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Anlageplattform Weltsparen und JustETF starten gemeinsame Anlageprodukte

Die Finanz-Start-ups Raisin – in Deutschland als Weltsparen bekannt – und JustETF machen gemeinsame Sache: Mit zehn verschiedenen Portfolios wollen sie ETF-Anleger erreichen.
1 Kommentar
Weltsparen und JustETF starten gemeinsame Anlageprodukte Quelle: gms
Investmentfonds

Die Portfolios von JustETF setzen sich aus börsengehandelten Indexfonds zusammen.

(Foto: gms)

Frankfurt Wenn Finanz-Start-ups miteinander kooperieren, fügt häufig ein Unternehmen das Produkt oder die Technologie des anderen in sein Angebot ein. Die neue Partnerschaft zwischen der Anlageplattform Raisin – in Deutschland besser bekannt unter der Marke Weltsparen – und dem Portal JustETF mündet nun dagegen in einem komplett neuen Produkt.

Wie das Handelsblatt von den beiden Unternehmen erfuhr startet die Kooperation an diesem Dienstag. Gemeinsam bieten sie zehn ETF-Portfolios an. Raisin bringt sein Wissen als Portfolioverwalter ein und JustETF seine Erfahrung beim Bereitstellen von Anlagestrategien – sowie die Reichweichte seiner Internetseite.

Wie der Name bereits vermuten lässt, setzen sich die neuen JustETF-Portfolios aus ETFs, also börsengehandelten Index-Fonds zusammen. Die zehn Varianten unterscheiden sich in ihrer Anleihen- und Aktienquote sowie ihren Anlageschwerpunkten. So gibt es zum Beispiel zwei Portfolios mit Fokus auf Nachhaltigkeit und zwei mit Fokus auf Dividenden-ETFs.

Im ersten Jahr sollen Anleger dafür eine Gebühr in Höhe von 0,33 Prozent der Anlagesumme zahlen, ab dem zweiten Jahr sollen es 0,43 Prozent sein. Hinzu kommen Fondskosten in Höhe von 0,11 bis 0,32 Prozent pro Jahr.

Angeboten werden die Portfolios über die Internetseite von JustETF. „Pro Monat verzeichnen wir 400.000 unterschiedliche Nutzer auf unserer Internetseite und fünf Millionen Seitenaufrufe“, sagte JustETF-Co-Gründer Dominique Riedl dem Handelsblatt. Bei Raisin sind es wohl deutlich weniger. Wer ein solches Portfolio abschließt, wird jedoch Kunde von Raisin und zahlt auch die Gebühren an dieses Fintech. JustETF erhalte für die Vermittlung der Kunden eine Provision, sagte Riedl.

In das Segment der digitalen Vermögensverwalter, auch Robo-Advisor genannt, wollen sich die Unternehmen mit ihren neuen Angebot jedoch nicht vorwagen. Raisin übernehme lediglich einmal im Jahr das sogenannte Rebalancing, stelle also die ursprünglich gewählte Aufteilung zwischen den ETFs wieder her, und kümmere sich um die Wiederanlage von Ausschüttungen, sagte Til Rochow, der bei Raisin für die Investment-Produkte verantwortlich ist, dem Handelsblatt. Auch etwaige Veränderungen in der Zusammensetzung der ETFs würden berücksichtigt.

Zielgruppe: Selbstentscheider

„Unsere Zielgruppe sind weiterhin Selbstentscheider, die bereits Erfahrung mit der Geldanlage am Kapitalmarkt haben“, sagte Rochow. Ziel sei es, den Kunden eine immer breitere Produktauswahl zu bieten. Die JustETF-Portfolios würden vorerst jedoch nicht über die Raisin-Website beworben.

JustETF bietet Anlegern bereits seit acht Jahren Musterportfolios sowie Tipps und Hilfestellung beim Zusammenstellen von ETF-Portfolios an. „Wir sind ein Portal für Do-it-yourself-Anleger“, so Riedl. „Mit dem neuen Angebot sprechen wir nun auch Kunden an, die ihr Portfolio nicht selbst durch einzelne Orders bei einem Broker zusammenstellen möchten.“

Raisin war Anfang 2013 als Vermittler von Fest- und Tagesgeldkonten gestartet. Die Idee: Banken in anderen EU-Staaten zahlen auf solche Konten häufig höhere Zinsen als deutsche Institute, doch für Sparer ist es schwierig, auf eigene Faust ein Konto in Ländern wie Portugal oder Lettland zu eröffnen. Weltsparen bringt Sparer und Banken über seine Internetplattform zusammen und hilft bei der Kontoeröffnung im Ausland.

Seit Frühjahr 2018 vermittelt das Unternehmen unter dem Namen „Weltinvest“ auch ETF-Portfolios, die mit Produkten des Fondsanbieters Vanguard bestückt werden. Auf dieser Expertise beruht nun die neue Kooperation. Insgesamt haben bereits 220.000 Kunden über die Plattform mehr als 17,5 Milliarden Euro angelegt.

Kooperationen hat das Berliner Fintech unter anderem schon mit der Smartphonebank N26, der Commerzbank und der spanischen Digitalbank Nomo Banking geschlossen. In diesem Sommer hatte es sein Angebot zudem durch den Kauf des Fintechs Fairr erweitert, das auf Altersvorsorgeprodukte spezialisiert ist. Dem gingen in diesem Jahr bereits der Kauf der kleinen Transaktionsbank MHB-Bank und eine Finanzierungsrunde voraus, bei der das Start-up 100 Millionen Euro von Investoren eingesammelt hat.

Mehr: Raisin-Gründer im Porträt: Der nächste Schachzug von Tamaz Georgadze.

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1 Kommentar zu "Anlageplattform: Weltsparen und JustETF starten gemeinsame Anlageprodukte"

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  • Da erfindet die Finanzwelt doch immer neue Produkte. Die Welt der ETF's wird immer undurchsichtiger und intransparenter. Da lobe ich mir doch ein persönliches Aktiendepot nach meiner Wahl. Die Kosten sind transparent und die Dividenden fließen auf mein Konto!
    Frei nach Kostolany: Wenn die sog. Fachleute jeden Tag zum arbeiten gehen müssen, dann zeigt dies, dass sie auch nicht klüger sind als der Anleger selbst. Sie kosten halt!