollen Verluste vermeiden und trotzdem Rendite erzielen. Um ihre Renditeziele zu erreichen, gehen sie in der Anlagestrategie teils neue Wege. Mit Derivaten versuchen sie, beides zu erreichen.
15.11.2017 Update: 15.11.2017 - 17:31 Uhr Kommentieren
Zur Absicherung eingesetzt, schonen sie die vorgeschriebenen Kapitalpuffer. Quelle: Getty Images
Derivate

Zur Absicherung eingesetzt, schonen sie die vorgeschriebenen Kapitalpuffer.

(Foto: Getty Images)

Frankfurt Bloß keine Verluste - das scheint das oberste Gebot für Großanleger in Deutschland und Europa zu sein, wenn sie ihr Portfolio steuern. Mit Blick auf die rekordhohen Aktienkurse und Niedrigzinsen bei Anleihen fürchten Versicherungen, Pensionseinrichtungen, Firmen, Banken oder Stiftungen offenbar Kursverluste bei den traditionellen Anlagen. So nutzen sie bereits Derivate zur Absicherung ihrer Portfolios.

Einer Studie der Universität Hamburg zufolge können solche Strategien etwa mit Optionen, Futures, Swaps aber nicht nur das Verlustrisiko verringern, sondern auch die Rendite erhöhen. Um ihre Renditeziele von im Mittel drei bis vier Prozent pro Jahr zu erreichen, gehen Großanleger in der Anlagestrategie teils neue Wege.

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„Mit Abstand am wichtigsten“ sei es deutschen und auch europäischen Großinvestoren, keine Verluste im Portfolio zu erleiden, resümierte Alexander Szimayer, Professor für Finanzwirtschaft der Universität Hamburg, mit Blick auf eine Umfrage unter 101 deutschen und 104 europäischen Großinvestoren für die von ihm erstellte „Risikomanagement-Studie 2017“. Danach gaben 89 Prozent der Deutschen und 83 Prozent der Europäer dies als oberstes Anlageziel an. Die Europäer hätten sich in puncto Verlustvermeidung zuletzt dem deutschen Niveau angenähert, erklärte Szimayer auf einer Konferenz des genossenschaftlichen Fondsanbieters Union Investment zum Thema Risikomanagement in Mainz. Interessant ist, dass aber das Thema Rendite für knapp die Hälfte der europäischen Investoren gleichwohl vor der Sicherheit ihrer Anlagen steht. Für knapp drei Viertel der Deutschen ist dagegen Sicherheit am wichtigsten und zuletzt auch noch bedeutender geworden.

Die größten Staatsfonds der Welt
Platz 15: Südkorea – Korea Investment Corporation
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Die Korea Investment Corporation verwaltet ein Vermögen von knapp über 122 Milliarden US-Dollar. Damit ist der in Südkorea angesiedelte Fond das Schlusslicht im Ranking um den größten Staatsfond.

(Foto: Reuters)
Platz 14: Vereinigte Arabische Emirate – Mubadala Investment Company
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Die Mubadala Investment Company hat ein Volumen von 125 Milliarden US-Dollar. Das Kapital kommt zum Großteil aus dem Öl-Geschäft. Der Sitz des Fonds ist in Abu Dhabi. Das macht Platz 14 im Ranking.

(Foto: AFP)
Platz 13: Saudi-Arabien – Public Investment Fund
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Der Public Investment Fund in Saudi-Arabien verwaltet ein Vermögen in Höhe von 183 Milliarden Dollar. Den größten Teil bezieht der seit 2008 bestehende Fond aus Öl.

(Foto: dpa)
Platz 12: Singapur – Temasek Holdings
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Einer der Staatfonds von Singapur – Temasek Holdings – verfügt über ein Volumen von 197 Milliarden US-Dollar. Das macht Platz zwölf im Ranking.

(Foto: ap)
Platz 11: Vereinigte Arabische Emirate – Investment Corporation of Dubai
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Auch für den Elfplatzierten ist das Ölgeschäft sehr wichtig. Er wird vom Staatsfonds der Investment Corporation in den Vereinigten Arabischen Emiraten belegt. Knapp 210 Milliarden US-Dollar beträgt sein Vermögen. Der Fonds wurde im Jahr 2006 gegründet und hat seinen Sitz in Dubai.

(Foto: dpa)
Platz 10: China – National Social Security Fund
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Die Top Ten eröffnet China mit dem National Social Security Fund. Der zehngrößte Staatsfonds besitzt ein Volumen von 295 Milliarden US-Dollar.

(Foto: picture alliance)
Platz 9: Katar – Qatar Investment Authority
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Platz neun belegt Katar. Das Vermögen des Staatsfonds der Qatar Investment Authority in Katar beläuft sich auf knapp 320 Millionen US-Dollar. Seine Einnahmen bezieht der Fonds aus Öl und Gas. Seit der Gründung im Jahr 2005 kauft sich das Emirat über Fonds und Tochtergesellschaften bei Unternehmen weltweit ein.

(Foto: Reuters)

Hilfreich beim Spagat zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und dem Streben nach laufenden Erträgen sind nach Auffassung von Wissenschaftler Szimayer Strategien mit Derivaten. In seiner Studie ermittelte er „Mehrwert“ durch Derivate auf drei Ebenen: einem „Türöffnereffekt“, einem Renditeplus und einer Risikoverringerung. Anlegern werde mittels Derivaten ermöglicht, das gesamte Anlagespektrum zu spielen, sagte er: Sie könnten etwa auf spezielle Segmente wie Aktien mit geringen Kursschwankungen oder kleine oder unterbewertete Titel setzen und dabei das Gesamtmarktrisiko ausschließen.

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    Der Einsatz von Derivaten, etwa über das Schreiben von Optionen, kann laut Szimayer ein Renditeplus von bis zu zwei Prozent im Jahr bringen. Eingesetzt im Risikomanagement, hätten Investoren etwa in den Jahren zwischen 1998 und 2013 mithilfe von Derivaten ihre Rendite leicht erhöhen und das Marktrisiko um 13 Prozent verringern können. Grundsätzlich funktioniere eine solche Risikominimierung in allen Marktphasen, auch in Krisenzeiten, betonte der Ökonom. Auch angesichts einer immer stärkeren Regulierung der Anlagestrategien vieler Großinvestoren machen Derivate Sinn, wie er betont: Zur Absicherung eingesetzt, schonen sie die vorgeschriebenen Kapitalpuffer.

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