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Anlageempfehlung Populismus sorgt für Ruhe am europäischen Aktienmarkt

Die Europawahl könnte beruhigend auf die Aktienmärkte wirken: Denn populistische Strömungen bringen Stillstand und dürften eine Stagnation einleiten.
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Ken Fisher, Gründer und Chairman der US-Vermögensverwaltung Fisher Investments, schreibt regelmäßig im Handelsblatt. Quelle: privat
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Ken Fisher, Gründer und Chairman der US-Vermögensverwaltung Fisher Investments, schreibt regelmäßig im Handelsblatt.

(Foto: privat)

Im April habe ich die positiven Auswirkungen des politischen Stillstands in den USA auf den Aktienmarkt 2019 deutlich gemacht. Dieser Stillstand hat einen Zwilling: Die Wahlen im Mai zum Europaparlament dürften für eine vergleichbare Stagnation sorgen und damit das politische Risiko entschärfen.

Den europäischen Aktienmärkten kommt das zugute – der bislang längste globale Bullenmarkt der Geschichte geht in die Verlängerung. Seit dem Tiefststand vom 27. Dezember ist die Entwicklung der europäischen Aktien wieder besser als die der globalen Märkte. Der Stillstand in Europa dürfte eine überraschende politische Stabilität ergeben.

Seit 1979 gab es acht Europawahlen. In den sechs Monaten vor der Wahl stiegen die europäischen Aktien um durchschnittlich 3,5 Prozent – das ist wenig. Die Ängste vor den politischen Auswirkungen der Wahlen belasteten sie. Nach den Wahlen kam es zu Halbjahresgewinnen von durchschnittlich 8,0 Prozent.

Die Erwartungen sind skeptischer als das Ergebnis. Davon ist auch 2019 auszugehen. In ganz Europa haben die Populisten den Parteien der Mitte Wählerstimmen abgenommen. Das treibt die „Radikalismus“-Sorgen hoch, die die Instabilität schüren – eine Belastung für Aktien. Viele befürchten, dass die Populisten das Europäische Parlament durchdringen werden.

Populismus bringt jedoch eher eine Art Stillstand als eine radikale Politik. Da bildet die Europawahl keine Ausnahme. Stellen Sie sich die politische Ideologie als glockenförmige Kurve vor. Der historische Zentrismus formte die Wölbung in der Mitte. Durch den Populismus wird diese in Richtung der Ränder gedrückt, die Sitze verteilen sich auf ein breites Spektrum an Ideologien.

Zur Bildung von Koalitionen sind nun in den meisten Ländern mehrere Randparteien erforderlich; die deutsche Große Koalition der Mitte ist eine seltene Ausnahme. Parlamente, in denen die Sitzverteilung derart zum Rand hin „platt gedrückt“ ist, können keine umwälzenden Gesetze verabschieden, die der Wirtschaft schaden.

Aktuelle Umfragen zur Europawahl zeigen, dass die Populisten vermutlich nur wenige Sitze hinzugewinnen, aber eine genügende Anzahl, um für weiteren Stillstand zu sorgen. Der Populismus zwingt lediglich zur Bildung von Koalitionen aus unterschiedlichen Blöcken, die ständig aneinandergeraten und sich auf nur wenig einigen können.

Der Stillstand breitete sich von Italien auf fast ganz Europa aus und wird bald auch das Europäische Parlament erreichen. Wie in Amerika – und aus vergleichbaren Gründen – ermöglicht die Stabilität eines stillstehenden Systems den Unternehmen, auf ruhigeren Gewässern zu fahren. Das werden die Aktienmärkte einpreisen. Sie verlängern damit diesen Bullenmarkt – das gilt insbesondere für Europa.

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