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Anlageberatung Warum es nur kurzfristig sinnvoll ist, Währungsrisiken abzusichern

Wie gewonnen, so zerronnen: Währungsrisiken können die schönsten Börsengewinne verderben. Wann sich eine Absicherung lohnt und wie sie funktioniert.
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Auch Währungsrisiken müssen beachtet werden. Quelle: Ikon Images/Getty Images
Lohnenswerte Geldanlagen

Auch Währungsrisiken müssen beachtet werden.

(Foto: Ikon Images/Getty Images)

FrankfurtDer US-Dollar gilt derzeit als „Lieblingskind der Märkte“. Am Dienstag stieg er im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen auf den höchsten Stand seit zwei Monaten und profitierte dabei von seinem Status als sicherer Hafen in Zeiten der Unsicherheit. Aber wie lange hält das noch an?

Nur bei Anlagen in Aktien oder Anleihen aus Euro-Land gehen Anleger kein Währungsrisiko ein. In anderen Fällen kann eine Absicherung unter Umständen sinnvoll sein. Letztlich hängt dies vor allem von der Risikobereitschaft des Einzelnen ab. Aber auch die geplante Dauer der Anlage spielt eine wichtige Rolle.

Das klassische Instrument zur Absicherung von Währungsrisiken sind Termingeschäfte, die für Privatleute allerdings schwer umzusetzen sind. Die Kosten hängen hauptsächlich von den Zinsunterschieden zwischen zwei Währungsräumen ab sowie Angebot und Nachfrage nach den jeweiligen Währungen. „Wenn Sie Währungsrisiken bei ausländischen Anleihen vollständig absichern, können die Absicherungskosten den Gewinn durch die Zinsdifferenz zwischen zwei Währungsräumen vollständig aufzehren“, warnt aber Matthias Grimm, Leiter Währungsmanagement bei der Berenberg Bank. Die Rendite entspreche dann vergleichbaren Papieren aus dem Euro-Raum.

Anleihen sind in der Regel besonders anfällig für Währungsrisiken. „Tendenziell fallen Währungsrisiken bei Anleihen stärker ins Gewicht als bei Aktien, weil Aktien meist stärker schwanken“, sagt Grimm. Anleger können sich am einfachsten absichern, indem sie in weltweite Anleihefonds investieren, die Fremdwährungsbestände in Euro absichern. Als einer der weltweiten Leitindizes gilt der Bloomberg Barclays Global-Aggregate Total Return Index, der in Staats- und Unternehmensanleihen mit gutem Rating aus 24 Ländern in lokaler Währung investiert.

Ihn können Anleger als börsengehandelten Indexfonds (ETF) in Euro in zwei Varianten kaufen – mit oder ohne Währungsabsicherung. Betrachtet man einen längerfristigen Zeitraum seit 2010 schneidet die ungesicherte allerdings besser ab. Der Vergleich hängt jedoch immer von den Zeiträumen ab. In einzelnen Jahren war die abgesicherte Variante durchaus besser. In einzelnen Jahren war die abgesicherte Variante durchaus besser.

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Auch bei Aktien gibt es die Möglichkeit, in währungsgesicherte Indexfonds zu investieren. So kann man zum Beispiel einen Indexfonds auf den Weltaktienindex MSCI World in der klassischen oder in der währungsabgesicherten Variante kaufen. Hier schneidet über den Zeitraum seit 2010 ebenfalls die ungesicherte Variante besser ab, nur in einzelnen Jahren die abgesicherte Variante: Absicherung kostet eben Geld.

Gerade bei wichtigen Währungen wie dem Dollar und dem Euro kann die Entwicklung von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sein. So hat der Euro 2017 zum Dollar aufgewertet und 2018 abgewertet. Über einen längeren Zeitraum fallen die Unterschiede zwischen großen Währungen wie Euro und Dollar dagegen weniger ins Gewicht. Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Wechselkurse langfristig an der Kaufkraft orientieren, zwischendurch aber schwanken sie.

Wechselwirkungen beachten

Ein wichtiger Faktor bei der Analyse von Währungsrisiken ist zudem die Wechselwirkung zwischen den Anleihe- und Aktienkursen in einem Portfolio und dem Wechselkurs. Teilweise entwickeln sich Aktien- und Anleihekurse in einem Portfolio entgegengesetzt zum Wechselkurs, weil sie unterschiedlich auf eine veränderte Risikoneigung der Anleger reagieren.

„Wenn Sie zum Beispiel in japanische Aktien investiert haben und es Sorgen um die Weltkonjunktur gibt, dann ist das tendenziell schlecht für die japanischen Aktienkurse, aber meist positiv für den Wechselkurs des Yens, weil er als sicherer Hafen gilt“, sagt Währungsmanager Matthias Grimm. Dadurch könnten Anleger in Stressphasen ihre Portfolioverluste auch mit ungesicherten Fremdwährungen in Euro vermindern.

Ganz anders verhält es sich, wenn Anleger in riskante Unternehmen in Schwellenländern investieren. In einer Phase, wo Investoren Risiken meiden, können sich dann die Kursverluste durch den Währungseffekt noch verstärken – das gilt allerdings auch umgekehrt für Gewinne

Für wen lohnt sich also eine Absicherung von Währungsrisiken? Grundsätzlich gilt dies vor allem für risikoscheue Anleger, die kurzfristig investieren. Da Aktien eher etwas für langfristige Anleger sind, die auch größere Schwankungen aushalten, gilt dies eher für Investitionen in Anleihen.

Je länger der Anlagehorizont, desto weniger sollten Schwankungen ins Gewicht fallen – zumindest bei den großen Währungen wie Dollar, Euro oder Yen. Der einfachste Weg ist natürlich, im Euro-Raum zu bleiben. Aber damit bindet man sich an die Chancen und Risiken einer einzigen Region. Anlagen in einen anderen Währungsraum verhelfen zu einer besseren Streuung und mindern das Gesamtrisiko.

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