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Nachhaltige Geldanlage

Auch mit sauberen Investments lässt sich Geld verdienen.

(Foto: Getty Images)

Anlagestrategie So erwirtschaften Sie nachhaltig mehr Rendite

Investieren mit gutem Gewissen, das war lange ein Nischenthema. Nachhaltigkeit und Rendite, das kann doch eigentlich nicht zusammen passen. Von wegen!
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Düsseldorf Nachhaltiges Investieren ist ein großes Thema. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Umweltschutz. Neben ökologischen geht auch um soziale und gesellschaftliche Aspekte. Eine gute Unternehmensführung, faire Vergütungsregeln, Engagement für die Gesellschaft und Menschenrechte sind ebenso Voraussetzungen für die Anlageentscheidung wie der bewusste Umgang mit Ressourcen. Und es geht um Rendite.

Nachhaltigkeit und Rendite? Wie passt das zusammen? „Das passt sogar sehr gut zusammen“, sagt Eric Wiegand, Head of Passive Sales Strategy EMEA & APAC bei der DWS. Studien hätten das immer wieder bewiesen.

Eine Metastudie des „Journal of Sustainable Finance & Investment“ hat gezeigt, dass etwa 50 Prozent aller Studien einen positiven Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Rendite belegen, etwa 40 Prozent sehen einen neutralen und nur zehn Prozent einen negativen Zusammenhang.

Auch Dieter Niewierra von ISS-Oekom, einer auf Nachhaltigkeit spezialisierten Ratingagentur, ist von ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten als Renditebringer überzeugt. Auch er verweist auf zahlreiche Studien und Vergleiche, die zeigen, dass nachhaltige Geldanlagen eine mindestens gleiche, oft aber sogar bessere Rendite erzielen als konventionelle Anlagen.

Der „Global Challenges Index“ der Börse Hannover, der auf Basis des ESG-Research von ISS-oekom zusammengesetzt wurde, beispielsweise entwickelt sich viel besser, als der deutsche oder der europäische Standardwerte-Index. Die Bilanz zu seinem zehnten Geburtstag im Spätsommer: Mit einer Performance von rund 114 Prozent lässt der GCX den Dax mit einem Plus von 60 Prozent und den Euro Stoxx 50 mit einem Plus zehn Prozent deutlich hinter sich.

So gelingt der Einstieg an der Börse
Der erste Schritt
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Börsenneulinge, die einen Teil ihres Geldes in Aktien, Fonds und ETFs investieren wollen, um ihr Erspartes zu vermehren, brauchen zunächst ein Depot. Wie das funktioniert und was es kostet, erklären wir in wenigen Schritten. Grundlage dafür ist eine Übersicht der Frankfurter Börse gewesen.

(Foto: Getty Images)
Das Depot
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Um an der Börse mitmachen zu können, müssen Sie ein Depot bei einer klassischen Bank oder einem Discountbroker eröffnen. Dabei können Leistungen, Konditionen und Gebühren sehr unterschiedlich sein – je nachdem, wie Sie das Depot nutzen möchten. Daher lohnt sich vorab ein genauer Vergleich der Angebote.

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Was kostet es?
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Zur Orientierung finden sich im Netz etliche Broker-Vergleiche. Häufig sind Depots bei klassischen Banken teurer als bei Discountbrokern; was unter anderem daran liegt, dass Letztere keine Beratung anbieten und auch keine Filialen haben. Angebracht kann eine Bankberatung aber durchaus sein, wenn Sie eine hohe Summe über mehrere Jahre anlegen wollen. Achten Sie bei kostenlosen Depots aber genau aufs Kleingedruckte: die Verwaltungsgebühren sind häufig nur dann günstig, wenn auch regelmäßig gehandelt wird. Andernfalls können zusätzliche Kosten anfallen.

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Wie wird das Depot aktiviert?
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Keine Panik, geht alles ganz einfach. Wenn Sie ein Depot bei einem Online-Broker eröffnet und alle Daten im Anmeldeformular ausgefüllt haben, müssen Sie sich danach mit Ihrem Personalausweis über eine Postfiliale identifizieren. Sonst könnte sich ja jemand anderes einfach in Ihrem Namen anmelden. Hat der Postbeamte ihre Identität geprüft und ihr ausgedrucktes Anmelde-Formular unterschrieben, senden Sie die Unterlagen per Post zur Depotbank Ihrer Wahl. Die Zugangsdaten für Ihr eigenes Online-Depot liegen dann nach ein paar Tagen in Ihrem Briefkasten.

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Welcher Risikotyp?
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Bei der Depot-Eröffnung werden Sie auch nach Ihrer Börsenerfahrung gefragt; das ist gesetzlich vorgeschrieben und im Wertpapierhandelsgesetzt verankert. Schließlich ist der Handel mit Wertpapieren immer mit Risiken verbunden, über die Sie aufgeklärt werden müssen. Die Depotbank überträgt durch dieses Prozedere die Haftung auf ihre Kunden. Es gibt auch Broker, die bei jeder Transaktion noch mal gesondert auf ein mögliches Risiko hinweisen.

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Was kaufen?
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Für Börsenneulinge, die über einen längeren Zeitraum in einer Anlage investiert bleiben wollen, kann sich ein Aktienfonds anbieten, bei dem sogenannte Fondsmanager die konkrete Auswahl der Aktien übernehmen – dafür aber auch für ihre Leistungen eine Gebühr berechnen. Umgehen lässt sich das, wenn man in Indexfonds (ETFs) investiert, die einzelne Aktienindizes abbilden und deren Kursentwicklung unmittelbar folgen. Eine einzelne Aktie bietet sich dann an, wenn sie sich „ein Stück von Unternehmen x“ kaufen möchten. Dann sind Sie als Aktionär an dem Unternehmen beteiligt, werden zu den Hauptversammlungen eingeladen und Jahr für Jahr mit einer Dividende am Konzerngewinn beteiligt.

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Wie teuer ist das Handeln?
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Die sogenannten Order-Kosten können von Bank zu Bank und von Broker zu Broker stark schwanken. Überlegen Sie also gut, wie oft Sie handeln wollen und wie groß die Aufträge jeweils sind – gerade bei kleinen Auftragsgrößen können Mindestgebühren schnell zu Buche schlagen. Auch hier bieten die Broker-Vergleiche im Netz eine gute Übersicht, welcher Anbieter für welche Situationen der Günstigste ist.

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„Insgesamt sprechen wir immer von der ‚Doppelten Dividende‘, wenn es um Nachhaltigkeit und Rendite geht“, sagt Niewierra. „Investoren können damit nachhaltige Ziele verfolgen und sich in der Regel einer positiven Performance sicher sein. Nachhaltigkeit kann sich also doppelt auszahlen.“

Garantierte Überrendite dank Nachhaltigkeit? Ali Masarwah sieht das etwas anders. Zwar sagt auch der Experte der Fonds-Ratingagentur Morningstar, dass Nachhaltigkeit und Rendite zusammenpassen – allerdings nicht 1:1, wie oft behauptet werde. „ Es gibt keinen ‚Nachhaltigkeits-Mechanismus‘, der Outperformance bringt“, sagt er. „Der Effekt ist da, aber er ist indirekt, noch.“

Doch auch er ist überzeugt, dass Unternehmen, die Nachhaltigkeits-Risiken gut managen, operative Vorteile gegenüber jenen haben, die das weniger tun. Er verweist auf große Skandale wie etwa Dieselgate bei Volkwagen oder die Umweltkatastrophe bei BP. Aktien von Unternehmen, die solche Crash nicht verursachen, dürften weniger schwankungsanfällig sein.

Fakt ist: Umweltbewusst agierende Unternehmen gehen bewusster mit Ressourcen um, was sich durch Effizienzgewinne und Materialeinsparung auch wirtschaftlich positiv ausdrücken kann. Das gleiche gilt für soziale Maßnahmen: Faire Bezahlung, Sozialleistungen und Arbeitszeitregelungen können dazu beitragen, Krankenstände und Produktionsausfälle zu verringern sowie Kreativität und Zufriedenheit zu erhöhen. Und das sind nur einige Beispiele, wie sich Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich auszahlt. Und deshalb ist Niewierra auch überzeugt: „Die Mehrrendite ist tatsächlich gegeben.“

Doch was ist Nachhaltigkeit genau? Noch fehlt eine klare Definition. Die Europäische Union arbeitet allerdings derzeit an einer entsprechenden Standardisierung. „Aber natürlich wird es auch immer auf der Ebene der Investoren unterschiedliche Definitionen und Vorgaben geben, die bestimmte Schwerpunktsetzungen zur Folge haben werden“, sagt Masarwah.

So hätten beispielsweise kirchliche Investoren sicher andere Vorgaben als Investoren, die stark auf Tierschutz Wert legen. Einen Orientierungsrahmen bieten international anerkannte Maßstäbe wie beispielsweise der „UN Global Compact“ und die „UN Sustainable Development Goals“, deren Nachhaltigkeitsziele nicht nur für Investoren und Unternehmen, sondern auch für Staaten und Individuen gelten.

Nicht alle dieser Ziele gelten aber für jeden Anleger. Nachhaltigkeit wird auch hierzulande oft mit den Buchstaben ESG abgekürzt. ESG steht für „Environment, Social, Governance“ und zeichnet Unternehmen aus, die besonders nachhaltig, sozial- und umweltbewusst agieren. Es geht um die Schonung natürlicher Ressourcen und die Begrenzung des Klimawandels - Stichwort „Environment“.

Aber eben auch um Humankapital, Gesellschaft, nachhaltige Produkte, Menschenrechte, also soziale Aspekte. Hinzu kommen Wirtschaftsethik, also Unternehmensführung, Transparenz, Vergütungsregeln - die „Governance“.

„Die Definition von 'nachhaltig' und die genaue Ausgestaltung von ESG-Kriterien sind in der Tat sehr individuell“, sagt DWS-Experte Wiegand. Man könne jedoch beobachten, dass bezüglich einiger Kernthemen weitestgehend Einigkeit zwischen den meisten Investoren bestehe.

So wird die Investition in Unternehmen, die kontroverse Waffen wie Streubomben produzieren, von einer breiten Anlegerbasis kritisch gesehen. „ESG-Indizes können auch hier zur Standardisierung beitragen – sowohl für passive als auch für aktive Anlagestrategien“, ergänzt er. Institutionelle Anleger haben für nachhaltige Investments oft klare Vorgaben oder unterliegen in einigen Ländern regulatorischer Vorgaben zur nachhaltigen Geldanlage.

Traditionell gehören Kirchen und Stiftungen zu den konservativsten Anlegern im Bereich nachhaltiger Investments. Aber auch Pensionsfonds und Versicherungen berücksichtigen zunehmend Nachhaltigkeitskriterien in ihren Investmentstrategien. „Privatanleger streben meist die beste Kombination aus Rendite und Nachhaltigkeit an“, so Wiegand.

Allerdings seien ESG-„light“-Lösungen, die weniger als zehn Prozent der kontroversen Titel ausschließen, für viele Privatkunden sicher zu wenig nachhaltig. Zu strenge Kriterien hingegen stören die Risikostreuung, da das Anlageuniversum zu stark begrenzt wird und das wiederrum zu Klumpenrisiken führen könnte.

Natürlich wollen auch ESG-Investoren innerhalb ihrer Kriterien eine möglichst hohe Rendite erzielen. Deshalb müssen Anleger hier die gleichen Fragen wie bei klassischen Investments für sich klären. In welche Anlageklassen, Regionen und Sektoren möchte ich investiert sein? Wie hoch sind die Kosten? Bin ich ausreichend diversifiziert? „Hier helfen große Vermögensverwalter mit intelligent konstruierten Indizes, die ESG-Kriterien einhalten und dennoch breit gestreut sind“, ergänzt der DWS-Experte.

Diese zehn Tipps sollten Börseneinsteiger kennen
Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse
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Bevor Sie zum ersten Mal Aktien kaufen, sollte Sie sich Gedanken darüber machen, welches Ziel Sie mit der Geldanlage verfolgen und für welchen Anlegertyp Sie sich halten. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, müssen Sie an der Börse eine andere Taktik anwenden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?

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Gier ist nicht immer gut
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Wenn Sie die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit „no risk, no fun!“ beantworten, sollte Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren können. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz „Greed is good“ sollten Sie als Börsenneuling nicht handeln.

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Nur kaufen, was man versteht
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Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wenn Sie ihr Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchten, sollte Sie nur in Produkte investieren, die Sie auch verstehen. Wenn Sie nur auf die Renditeversprechen hören und Produkte kaufen, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen Sie nicht begreifen, fallen Sie über kurz oder lang auf die Nase.

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Bankgebühren beachten
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Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.

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Auf die Mischung achten
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Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.

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Mischung bei Fonds und Zertifikaten
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Viele Fonds, viele Angebote, da müssen Anleger genau hinschauen. Wenn Sie ihrem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischen, sollten Sie auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.

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Regelmäßige Überprüfung
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Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?

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Bei all dem, was für diesen Anlagetrend spricht, warnt Morningstar-Experte Masarwah: Nachhaltigkeit allein bringt noch keine Mehrrendite. Es sind immer mehrere Faktoren und Ursachen, die die Kurse treiben. Auch bei ESG-Investments seien daher „keine Wunder zu erwarten“. Das gelte vor allem auf kurze Sicht.

Studien zeigen allerdings, dass insbesondere Risiken durch eine Anlage nach ESG-Kriterien reduziert werden können. „Unternehmen, die nicht ESG-konform wirtschaften, zählen häufig zu spekulativeren Anlagen, die in Schwächephasen oft überproportional verlieren“, so Wiegand. Immun sind die Aktien nachhaltiger Unternehmen aber nicht gegen Börsenturbulenzen und Wirtschaftskrisen.

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