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Nachhaltige Geldanlage
Windkraftanlage in der Sahara

Geld für klimafreundliche Infrastruktur.

(Foto: Paul Langrock/Zenit/laif)

Gemeinsame Initiative Blackrock legt Fonds für Klimaschutz auf – mit deutscher und französischer Hilfe

Kooperation in großem Stil: Die Bundesregierung und der französische Staat lancieren mit dem US-Vermögensverwalter Blackrock einen Fonds für den Klimaschutz.
Update: 26.09.2018 - 23:10 Uhr Kommentieren

Frankfurt, New York Grünes Gipfeltreffen in New York: Auf dem hochkarätig besetzten „One Planet Summit“ in der wichtigsten Finanzmetropole der Welt gab es am Mittwoch einen denkwürdigen Schulterschluss zwischen den Regierungen in Berlin und Paris sowie privaten Geldmanagern. Ihr gemeinsames Ziel: den Kampf gegen den Klimawandel forcieren.

Dazu gründet die Bundesregierung gemeinsam mit Frankreich, mehreren Stiftungen und dem weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock eine Partnerschaft, um privates Kapital für Investitionen in den Klimaschutz zu mobilisieren. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verkündete die Fondsinitiative auf der Klimakonferenz. „Wir müssen ein Drittel der weltweiten Investments umlenken um den Klimaschutz zu finanzieren“, stellte Macron klar und appellierte dabei an die Weltbank und alle anderen Entwicklungsbanken, Unternehmer und Investoren: „Es ist unsere Aufgabe. Alle warten darauf, dass wir handeln und zwar schnell.“ Dazu müsse sich auch „die Philosophie der Finanzwelt ändern“, so Macron.

Gemeinsam gegen den Klimawandel: Die Regierungen und Stiftungen könnten eine Art Anschubfinanzierung für einen Klimainvestmentfonds leisten und dafür zunächst bis zu 100 Millionen Dollar mobilisieren, hieß es in Finanzkreisen. Institutionelle Investoren wie Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungsunternehmen, Family Offices und weitere Stiftungen sollen hernach ein Vielfaches der Summe aufbringen.

Mit den Mitteln aus dem Eigenkapitaltopf würden dann Investitionen in erneuerbare Energien und emissionsarme Transportsysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern in Asien, Afrika und Südamerika gefördert.

„Das Pariser Abkommen verpflichtet uns, auch die Finanzströme anzupassen und mit Investitionen kohlenstoffarme und klimaresiliente Entwicklungen zu unterstützen“, sagte der deutsche Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth dem Handelsblatt. „Die Investitionen institutioneller Anleger stellen dabei eine riesige potenzielle Finanzierungsquelle dar. Diese neue Zusammenarbeit bietet großartige Möglichkeiten, die wir gerne unterstützen.“

Zu den Stiftungen, die neben den Regierungen Kapital für die Partnerschaft bereitstellen, gehören auch die Ikea-Stiftung, die Hewlett-Stiftung und die Grantham Foundation, die vom britischen Vermögensverwalter Jeremy Grantham zum Schutz der Umwelt gegründet worden ist. Blackrocks Fondsmanager werden die Gelder verwalten und sollen zudem weitere Investoren finden, hieß es von einem Insider.

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Nach Berechnungen der Vereinten Nationen fehlen jedes Jahr rund 1,5 Billionen Dollar an Finanzierungsmöglichkeiten, um die Ziele zu erreichen, die im Pariser Klimaabkommen festgehalten wurden Viele Details – wie etwa das geplante Volumen des Fonds – sind noch offen.

Auch soll erst in den kommenden sechs Monaten festgelegt werden, wie viel Kapital die Gründungsmitglieder genau investieren und wie hoch die Verwaltungsgebühren von Blackrock sind. Der global führende Vermögensverwalter betreut etwa sechs Billionen Dollar.

Als Blaupause für das Vorhaben könnte ein Blackrock-Fonds dienen, der 2017 aufgelegt wurde. Der „Global Renewable Power II“ sammelte bei 67 institutionellen Anlegern aus Asien, Europa und Nordamerika insgesamt 1,65 Milliarden Dollar ein. Blackrock hat für seine Kunden bisher in über 250 Wind- und Solarenergieprojekte investiert. Rund 100 Geldgeber haben für insgesamt vier Fonds rund fünf Milliarden Dollar bereitgestellt.

Blackrock-Chef Fink engagiert sich mit dem früheren New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg in einer Taskforce, die Unternehmen auffordert, die eigenen Klimarisiken auf eine standardisierte Weise Investoren mitzuteilen. Fink hat sich immer wieder zum Thema Klimaschutz geäußert und Unternehmen aufgefordert, langfristiger zu denken und sich ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst zu sein.

Zum ersten Mal werde Blackrock nun gezielt in klimafreundliche Projekte in Schwellenländern investieren, hieß es. Das sei grundsätzlich sinnvoll, erklärte die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch am Mittwoch. In den nächsten Jahren bestehe in den Schwellenländern erheblicher Bedarf an Infrastrukturinvestitionen.

Falls dieser Ausbau über CO2-intensive Projekte laufen sollte, die dann für mehrere Jahrzehnte genutzt würden, wären die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht zu halten. „Wegen dieses drohenden ‚High-Carbon Lock-in'-Effekts sind die Investitionen der nächsten paar Jahre so entscheidend“, erklärte Germanwatch. Auch wenn Details zu den erwarteten Renditen noch nicht bekannt sind, hat die Partnerschaft ehrgeizige Ziele.

„Beim klassischem Impact-Investing schwingt immer mit, dass man auf einen Teil der Rendite verzichtet, dafür aber in etwas Sinnvolles investiert. Hier wollen wir eigentlich keine Abstriche bei der Rendite machen“, sagte einer der Organisatoren. Die Investoren erwarteten üblicherweise beim Thema erneuerbare Energien Renditen zwischen fünf und sieben Prozent, sagte ein Geldmanager.

Unternehmen müssen verstehen wie sich strukturelle Trends auf ihr potenzielles Wachstum auswirken. Larry Fink (Blackrock-Chef im Januar)

„Nach unseren Erkenntnissen haben solche Investments keine niedrigeren Renditen mehr als andere, weil sozial verantwortliche Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit insgesamt besser geführt werden“, heißt es in einer Studie der US-Investmentbank JP Morgan. Die Experten schätzen, dass weltweit 23 Billionen Dollar an verwaltetem Vermögen in irgendeiner Form Umwelt- und soziale Kriterien beachtet.

Aber nur bei 2,5 Billionen Dollar werde dies systematisch in den Anlageprozess integriert, während ausgesprochene „ESG-Fonds“ auf 108,3 Milliarden Dollar kommen. ESG steht für „Environment, Social, Governance“, also für ökologische, soziale Belange und gute Unternehmensführung als Kriterien bei den Anlagen.

Der „One Global Summit“ wirkt wie ein Protest am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Frankreichs Präsident Macron, UN-Generalsekretär António Guterres und Weltbankchef Jim Yong Kim haben die Konferenz gemeinsam mit dem Milliardär Michael Bloomberg im Jahr 2017 zum ersten Mal organisiert.

Auch wenn die USA unter Präsident Donald Trump als einer der größten Kohlendioxid-Produzenten der Welt aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten sind, sucht die Konferenz weiter nach Lösungen, um gegen die Erderwärmung anzukämpfen.

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