André Kostolanys Börsenweisheit „Die Börse benimmt sich wie oft ein Alkoholiker“

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Die Börse ist ein Abbild des Lebens
„Hochzinsanleihen schießen durch die Decke“
London
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„Der britische Immobilienmarkt wird zusammenbrechen“

Bei ihren unwahrscheinlichen, aber nicht zu unterschätzenden Szenarien, geht die Saxo Bank unter anderem davon aus, dass der britische Immobilienmarkt zusammenbrechen wird. Die bevorstehende Zinserhöhung der Bank of England wird die Nachfrage einbrechen lassen und die Preise um 25 Prozent drücken.

Quelle: Saxo Bank, Outrageous Predictions

Bei den „Outrageous Predictions“ handelt es sich laut Saxo Bank um zehn Szenarien, die zwar unwahrscheinlich sind, bei Unterschätzung der mit ihnen einhergehenden Risiken jedoch enorme Folgen für die globalen Märkte hätten.

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„Japans Inflation wird auf fünf Prozent steigen“

Japans Plan die Deflation zu bekämpfen, könnte in diesem Szenario nach Hinten losgehen. Die massive Geldflut der Bank of Japan könnte über ihr Ziel hinausschießen und eine übermäßige Inflation erreichen, weil das Vertrauen in den Yen erschüttert ist. Japan würde zunehmend die Kontrolle über die eigene Währung verlieren.

File photo of yuan bank notes in a vendor's cashbox at a market in Beijing
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„China wertet den Yuan um 20 Prozent ab“

China macht einen auf Japan und wertet beim Kampf gegen die Deflation die Währung massiv ab. Damit reiht sich die chinesische Zentralbank in den Abwertungswettlauf ein, um die eigene Wirtschaft zu stützen.

ECB President Draghi addresses during ECB news conference in Frankfurt
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„Mario Draghi legt sein Amt nieder und wird Italiens Präsident“

Ein unwahrscheinliches, aber mögliches Szenario: EZB-Chef Mario Draghi überlässt den Kampf für die Inflation und die Wirtschaft Europas einem anderen. Stattdessen kandidiert er als Präsident in Italien und erhält dafür eine Empfehlung des aktuellen Präsidenten Napolitano, der sich damit für die niedrigen Zinsen bei den Staatsanleihen bedankt.

huGO-BildID: 40671774 Russian President Vladimir Putin speaks with President of the Russian Academy of Sciences Vladimir Fortova during a meeting of
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„Russland rutscht in die Schuldenkrise“

Der niedrige Ölpreis und die weitere Isolation durch den Westen werden Russland immer stärker zu schaffen machen. Russland werde unter Vladimir Putin (links) so tief rutschen, dass Verhältnisse wie während der Schuldenkrise 1998 entstehen werden.

mazon's Bezos to be 'bold' despite failures
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„Hacker zerschlagen den E-Commerce“

Amazons Geschäftskonzept ist vollkommen vom Internet abhängig. 2015 könnten sich das Hacker zunutze machen und den E-Commerce angreifen. Das zerstörte Vertrauen der Nutzer führt dazu, dass beispielsweise bei Amazon die Umsätze um 50 Prozent zurückgehen. Auch andere Internethändler erleiden kräftige Einbußen.

Isländischer Vulkan Bardarbunga
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„Europa wird keinen Sommer erleben“

Der der bereits aktive isländische Vulkan Bardarbunga wird ausbrechen und giftiges Schwefeldioxid freisetzen. Der Himmel über Europa wird sich verdunkeln und das Klima wird sich verändern. Ängste vor Ernteausfällen werden die Getreidepreise in die Höhe treiben.

Auch Fondsmanager Christoph Bruns kennt die Launen von Mr. Market nur zu gut. „Die Börse ist ein Abbild des Lebens und als solche weiß Gott nicht frei von Widersprüchen“, sagt der Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys. „Zuweilen erscheint das Börsenverhalten sogar extrem unlogisch. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Börsenkurse und -entwicklungen letztlich das gebündelte Ergebnis menschlichen Handelns sind. In dem Maße, wie der Mensch unlogisch und irrational sein kann, ist es die Börse auch.“ 

Benjamin Graham riet Anlegern einst, nicht am närrischen Treiben der Börse teilzunehmen, sondern davon zu profitieren. „Entscheidend für die Börsianer ist, dass in Situationen ausgeprägter Irrationalität mitunter große Fehler gemacht werden“, beobachtet auch Bruns immer wieder. Antizyklische Anleger erkennen solche Situationen und handeln – auch wenn es psychologisch nicht immer leicht ist, sich scheinbar gegen die breite Marktmeinung zu stellen. „Dabei muss man sich daran erinnern, dass langfristig an der Börse nicht abgestimmt wird, ob etwas wertvoll oder weniger wertvoll ist“, so Bruns. „Sondern im Laufe der Zeit wird anhand von Daten und Fakten gewogen und gemessen, wie es um die Werthaltigkeit steht.“ Es ist keineswegs ein Zufall, dass die profitabelsten Unternehmen der Welt in der Regel auch die wertvollsten Aktien haben. 

Frank Lingohr bringt es auf den Punkt: „Unlogische Reaktionen des Marktes können durch logisches Verhalten gewinnbringend ausgenutzt werden.“ Wer als Anleger nüchtern handelt, kann in Zeiten alkoholisierter Börsen gute Geschäfte machen. Im Klartext heißt das, Nachrichten darauf zu überprüfen, ob sie einen Einfluss auf den Wert eines Unternehmens haben oder nicht. „Nur Informationen, die den Unternehmenswert beeinflussen, sollten bei Investmententscheidungen eine Rolle spielen“, sagt der Vermögensverwalter. „Wenn die Kurse trotz Nachrichten, die den Unternehmenswert eigentlich positiv beeinflussen, dann aber irrationalerweise sinken – umso besser. Dann bietet sich für Anleger eine gute Möglichkeit, niedrig bewertete Titel zu finden.“

Und was den Dax angeht: Die Hoffnung auf neue EZB-Hilfen und mehr billiges Geld der US-Nottenbank sorgt für gut Laune und stabilisiert die Märkte. Es wird sich zeigen, wie lange diese Gemengelage Mr. Market jubeln lässt.

Die Börsenweisheiten gibt es jetzt auch als Buch „Sell in May and go away?“ im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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2 Kommentare zu "André Kostolanys Börsenweisheit : „Die Börse benimmt sich wie oft ein Alkoholiker“"

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  • Eine schöne Zusammenstellung der Thematik.

    Die Frage ist wie man Mr. Market heilen kann?
    Letztlich nur in dem man ihm die Handlungsoptionen nimmt:
    Börse nur noch einmal die Woche öffnen?
    In der aktuellen Trading-Szene und Minutenhandel (leider) unmöglich!
    Andererseits eröffnen sich durch Preissprünge Chancen billig Aktien einzusammeln.

  • Die Börsianer ebenso.

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