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Anlagestrategie An US-Aktien kommt kein Anleger vorbei

Die Top-Vermögensverwalter setzen jetzt auf Aktien mit langfristigen Wachstumsaussichten. Sie zeigen auch bei einer schwachen Konjunktur Stärke.
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Der Onlinehändler ist ein Gewinner der US-Steuerreform. Quelle: Bloomberg
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Der Onlinehändler ist ein Gewinner der US-Steuerreform.

(Foto: Bloomberg)

München Die Schlüsselfrage für 2019 formuliert Jörg Ludewig, Generalbevollmächtigter der Hamburger Sparkasse, so: „In welcher Spätphase der Konjunktur stehen wir?“ Klar sei, dass sich das weltweite Wachstum abschwäche.

Wie schnell das passiert, hänge auch davon ab, wie weit die Impulse der US-Steuerreform noch die US-Wirtschaft und damit den Rest der Welt stimulierten. Für Hans-Walter Peters, persönlich haftender Gesellschafter der Berenberg Bank, ist klar, dass „die Konjunktur weiter läuft“ – auch dank des massiven US-Konjunkturprogramms.

Das Umfeld bleibt aber rau: Dafür sorgten der Handelsstreit zwischen den USA und China mit einem nicht einzuschätzenden Akteur Donald Trump, der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU sowie die Unsicherheiten rund um den Brexit, zählt Ludewig auf. Dennoch dürften weder US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping noch Italien mit der EU den Konflikt eskalieren lassen, meint Peters.

Auch Holger Mai, Chef der Frankfurter Bankgesellschaft, zeigt sich „verhalten optimistisch“ und gewichtet Aktien über, solange Rezessionsindikatoren nicht ausschlagen: Das wären etwa eine inverse Zinsstrukturkurve oder deutlich schwächere Einkaufsmanagerindizes als aktuell, wie er sagt.

Gleichwohl sollten Anleger sich auf eine Trendwende vorbereiten und ihr Depot möglichst robust aufstellen, empfiehlt Roland Schubert, Chef der LGT Bank aus Liechtenstein.

Einige Vermögensverwalter kaufen jetzt Aktien nach. Vor allem gefallen ihnen Papiere aus Sparten mit langfristigen Wachstumsaussichten, die als eher wenig konjunkturanfällig gelten: Dazu gehören Titel aus den Sparten Technologie, Gesundheit, Nahrungsmittel, Konsum.

Peters mag europäische Tech-Firmen verschiedener Größe, auch Maschinenbauer und Immobilienfirmen. Viele aussichtsreiche Firmen nicht nur im Technologiesektor ließen sich in den USA finden, wo die Konjunktur noch besser laufe als in Europa, meint Joachim Häger, Vorstandsmitglied der Oddo BHF-Bank.

Der Anteil der US-Aktien wird größer

Daher nehmen die Vermögensverwalter einen gewichtigen Anteil US-Aktien in die Depots: US-Werte aus den Branchen Software, Dienstleistung oder Medizintechnik findet der Vermögensverwalter spannend.

Dennoch liegt der Anlageschwerpunkt der Vermögensverwalter bei Einzeltiteln meist in Europa. Stimmen müssten bei allen Aktien etwa die Qualität des Geschäftsmodells der Firma und die Kapitalausstattung, erklärt Häger. Auch in einem Umfeld disruptiven Wandels sollten Firmen Wettbewerbsvorteile haben.

In sein konzentriertes Kundenportfolio gelangten jeweils rund 30 Einzeltitel verschiedener Sektoren und Regionen, sagt er. In Europa finden die Oddo-Analysten aktuell Aktien in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, wo die Brexit-Debatte manche Aktien übertrieben drücke, und Schweden. Asien und Lateinamerika mischt Mai beispielsweise über ETFs und Fonds dazu.

Zu den Sektoren, die Oddo generell meidet, gehören Autobauer, Banken und Rohstoffanbieter. Geschäftsmodelle und Gewinnaussichten bei Banken bergen viel Unsicherheit, wie Häger sagt. Die Autobranche produziere zu viele schlechte Nachrichten. Und Rohstoffanbieter seien sehr abhängig von der Konjunktur und auch von politischen Rahmenbedingungen.

Mindestens die Hälfte ihres Vermögens wollten Vermögende sicher anlegen, sagt Ludewig. Um hier noch Rendite zu erzielen, sucht er Alternativen zu Bonds: Neben Immobilien als Einzelanlage oder -fonds investiert er Kundenvermögen in Versicherungspolicen, was nach Kosten zwei bis 2,5 Prozent Rendite einbringt.

Italien ist „nur was für Profis“

Einen Teil legt der Vermögensverwalter in US-Staatsanleihen an, wegen der flachen Renditestrukturen brächten bereits fünfjährige Papiere ordentliche Renditen von gut zwei Prozent. Um das Dollar-Risiko im Depot kommen Anleger nicht herum, wie Ludewig betont: Eine Absicherung fresse den Zinsvorteil gegenüber der Euro-Zone wieder auf, sagt er. Außerdem gehöre ein gewisser Währungsanteil zur Risikostreuung ins Depot.

Vereinzelt kauft er portugiesische und spanische Staatsanleihen. Italien sei wegen der hohen Schulden „nur etwas für Profis“, die sehr kurzfristig taktieren wollten. Mit Firmenanleihen erzielt die Frankfurter Bankgesellschaft aktuell eine Rendite von drei bis vier Prozent im Jahr, wie ihr Chef Mai sagt.

Um ein Depot zu stabilisieren, rät Schubert von der LGT dazu, alternative Investments beizumischen, „die eine geringe Korrelation zu Aktienmärkten aufweisen“ und für eine Streuung von Risiken sorgen. Auch Peters mag alternative Anlagen wie Private Equity, Immobilien, Infrastruktur, Kreditfonds, die im Gegensatz zu Anleihen „noch Rendite bringen“.

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