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Nachhaltige Geldanlage

„Elite Report“ Welche Anlagestrategien sich auch in einem schwierigen Börsenjahr bewährten

Das Fachmagazin „Elite Report“ zeichnet die besten Geldverwalter im deutschsprachigen Raum aus. Im schwierigen Aktienjahr ist Rendite rar.
Update: 28.11.2018 - 14:14 Uhr Kommentieren
Ausgewählte Sieger (von links): Matthias Scheffner (Oddo BHF-Bank), Henning Gebhardt (Berenberg Bank), Jörg Ludewig (Hamburger Sparkasse), Roland Schubert (LGT), Holger Mai (Frankfurter Bankgesellschaft). Quelle: argum / Thomas Einberger für Handelsblatt
Beste Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum

Ausgewählte Sieger (von links): Matthias Scheffner (Oddo BHF-Bank), Henning Gebhardt (Berenberg Bank), Jörg Ludewig (Hamburger Sparkasse), Roland Schubert (LGT), Holger Mai (Frankfurter Bankgesellschaft).

(Foto: argum / Thomas Einberger für Handelsblatt)

MünchenDas bewegte Börsenjahr 2018 läuft Gefahr, in einem Durcheinander aus politischen und konjunkturellen Sorgen auszuklingen: dem Haushaltsstreit Italiens mit der EU, einem in Großbritannien noch ungelösten Brexit, dem von US-Präsident Donald Trump immer wieder neu angefachten Handelsstreit zwischen USA und China.

Dazu die Furcht, dass der Motor der Weltkonjunktur ins Stottern gerät. Kein Wunder, dass führende Aktienindizes wie der Dax in heftigen Ausschlägen immer weiter verloren haben. In der Spitze sackte der deutsche Leitindex um knapp ein Fünftel ab.

„2018 ist ein schwieriges Jahr, was die Entwicklung an den Märkten angeht“, resümiert Hans-Walter Peters, persönlich haftender Gesellschafter der Berenberg Bank: Einige Sektoren aus dem Dax wie Chemie oder Auto brachen bis zu einem Drittel ein, bei einzelnen Aktien etwa aus dem Technologiesektor gab es starke Übertreibungen nach unten – solche extremen Ausschläge verunsicherten Anleger massiv, sagt Peters.

Daher war es auch 2018 für eine erfolgversprechende Depotstrategie entscheidend, breit diversifiziert anzulegen, wie Roland Schubert, Chef der Liechtensteiner LGT Bank, sagt.

In diesen Zeiten „braucht der Anleger die Gewissheit, dass der Vermögensverwalter ihn nicht im Regen stehen lässt“, erklärt Jörg Ludewig, Generalbevollmächtigter der Hamburger Sparkasse. Die Mehrheit der Vermögenden wolle Sicherheit vor Verlusten und nicht zu viel Schwankungen im Depot.

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Allerdings bedeute das Jahr auch einen „Lernprozess für Anleger“: Bei einem Kapitalmarktzins nahe null seien in solchen extremen Börsenphasen kaum mehr positive Renditen möglich. Im Durchschnitt liegen die vom Fachmagazin „Elite Report“ prämierten Vermögensverwalter in diesem Jahr denn auch ein paar Prozent im Minus.

Ihre Aktienquoten haben viele Vermögensverwalter in der extrem turbulenten Zeit seit dem Sommer heruntergefahren. Dies geschah in enger Absprache mit den Kunden, beispielsweise in Depots mit Verlustbegrenzung, als die Risikopuffer aufgebraucht waren, wie Holger Mai, Vorsitzender der Geschäftsführung der Frankfurter Bankgesellschaft, sagt.

Kurzfristig haben Vermögensverwalter Geld etwa auf Konten geparkt, um Verluste zu vermeiden. Bei Aktien war es wichtig, auf stabile Papiere von Firmen mit starkem Geschäftsmodell zu setzen, wie Joachim Häger, Vorstand bei der Oddo BHF-Bank, erklärt. Die fand er etwa im Gesundheits-, Konsum- und Tech-Bereich – oft in den USA.

Eine systematische, gründliche Analyse der Kapitalmärkte und verschiedener Anlageformen gehört für Hans-Kaspar von Schönfels, Herausgeber des Fachmagazins „Elite Report“, zur Kernkompetenz erfolgreicher Vermögenverwalter. Insbesondere „investitionsgeneigte“ Geldmanager haben oft besondere Expertise im Aktienresearch und bei der Aktienauswahl, wie er betont.

Doch auch die andere Gruppe Vermögensverwalter, die von Schönfels als vorrangig sicherheitsbedachte Kapitalmanager bezeichnet, benötigt Aktienkompetenz: Dividendentitel sind angesichts der anhaltend tiefen Zinsen der wichtigste Motor für die Rendite vieler Depots.

Kundenbedürfnisse missachtet

Um als empfehlenswerter Vermögensverwalter nach Bewertung des „Elite Reports“ zu gelten, braucht es aber viel mehr. Vor allem Bedürfnisse der Kunden würden „noch viel zu oft missachtet“, sagt von Schönfels: Ein guter Vermögensmanager berät seinen Kunden ausführlich und respektvoll, analysiert dessen Wünsche und Ziele systematisch und findet eine passende Anlagestrategie für dessen Vermögen.

Dies hat das Fachmagazin zum 16. Mal überprüft (siehe Methodik). Die besten Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum kürte „Elite Report“ gemeinsam mit dem Handelsblatt als Medienpartner am Dienstagabend in München.

Beim Empfang in der Münchener Residenz mit knapp 200 geladenen Gästen wurden 46 Vermögensverwalter ausgezeichnet, die insgesamt ein Vermögen von mehr als einer Billion Euro managen. Zehn Vermögensmanager ragen heraus und erreichen die Höchstpunktzahl in der Bewertung.

Von Schönfels unterteilt Vermögensmanager in solche, die primär das Kundenwohl im Blick hätten, und solche, die vorrangig auf Volumina abzielten: „Der Markt teilt sich in Häuser, die sich aufmerksam der persönlichen Kundenbetreuung widmen, und in solche, die auch an der Stelle rationalisieren.“

Übrig blieben Zielvorgaben, für die Kundenbetreuer vor allem Volumina hinterherliefen, statt auf die Wünsche der Kunden einzugehen, moniert er. Anleger müssten genau hinsehen, um eine hochwertige Vermögensbetreuung zu bekommen.

Banken versuchen seiner Einschätzung nach, sich aufgrund des Margendrucks durch Niedrigzins und hohe regulatorische Kosten neu aufzustellen. Der Verlust sogenannter Kick-back-Zahlungen aus dem Vertrieb von Anlageprodukten infolge der seit 2018 geltenden EU-Vorgaben nach Mifid II übe Druck auf Häuser aus, die bisher von diesen versteckten Gebühren gelebt hätten.

„Gewachsene Strukturen sind oft nicht mehr finanzierbar“, sagt von Schönfels. Das führe zu Umstrukturierungen, die eine zunehmende Standardisierung der Vermögensverwaltung nach sich ziehen. Wer allerdings kundenorientiert sei, müsse um seine Margen nicht fürchten. Im Schnitt zahlen Kunden für Vermögensverwaltung ein Prozent ihres Anlagekapitals an Gebühren.

Per saldo hat sich die Qualität der Vermögensbetreuer etwas verbessert, stellt Elite Report fest. Knapp 13 Prozent und damit 46 der untersuchten 354 Anbieter gelten als empfehlenswert. 2017 waren es 43 von 352 Häusern. Im harten Wettbewerb zählt von Schönfels zu den Besten, wer dank „Leistung und Kontinuität“ auf Dauer oben steht.

Unter den Punktsiegern behaupten sich drei unterschiedliche Vermögensverwalter. Seit Beginn der Untersuchung zum 16. Mal schafft es die Hamburger Sparkasse an die Spitze. Die größte deutsche Sparkasse stehe für Kundennähe, Zuverlässigkeit und Vermögenssicherheit, lobt von Schönfels. Zum 13. Mal in Folge gelangt die Oddo BHF-Bank nach ganz oben.

Die französisch-deutsche Allianz führe die Tradition eines performanceorientierten Hauses weiter und überzeuge mit starker Analyseexpertise. Zum zehnten Mal erzielt die Berenberg Bank Höchstpunktzahl. Der Schutz der Vermögenden über Generationen hinweg sowie das eigene Research für alle großen Anlageklassen seien Alleinstellungsmerkmale der Hamburger, sagt von Schönfels.

Ebenfalls erneut ausgezeichnet werden die NordLB mit der nach Übernahme der BLB aus Bremen integrierten Vermögensverwaltung, die zur Unicredit gehörende Schoellerbank und die Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Oppenheim Family Office. Zum dritten Mal ganz oben an der Spitze stehen die LGT Bank der Fürstenfamilie aus Liechtenstein und die Schweizer Pictet.

Zum zweiten Mal die Höchstpunktzahl erreicht die Fürst Fugger Privatbank, die zur Nürnberger Versicherung gehört. Neu unter den empfehlenswerten Häusern und gleich unter die Punktsieger gelangt die Frankfurter Bankgesellschaft, die zur Helaba gehört.

Solche Rankings dienen der Orientierung für die Suche nach einem Vermögensverwalter. Um einen passenden Anbieter zu finden, sollte aber jeder Anleger das Haus seiner Wahl genau prüfen.

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