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Abgeltungssteuer Depots auf dem Prüfstand

Die Abgeltungssteuer ist beschlossene Sache. Ab 2009 müssen Anleger bei Veräußerungsgewinnen unabhängig von der Haltedauer Steuern zahlen. Traditionelle Vermögensverwalter, die bisher für ihre Kunden Depots mit Direktinvestments in Anleihen und Aktien steuerten, sehen ihr Geschäft gefährdet. Luxemburger Spezialfonds könnten eine wichtige Rolle spielen.
Ein Skontroführer an der Wertpapierbörse in Frankfurt. Verlierer sind Direktinvestments wie Aktien. Foto: AP Quelle: ap

Ein Skontroführer an der Wertpapierbörse in Frankfurt. Verlierer sind Direktinvestments wie Aktien. Foto: AP

(Foto: ap)

FRANKFURT. Die für 2009 geplante Einführung einer 25-prozentigen Abgeltungsteuer auf Kapitaleinkünfte wird nach Einschätzung von Experten umfangreiche Veränderungen in den Anlegerdepots nach sich ziehen. „Die Reichweite der Steuer wird noch völlig unterschätzt“, sagt Björn Drescher vom Informationsdienst Drescher & Cie und weist vor allem auf die Einführung einer Kursgewinnbesteuerung hin. Laut Wolfgang Mansfeld, Präsident des Fondsverbandes BVI, werden „alle Depots auf den Prüfstand kommen“. Das steuerlich bedingte Umschichtungsvolumen im kommenden Jahr schätzt Drescher auf 200 Mrd. Euro.

Bisher sind Kursgewinne nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Für die bis Ende nächsten Jahres erworbenen Positionen gilt ein Bestandsschutz. Anleger, die nach diesem Termin einen Fonds erwerben, haben dennoch einen Vorteil im Vergleich zur Direktanlage in Aktien und Anleihen: Denn Fondsmanager können auch ab 2009 ihre Depots steuerunschädlich umschichten. Deshalb erwarten Experten einen Absatzschub für Fondsprodukte, die breit investieren und als Vermögensverwaltung in einem einzigen Produkt konzipiert sind. Der Anleger müsste einen derart flexiblen Fonds dann nicht wechseln und würde erst bei Verkauf des Anteilscheins Steuer entrichten. „Die Anbieter werden Produkte mit langer Haltbarkeit an den Markt bringen“, erwartet deshalb Mansfeld.

„Ich rechne mit einen Absatzschub etwa für Dachfonds“, sagt Martin Heinsius, Rechtsanwalt und Steuerberater in der Anwaltssozietät DLA Piper. Andreas Beys, Vorstand von Sauren Finanzdienstleistungen erwartet „einen Run auf Dachfonds und so genannte Lebenszyklusfonds, die ihre Depotstruktur im Zeitablauf an die Bedürfnisse des Sparers anpassen“.

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