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Aktienmarkt „Santa-Claus-Rally“ ist ein positives Vorzeichen für die US-Börsen

Die ersten fünf Tage des neuen Jahres hat der amerikanische S&P-500-Index zugelegt. Statistisch gesehen ist das ein gutes Omen für den Rest des Jahres.
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Wie viel Aussagekraft hat der Jahresauftakt an der Börse? Quelle: imago/UPI Photo
„Fearless Girl“-Statue in New York

Wie viel Aussagekraft hat der Jahresauftakt an der Börse?

(Foto: imago/UPI Photo)

Frankfurt Kaum jemand hat so plastisch erklärt, dass Korrelation nicht gleich Kausalität sein muss, wie Tyler Vigen. Der Wissenschaftler listet auf seiner Website „Spurios Correlations“ – zu Deutsch etwa „falsche Zusammenhänge“ – dafür zahlreiche Beispiele auf.

So stieg parallel zum Margarinekonsum in den USA die Scheidungsrate im US-Bundesstaat Maine. Je mehr die USA für Wissenschaft, Technologie und Raumfahrt ausgaben, desto mehr Menschen starben durch Erhängen, Strangulation oder Ersticken, und der Verzehr von Hühnchen in den USA korreliert eng mit den Ölimporten des Landes.

Mehr als solche Unterhaltung aber ist für Börsianer die statistische Aufbereitung saisonaler Muster an den Aktienmärkten. Und da gibt es derzeit positive Anzeichen. So hat der weltweit wichtigste Börsenindex, der amerikanische S&P 500, in den ersten fünf Handelstage im Januar ein Plus von 2,7 Prozent erzielt.

Seit 1950 gab es 44 Jahre, in denen der S&P 500 in den ersten fünf Handelstagen unter dem Strich zulegte. Darauf folgte in 36 Jahren und damit in 82 Prozent der Fälle ein insgesamt positives Aktienjahr. Das Plus lag dabei im Schnitt bei gut 13 Prozent, hat der „Stock Trader’s Almanac“, das US-Standardwerk für saisonale Effekte an der Börse, errechnet.

Der bisherige positive Jahresstart an den US-Börsen ist für Almanac-Herausgeber Jeff Hirsch zwar keine Garantie für ein gutes Jahr, aber immerhin ein gutes Zeichen. Das gilt umso mehr, als es in den USA eine sogenannte „Santa-Claus-Rally“ gegeben hat. Die umfasst die fünf letzten Handelstage des alten und die ersten beiden Handelstage des neuen Jahres. Dabei gewann der S&P 500 insgesamt 1,3 Prozent.

Falls der US-Leitindex im ganzen Januar zulegt, steigt die Wahrscheinlichkeit für ein positives Aktienjahr 2019 schon auf 90 Prozent. Von daher rührt auch das berühmte Börsensprichwort „Wie der Januar, so das Jahr“.

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Fundamentale Erklärungen dafür gibt es kaum. Umgekehrt lässt sich eher begründen, warum einem schlechten Januar oft ein schlechtes Jahr oder zumindest einige schlechte Monate folgen. Das liegt daran, dass bei einem schlechten Jahresstart die Risikobudgets der institutionellen Investoren, die eigentlich ein ganzes Jahr halten sollen, schnell aufgebraucht werden.

So war es zumindest im Jahr 2016, betonen die Strategen der Fondsgesellschaft DWS. Die Folge waren Zwangsverkäufe, und es dauerte ein paar Wochen, bis der Markt seinen Boden gefunden hatte. Insgesamt gewann der S&P 500 im Jahr 2016 aber 9,5 Prozent – trotz eines Januarverlusts von 5,1 Prozent.

Keine Garantie

Im vergangenen Jahr war es dagegen umgekehrt. Es gab eine Santa-Claus-Rally, fünf positive erste Handelstage im Januar und insgesamt einen Januar mit einem Plus im S&P 500 von 5,6 Prozent. Doch im Herbst kippte die Stimmung an der Wall Street, und der S&P 500 beendete das Jahr mit einem Minus von 6,6 Prozent. Schwächere Konjunkturindikatoren sowie die Ängste vor einer Eskalation des Handelsstreits und vor zu deutlichen Leitzinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) ließen Anleger vor Aktien zurückschrecken.

Hinzu kommt laut Hirsch, der auch Chefmarktstratege beim kalifornischen Asset-Manager Probabilities Fund Management ist, dass der S&P 500 in Jahren vor US-Zwischenwahlen mit fünf ersten positiven Januartagen nur in 44 Prozent dieser speziellen Fälle auch im Gesamtjahr zulegte.

In Europa kamen 2018 die Ängste vor einem chaotischen Brexit und die Sorgen über die Schulden Italiens hinzu. Zudem hatten die Börsen in Europa mit ihren zahlreichen exportstarken Unternehmen schon zuvor stärker unter dem Handelsstreit gelitten. Der breite europäische Aktienindex Stoxx Europa 600 verlor 2018 mehr als 13 Prozent, beim Dax waren es über 18 Prozent.

Eine Santa-Claus-Rally in Europa gab es nicht, aber in den ersten fünf Handelstagen im Januar legte der europäische Index 1,7 Prozent zu und der Dax gewann 1,6 Prozent. Auch am Mittwoch lagen sowohl die europäischen Börsen als auch die Wall Street im Plus.

Aktuell setzen Investoren angesichts der Verhandlungen zwischen den USA und China auf eine Entspannung im Handelsstreit. Außerdem deutete Fed-Chef Jerome Powell an, dass sich die US-Notenbank mit Zinserhöhungen gedulde.

Fazit: „Der gelungene Auftakt in das Aktienjahr 2019 ist eine schöne Entwicklung, für den Jahresverlauf lässt sich hieraus jedoch noch keine Tendenz ablesen“, meint Uwe Streich, Investmentanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Je länger die positive Tendenz anhalte, desto mehr Aussagekraft bekomme sie aber.

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