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Anlageempfehlung Warum Börsen von politischem Stillstand profitieren

In 91 Prozent der Fälle steigen Aktienkurse im dritten Jahr einer US-Präsidentschaft. Die Passivität der Regierung bringt Anlegern hohe Renditen.
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Ken Fisher, Gründer und Chairman der US-Vermögensverwaltung Fisher Investments, schreibt regelmäßig im Handelsblatt. Quelle: privat
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Ken Fisher, Gründer und Chairman der US-Vermögensverwaltung Fisher Investments, schreibt regelmäßig im Handelsblatt.

(Foto: privat)

Die US-Aktienmärkte sind in der zweiten Hälfte einer Präsidentschaft angelangt, dem aus Anlegersicht schöneren Teil der Regierungszeit eines jeden Präsidenten. Sie bringt hohe Renditen und eine erstaunliche Konsistenz. Das dürften auch der Dax und der Stoxx Europe feiern. Verpassen Sie das nicht.

Was ist das Geheimnis? Der Stillstand. Aktien in Industrieländern verabscheuen aktive Regierungen. Große neue Gesetze sorgen für Gewinner und Verlierer und schüren Unsicherheit. Die Risikobereitschaft nimmt ab. Stillstand dagegen nimmt die Unsicherheit, wie wir in Deutschland gesehen haben.

Aktienanleger freuen sich über Regierungen, die wenig unternehmen. Der feste politische Kalender in den USA beweist es. Die „Midterm“-Wahlen, die im zweiten Amtsjahr eines Präsidenten stattfinden, verfestigen den Stillstand. Wie auch 2018 verliert die Partei des Präsidenten dabei regelmäßig Sitze.

Daher nehmen Präsidenten große Gesetzesvorhaben in den ersten beiden Jahren in Angriff, was die Unsicherheit schürt. In nur 58 Prozent der ersten und 62 Prozent der zweiten Jahre einer Präsidentschaft stiegen die US-Aktienkurse – im Schnitt um 10,5 und 8,6 Prozent. In der gesamten Historie stiegen die US-Aktien in 73 Prozent aller Kalenderjahre – um durchschnittlich 9,9 Prozent pro Jahr.

Grafik

Die Midterm-Wahlen fördern in den Jahren drei und vier einer Regierungszeit den Stillstand. Die Aktienkurse steigen in 91 Prozent aller dritten Jahre. Das letzte rückläufige Jahr? Ganze 0,9 Prozent Minus im Jahr 1939, als der Zweite Weltkrieg begann. Die Zuwächse dagegen betrugen durchschnittlich 17,8 Prozent.

Hohe Korrelation zwischen europäischen und US-Aktien

Im vierten Jahr geht es so weiter: Historisch stiegen die Aktien in 82 Prozent der Jahre – um durchschnittlich 11,1 Prozent. Auch für europäische Aktien ist das gut. Die Korrelation zwischen amerikanischen und europäischen Aktien beträgt 0,84 (1,0 bedeutet eine identische Bewegung).

Allerdings folgen die Jahre drei und vier unterschiedlichen Wegen. Jahr drei beginnt mit der Magie des politischen Stillstands, und die Aktien steigen früh. Das erklärt zum Teil die hohen Gewinne im ersten Quartal. Später im Jahr, wenn der Stillstand eingepreist ist, verlangsamt sich der Anstieg.

Dieser langsame Abschnitt reicht wegen der Unsicherheit um die kommende Präsidentschaftswahl normalerweise bis ins vierte Jahr. Sobald sich das Rennen von vielen Kandidaten auf zwei reduziert hat, sinkt die Unsicherheit und stärkt die zweite Hälfte des vierten Jahres.

Feiern Sie jetzt die Passivität des Jahres 2019, und bereiten Sie sich auf die zurückgehende Unsicherheit 2020 vor. Wahlkampf, Chaos um die Vorwahlen, Versammlungen, Debatten und das abschließende Rennen werden die Schlagzeilen bestimmen. Ignorieren Sie dieses Gerede. Je weniger Gesetze verabschiedet werden, desto mehr glänzen Aktien.

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