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Institutionelles Investment

Norwegischer Staatsfonds-Chef Slyngstad Der Herr der Milliarden

Yngve Slyngstad managt den weltgrößten Staatsfonds und nimmt mehr und mehr Einfluss auf Aktiengesellschaften. Er ist einer der wirklich Mächtigen. Sein Motto: Lieber im Hintergrund werkeln als im Rampenlicht stehen.
18.10.2017 - 11:12 Uhr 3 Kommentare
858 Milliarden Euro beträgt umgerechnet das Vermögen des norwegischen Ölfonds. Quelle: Reuters
Slyngstad

858 Milliarden Euro beträgt umgerechnet das Vermögen des norwegischen Ölfonds.

(Foto: Reuters)

Stockholm Für viele Menschen wäre es ein Ritterschlag, einmal in ihrem Leben auf einer Rangliste des US-Magazins „Forbes“ zu stehen. Für Yngve Slyngstad gilt das nicht, obwohl er die Ehre schon mehrfach hatte: Platz 35 der einflussreichsten Finanzexperten der Welt belegte der 54-Jährige im vergangenen Jahr. Lieber im Hintergrund werkeln als im Rampenlicht stehen, scheint eher das Motto des Herrn über knapp 900 Milliarden Euro zu sein.

Während viele seiner Kollegen an seiner Stelle wohl mit stolzgeschwellter Brust herumlaufen würden, scheint es Slyngstad geradezu peinlich zu sein, zu den wirklich Mächtigen der Finanzwelt zu zählen. Der hoch aufgeschossene, schlaksige Skandinavier mit dem glatt rasierten Kopf und dem kleinen Bärtchen ist auch in seinem Heimatland ein relativ unbeschriebenes Blatt - niemand, der gern über rote Teppiche schreitet oder Homestorys zulässt. Dabei gäbe es sicherlich viel Interessantes über ihn zu berichten. Denn der oft fast schüchtern wirkende Slyngstad ist bereits seit fast zehn Jahren der Chef von „Statens Pensjonsfond Utland“, besser bekannt als norwegischer Ölfonds, immerhin der größte Staatsfonds der Welt.

Wie groß der Fonds tatsächlich ist, verrät ein Blick auf die Homepage (https: www.nbim.no). Da wird einem schon schwindelig, wenn die Ziffern auf einem großen Display flimmern. Die Anzeige informiert über den aktuellen Marktwert des Fonds. Und der ändert sich sekündlich. Mal verschwinden binnen Bruchteilen einer Sekunde ein paar Hundert Millionen oder kommen hinzu. 8.003 Milliarden norwegische Kronen verwaltet der Fonds unter Chefmanager Slyngstad derzeit.

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8.003 Milliarden Kronen, das sind mehr als 858 Milliarden Euro, die jeden der fünf Millionen Norweger theoretisch zum Kronen-Millionär machen. Denn in den 1996 gegründeten Fonds fließen die Einnahmen aus dem staatlich kontrollierten Öl- und Gasgeschäft des skandinavischen Landes. Der Fonds wurde eingerichtet, um den Wohlfahrtsstaat auch noch nach dem Versiegen der Öl- und Gasquellen finanzieren zu können. Der Ölfonds dient allerdings nicht nur der sozialen Vorsorge, sondern soll auch den Staatshaushalt in Balance halten.

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    „Unser Ziel ist es, die bestmögliche Rendite bei einem akzeptablen Risiko zu erzielen“, sagt Slyngstad nüchtern. Bislang scheint dies ihm und seinen Vorgängern gelungen. Seit dem Start vor gut 20 Jahren beträgt die Rendite im Schnitt 5,9 Prozent pro Jahr - trotz Börsenkrisen und Niedrigzinsen.

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    3 Kommentare zu "Norwegischer Staatsfonds-Chef Slyngstad: Der Herr der Milliarden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • An Herr Herbert Maier:
      Die nicht-Mitgliedschaft Norwegens in der EU hat wenig damit zu tun. Norwegen bezahlt sowieso große Beiträge zu der EU für den EWR-Abkommen, damit Norwegen Teil des inneren Markts sein darf. Ohne den europäischen Zusammenarbeit hätte Norwegen auch keine Chance (wie sollte Norwegen sonst ihre Waren im Wettbewerb mit anderen europäische Staaten umsetzen?). Obwohl Norwegen allerdings kein offizieller Mitglied der EU ist, ist Norwegen durch den EWR-Abkommen, sowohl juridisch wie finanziell, sehr eng mit der EU verbunden. Eine offizielle Darlegung von 2011 ("Europautredningen": http://www.europautredningen.no/english/index.html) zog den (etwas tabloiden) Schluß, dass Norwegen tatsächlich "3/4 Mitglied der EU" ist.

      Aber ich gebe Ihnen recht, dass der Staatsfond Norwegens ohne verantwortliche Politiker nie existieren würde.

    • Fonds, Versicherungen und Banken, das sind wirklich die Big-Boys.

      FOREX alleine hat einen Tagesumsatz vom 5 Billionen. Wie diese Jungs an Geld umsetzen, das sprengt echt meinen Rahmen der Vorstellung. Als kleiner Daytrader bin ich wirklich ein Plankton-Krebs auf dem Rücken eines Wal. Mit allergrößtem Respekt betrachte ich immer wieder, wie seriös diese Big Boys doch mit dem Geld umgehen, denn es wäre für sie mega einfach, ganze Staaten zu ruinieren. Trotzdem machen sie es nicht, denn leben und leben lassen.

    • Kann doch nicht sein! Die Norweger sind doch außerhalb der EU und müssten damit doch eigentlich arm, ängstlich und erfolglos sein. Falsch! Da sieht man mal, wie es gehen kann, wenn vernünftige, langfristig orientierte Politiker an der Regierung sind. Gut, die Norweger haben Öl, aber Deutschland zum Beispiel hat Steuereinnahmen wie nie zuvor. Werden die auch für die Zukunft angelegt? Nein doch, rausgehauen von der Merkel-Regierung für EU-Bankenrettung, Hilfe an Pleitestaaten und grenzenlose Einwanderung; da bleibt nicht mal etwas für Straßenerhaltung und innere Sicherheit übrig.

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