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Anlagestrategie Welche Aktien zu Wachstumswerten zählen

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Viele Wachstumsaktien sind sehr teuer geworden

Typische Wachstumswerte halten die Manager der Fonds für Wachstumswerte zwar immer noch. Im „Fidelitiy European Growth Fonds“ ist das zum Beispiel der nicht mehr junge Softwarekonzern SAP, im „Comgest Growth Word“ gehören der etablierte IT-Konzern Oracle und der Software-Pionier Microsoft dazu.

Aber es sind eben weniger Technologiewerte als früher. Das hängt auch damit zusammen, dass viele Wachstumsaktien sehr teuer geworden sind. Siddle hat aus diesem Grund zum Beispiel die Aktien des Softwareentwicklers Dassault Systems verkauft und die des spanischen Flug- und Reisebuchungs-IT-Dienstleisters Amadeus reduziert.

Auch Smerczak hat einen Teil der Aktien von Amadeus verkauft und sich von Titeln wie die des chinesischen Internetsuchmaschinenkonzerns Baidu und des taiwanesischen Halbleiterherstellers TSMC wegen zu hoher Bewertungen und eines sich verlangsamenden Gewinnwachstums getrennt.

Von Unternehmen wie Amazon oder dem Streamingdienst Netflix will Smerczak erst gar nichts wissen und hatte sie nie in seinem Portfolio: „Wir mögen die Geschäftsmodelle, aber die Aktien sind uns viel zu teuer.“

Amazon wird an der Börse mit dem 58-Fachen des für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinns bewertet, bei Netflix ist es das über 80-Fache. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien im „Comgest World Growth“ liegt bei 19,5, im „Fidelity European Growth“ sind es 12,4.

Dass eine Bewertung mit dem 80-Fachen des erwarteten Gewinns zu viel sein könnte, leuchtet ein. Dabei gilt: „Je höher die Unternehmen bewertet sind, desto größer ist die Gefahr eines Absturzes“, sagt Siddle. Es gibt zwar nur wenige Investoren, die einen massiven Rückgang an den Börsen erwarten. Doch die Risiken werden eher größer als kleiner.

Dazu gehört der Handelsstreit zwischen den USA und China, in dem US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping lediglich eine Pause vereinbart haben. Auch die Modalitäten der Briten für den Ausstieg aus der EU sind noch nicht geklärt, und das Wirtschaftswachstum geht global zurück.

Von daher gilt: Growth-Unternehmen nach klassischer Definition, also Unternehmen, die ihre Umsätze massiv steigern und deshalb Hoffnungen auf große Gewinne wecken, sind aufregend, aber eben sehr riskant. Gerade im aktuellen Umfeld mit steigenden Risiken sind Anleger mit Unternehmen, die wachsen, aber auch defensive Qualitäten haben, auf der sicheren Seite. Am Ende zählt nicht die Hoffnung, sondern der Gewinn.

Mehr: Sogenannte Substanzwerte sind so günstig zu haben wie nie zuvor. Sie standen lange im Schatten stark wachsender Firmen – nun hoffen Strategen auf eine Wende.

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