Achtung, Öko-Schwindel: Wie Anleger mit pseudogrünen Investments hintergangen werden – vier Beispiele
Grüne Investitionsmöglichkeiten sind oft nicht so nachhaltig wie sie vorgeben. (Foto: Smetek)
Foto: Handelsblatt- Die Fallen auf dem grauen Kapitalmarkt lauern gerade bei nachhaltigen Investments. Anhand von vier Beispielfällen zeigt das Handelsblatt, wie die Mechanismen hinter den dubiosen Geschäften funktionieren.
- Doch wie ökologisch sind angeblich nachhaltige Investmentfonds wirklich? Eine Whistleblowerin prangert an, dass wegen einer Regulierungslücke Vermögensverwalter zunehmend unter Greenwashing-Verdacht geraten.
- Im Interview spricht die Europachefin der UBS, Christl Novakovic, über den richtigen Umgang mit ESG-Investments: „Viele blicken sehr naiv auf das Thema.“ Sie erklärt außerdem, weshalb das Risiko ohne einheitliche Standards für die Finanzbranche so groß ist.
- Für grüne Investments gelten die gleichen Regeln wie generell bei der Geldanlage – und doch lauern zusätzliche Fallstricke, auch bei der Beratung. Das Handelsblatt erklärt, worauf Sie als Anleger achten müssen.
Berlin, Düsseldorf, Frankfurt. Er ist wieder da. Sein weißer Zopf schwingt auf Hüfthöhe, seine Füße stecken sockenlos in Sandalen. Carsten Rodbertus steht vor einem Backsteinbau in Calvörde und predigt die Segnungen der Energiewende. „Um ganz Deutschland zu versorgen, brauche ich 400.000 Hektar in Solarfreiflächen“, sagt er und blickt ins Publikum.
Rodbertus war einmal ein Star der Öko-Branche. 1995 gründete er die Firma Prokon, sammelte für den Bau von Windkraftanlagen von 75.000 Anlegern 1,4 Milliarden Euro ein. 2014 brach Prokon zusammen. Die Staatsanwaltschaft begann Ermittlungen, Rodbertus überwarf sich mit dem Insolvenzverwalter, nach Schadensersatzklagen geprellter Anleger kündigte er seine Privatinsolvenz an.
Nun steht er hier in Sachsen-Anhalt. Die Calvörder sitzen auf Bierbänken und Campingstühlen, die sie an diesem warmen Abend vor ihr Gemeindezentrum im Ortsteil Klüden getragen haben. Rodbertus wirbt um Unterstützung für ein Projekt, das ihre Heimat radikal verändern würde. Ihre Äcker sollen zu Solarparks werden. Das sei die Zukunft, sagt Rodbertus. Statt für Prokon spricht er nun für die Firma Somikon.