Anlageempfehlungen: Wettbewerbs- und Finanzmarktrecht: Worauf Financial Influencer achten müssen
Finfluencer geben Tipps zur Geldanlage auf Online-Plattformen wie YouTube, Facebook, Twitter, Instagram oder TikTok.
Foto: BloombergBerlin. Sie reden über spannende Kryptowerte, analysieren das Potenzial von Edelmetallen, schwärmen von interessanten Finanzprodukten und hohen Renditen – Financial Influencer oder kurz Finfluencer geben Tipps zur Geldanlage auf Online-Plattformen wie YouTube, Facebook, Twitter, Instagram oder TikTok.
Rechtsexperte Martin Soppe von der Kanzlei Osborne Clarke sagt: „Die Äußerungen und Empfehlungen kommen locker rüber und richten sich an eine junge Zielgruppe, die sich nicht zwingend in die Schalterhalle einer Bank verirrt.“ Anders als Influencer in Sachen Lifestyle, Kosmetik oder Reisen seien Finfluencer allerdings mit einer Materie befasst, für die zum Schutze der Verbraucher eine strenge Regulierung gelte.
„Nicht alle Finfluencer halten sich an die gesetzlichen Regelungen“, erklärt Soppe und verweist auf eine Untersuchung der niederländischen Finanzaufsicht AFM. Diese hatte 150 Finfluencer und ihre Postings in den Blick genommen. Fazit der Behörde: „Es gibt nur wenige Finfluencer, die neutral posten, und es mangelt oft an Transparenz.“
Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) warnt, wer Anlagetipps in sozialen Medien folge, dem drohten „Kapitaleinbußen bis hin zum Totalverlust“. Es kursierten dort nicht nur seriöse, sondern auch falsche Darstellungen.