Aktienmarkt-Prognosen Kaum noch Potenzial bei Dax & Co.

An den Börsen ist bereits viel Positives eingepreist. Öffentliche Banken prognostizieren deshalb nur noch sehr eng begrenzte Kurschancen für die kommenden Monate. Mit Verlusten rechnen die Anlagestrategen allerdings nicht.
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Wie entwickelt sich der Dax nach mehr als achteinhalb Haussejahren weiter? Quelle: dpa
Händlerin an der Börse Frankfurt

Wie entwickelt sich der Dax nach mehr als achteinhalb Haussejahren weiter?

(Foto: dpa)

FrankfurtBahnt sich allmählich das Ende der Börsenhausse an? Keine andere Frage treibt Anleger derzeit mehr um nach fünf Verlusttagen in Serie am hiesigen Aktienmarkt. Nachdem der Dax Anfang vergangener Woche auf ein weiteres Allzeithoch bei 13.525 kletterte, setzten kräftige Gewinnmitnahmen ein, die sich zuletzt beschleunigten. Inzwischen ist der deutsche Leitindex deutlich unter seine psychologisch wichtige Marke von 13.000 Zählern zurückgefallen. Anleger suchen deshalb nach Orientierung.

Sechs Geldhäuser geben nun Entwarnung: Die Mitgliedsinstitute des Bundesverbands Öffentlicher Banken (VÖB) zeigten sich am Mittwoch verhalten optimistisch bei der Präsentation ihrer mittelfristigen Aktienprognosen in Frankfurt. Die Geldhäuser erwarten zwar, dass die Nervosität an den Börsen demnächst weiter zunehmen dürfte und das verbleibende Aufwärtspotenzial eng begrenzt sei - mit anhaltenden Verlusten rechnet in den kommenden Monaten aber niemand der zuständigen Anlagestrategen. „Der Aufwärtstrend für die Aktienmärkte ist intakt und Blasenbildungen sind vor allem in Europa und Asien noch nicht zu sehen“, sagt Frank Klumpp, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Dem Dax trauen die Experten auf Jahressicht im Schnitt ein knapp vierprozentiges Plus auf 13.413 Punkte zu. Demnach würde der Bluechip-Index im nächsten November allerdings unterhalb seines bisherigen Rekordhochs notieren. Ähnlich wenig Luft nach oben sagen die VÖB-Banken im Mittel auch für den entscheidenden Index für die Länder der Euro-Zone vorher, dem Euro Stoxx 50. Die US-Messlatte Dow Jones dürfte dagegen bezogen auf ihr aktuelles Niveau rund drei Prozent ins Minus rutschen, wenn die sechs öffentlichen Banken recht behalten.

Dax weiter im freien Fall – Banken unter Druck

Hintergrund für die nur vorsichtige Zuversicht der Experten: Die Aktienstrategen der öffentlichen Banken bewerten die Rahmenbedingungen für Dividendenpapiere zwar positiv. So würden die Unternehmensgewinne sowie die Konjunkturdaten weiterhin Anlass zu Optimismus geben - und die führenden Notenbanken hielten die Zinsen zunächst niedrig. Allerdings notieren Aktien im neunten Jahr der weltweiten Hausse bereits auf einem hohen Bewertungsniveau. Vor allem US-Aktien seien inzwischen nicht mehr günstig. „Auf Basis der Konsensgewinnschätzung für 2018 notiert das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 beispielsweise bei fast 18“, sagt Volker Sack, Analyst bei der NordLB. Das ist mehr als ein Viertel oberhalb des langfristigen Schnitts von rund 14. Insofern bestehe ein steigendes Risiko für negative Überraschungen, welche die Kurse an den US-Börsen dann unter Druck setzen könnten.

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1 Kommentar zu "Aktienmarkt-Prognosen: Kaum noch Potenzial bei Dax & Co."

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  • "&Co" mag vielleicht kein Potenzial mehr haben, der DAX selbst - genauer der Kursindex ist nicht viel höher als 2015. Und es gibt im DAX immer noch günstige Aktien mit niedrigem KGV kleiner 12 und schöner Dividende größer als 3%.
    Teuer sind vielleicht die Amerikaner.

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