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Anlagestrategie Chinas Festlandsaktien sind im MSCI gelistet – wie Anleger davon profitieren können

Chinesische Festlandsaktien ziehen in die MSCI-Indizes ein. Auch deutsche Anleger können sich freuen. Staatliche Lenkung birgt aber auch Risiken.
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Chinas Festlandaktien werden künftig im MSCI-Index gelistet. Anleger können mit der Neuordnung Kasse machen. Quelle: AP
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Chinas Festlandaktien werden künftig im MSCI-Index gelistet. Anleger können mit der Neuordnung Kasse machen.

(Foto: AP)

FrankfurtAm 1. Juni hat eine neue Zeitrechnung an den internationalen Börsen begonnen. Chinas Festlandsaktien, die in Schanghai und Shenzen in der Landeswährung Yuan notieren – A-Aktien genannt – wurden in die MSCI-Aktienindizes aufgenommen. Damit werden in Zukunft gigantische Kapitalströme in Bewegung gesetzt.

Alleine 2018 werden rund 22 Milliarden Dollar in die entsprechenden Aktien fließen – und das, obwohl in einem ersten Schritt nur fünf Prozent der Marktkapitalisierung der chinesischen A-Aktien angerechnet werden, erläutert Chin Ping Chia, Experte bei MSCI für den asiatisch-pazifischen Raum.

Besonders relevant ist die Neugewichtung im Flaggschiff-Index MSCI Emerging Markets, dem Börsenbarometer für Schwellenländeraktien. Rund zwei Billionen Dollar Anlegergelder orientieren sich an diesem Maßstab, das entspricht rund 85 Prozent der Schwellenländerfonds, erklärt MSCI.

Jetzt werden 233 große A-Aktien aus China in den Index eingebaut, der dadurch in den kommenden Jahren ein neues Gesicht bekommt. „Die Aufnahme in den MSCI-Schwellenländerindex ist ein weiterer konkreter Schritt in Richtung Öffnung des chinesischen Aktienmarktes“, sagt Danny Dolan, Managing Director beim Vermögensverwalter China Post Global.

Deutsche Anleger können profitieren

Mit der Berücksichtigung von fünf Prozent der Marktkapitalisierung der A-Aktien bekommt das Reich der Mitte in diesem Jahr einen Anteil von 31,3 Prozent am MSCI Emerging Markets. Dabei sind auch beispielsweise H-Aktien berücksichtigt, also chinesische Unternehmen, die an der Hongkonger Börse in Hongkong-Dollar notieren. In Zukunft wird das Gewicht der A-Aktien sukzessive größer.

Deutsche Anleger können schon jetzt aus der Öffnung einen Nutzen ziehen. „Die chinesische Volkswirtschaft wächst nach wie vor rasant“, sagt Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte bei der Dekabank. Durch die Investition in dort tätige Unternehmen hätten Anleger die Chance, von diesen Wachstumsperspektiven zu profitieren.

Allerdings gebe es auch besondere Risiken, denn die Wirtschaft in China ist stark von staatlichen Einflüssen durchzogen. „Das kann für manche Unternehmen einen großen Vorteil, für andere aber auch einen großen Nachteil bedeuten“, ergänzt Schallmayer. Den Zugang zu A-Aktien bieten beispielsweise die Fonds Deka-Global Convergence Aktien CF oder DekaLux–Global Resources CF.

Volatiler Markt

Klar ist: Die Öffnung bietet nicht nur Chancen, sondern es erwachsen auch neue Risiken. Ed Wiltshire, Portfoliomanager Asia Pacific Equities bei Aviva Investors, warnt davor, dass China traditionell ein sehr volatiler Markt sei. „Er sollte vorsichtig angegangen, aber definitiv nicht ignoriert werden“, meint der Experte, dessen Anlagegesellschaft A-Aktien teilweise über den Aviva Investors Asia Pacific Equity Income Fund abdeckt.

Seine favorisierten Einzeltitel zeigen, dass man die speziellen Bedürfnisse der Menschen in der Region kennen muss. Inner Mongolia Yili Industrial etwa produziert Milch und Milchprodukte – was die wachsende Mittelschicht mit ihren Babys in China bedient. Zuletzt wurde der Kurs angeschoben von der Spekulation, dass die Zwei-Kind-Politik aufgehoben werden könnte. Oder die Midea Group, die Reiskocher herstellt und davon profitiert, dass es immer mehr Kleinfamilien gibt, die alle das Traditionsgericht zubereiten wollen.

Allerdings dürfte es für den Durchschnitts-Anleger aus Deutschland schwierig sein, aus der Distanz mit Einzelwerten dauerhaft gut zu fahren. Empfehlenswert seien aktiv gemanagte Fonds, erklärt William Russell, Aktienexperte bei Allianz Global Investors.

Sein Haus bietet einen Zugang zu den China-Titeln über den Fonds Allianz China A. Wichtig sei, dass man bei dieser Anlage einen langen Atem hat, denn die Kursschwankungen an den dortigen Börsen könnten erheblich sein. „Die größten Chancen sehe ich bei den Sektoren aus der ‚new economy‘, etwa dem Autonomen Fahren, Künstlicher Intelligenz und Fintechs. Hier werden die chinesischen Konzerne wahrscheinlich die weltweiten Marktführer von morgen.“

Trotz der Chancen von morgen darf man nicht die Fallstricke unterschätzen, die Investments in China mit sich bringen. Mit 86 Prozent der Marktkapitalisierung ist der Einfluss der Privatanleger sehr groß. „Es handelt sich hierbei um notorisch nervöse Aktienhändler“, weiß John Lin, Portfolio Manager China Equities beim Vermögensverwalter Alliance Bernstein. Chinesische Privatinvestoren reagierten oftmals auf Schlagzeilen und kurzfristige Entwicklungen, anstatt sich auf langfristige Trends zu fokussieren.

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