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Aktienmarkt Bankhaus Metzler warnt vor „Zombie-Unternehmen“ an der Börse

Die Experten der Privatbank sehen bei Technologiewerten Parallelen zur Dotcom-Blase während der Jahrtausendwende. Der Fokus richtet sich verstärkt auf Substanzwerte.
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In einem Musterportfolio der Privatbank liege die Aktienquote derzeit bei 69 Prozent. Quelle: dpa
Bankhaus Metzler

In einem Musterportfolio der Privatbank liege die Aktienquote derzeit bei 69 Prozent.

(Foto: dpa)

Frankfurt Das Frankfurter Bankhaus Metzler ist seit 1674 eine unabhängige Adresse in der Finanzbranche. Zwangsläufig hat man schon alle möglichen Übertreibungen erlebt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass man jetzt wieder Anzeichen für eine Blasenbildung bei den sogenannten Wachstumswerten – vornehmlich aus dem Technologiesektor – erkennt.

Zu den Symptomen gehört nach Ansicht der Fachleute beispielsweise der Anteil der „Zombie-Unternehmen“ an den globalen, börsennotierten Firmen. Dabei gilt als „Zombie“, wer drei Jahre in Folge keinen oder nur einen ganz kleinen Gewinn erzielt, weil der Zinsaufwand nicht durch die operativen Erträge gedeckt wird. Der Anteil dieser Gesellschaften stieg zuletzt auf gut zwölf Prozent – gegenüber nur rund zwei Prozent Anfang der neunziger Jahre.

Gleichzeitig seien 72 Prozent der US-Börsenneulinge in den USA nicht profitabel – ein weiteres Warnzeichen für eine Übertreibung. „Das erinnert an die Zeit vor dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende“, sagte Frank Endres, Leiter des Portfoliomanagements bei Metzler.

Um das Jahr 2000 waren die Kurse der Internetaktien in schwindelerregende Höhen gestiegen und dann jäh abgestürzt. In Deutschland vollzog sich das Drama am Börsensegment „Neuer Markt“.

Endres wird auf Wachstumswerte zukünftig zwar auch nicht verzichten, glaubt aber in erster Linie an ein Comeback der „Value“-Aktien mit hoher Ertrags- und Bilanzqualität sowie eher niedrigen Bewertungen, gemessen etwa am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).

Die Gegenbewegung hin zu Substanzwerten werde kommen, langfristig entwickle sich die Börse analog zu den fundamentalen Unternehmensgewinnen. Dabei verweisen die Analysten auf die Entwicklung der US-Unternehmensgewinne im Vergleich zum S&P Composite Index seit 1871.

Spielraum für Lockerungen der Fed

Aktuell empfehlen die Metzler-Strategen für ein Musterportfolio im Private Banking einen Aktienanteil von 69 Prozent, 20 Prozent sind für Anleihen vorgesehen und elf Prozent Liquidität für potenziell denkbare weitere Aktienkäufe. Geografisch wird die Eurozone mit fast 60 Prozent favorisiert, danach die USA mit fast 20 Prozent.

Für Anleihen sind die Metzler-Strategen traditionell eher zurückhaltend gestimmt. Wegen der negativen Zinsen und der – wenn auch niedrigen – Inflation sei ein realer Kapitalerhalt hier kaum möglich. Das Renditeniveau bei den zehnjährigen Bundesanleihen sehe man in den nächsten zwölf Monaten bei minus 0,3 Prozent, prognostiziert Portfoliomanager Endres.

Bezüglich der Geldpolitik sieht Emmerich Müller, persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Metzler, weiterhin Spielraum für Lockerungen durch die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank (EZB) stoße dagegen zunehmend an Grenzen.

Die US-Notenbank hat das Zielband für den geldpolitischen Schlüsselsatz am Mittwoch um 25 Basispunkte auf die neue Spanne von 1,5 Prozent bis 1,75 Prozent gesenkt, was so erwartet worden war.

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