Anlegen 2017 – Aus Fehlern lernen Gute Vorsätze für die richtige Geldanlage

Der Jahreswechsel ist die Zeit für viele gute Absichten. Warum nicht auch ein paar gute Vorsätze für das Ersparte fassen? Es besser machen als 2016. Und die alten Fehler meiden. Ein Plädoyer für bessere Geldanlage.
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Auf Zetteln dieser Art sollte auch die vorbildliche Geldanlage ein nettes Plätzchen finden. Quelle: dpa
Ziele für das neue Jahr

Auf Zetteln dieser Art sollte auch die vorbildliche Geldanlage ein nettes Plätzchen finden.

(Foto: dpa)

DüsseldorfPünktlich zum neuen Jahr ist es wieder soweit: Die guten Vorsätze haben Hochkonjunktur. Gesündere Ernährung, mehr Sport, weniger Arbeit, mehr Zeit für die Familie – das sind wohl die Klassiker. Doch ein Thema wird dabei meistens ausgespart: die privaten Finanzen. Dabei könnte das Ersparte ein wenig Fürsorge und ein paar gute Vorsätze gebrauchen. Auch wenn die Deutschen immer reicher werden.

Unser Vermögen beläuft sich nach Angaben der Bundesbank auf mehr als 5,3 Billionen Euro. „Die Deutschen sind in der Tat fleißige Sparer, aber kein anderes Volk unter den Industrieländern legt sein Geld unproduktiver an“, sagt Gottfried Heller, Senior Partner bei der Fiduka-Depotverwaltung in München. „Die langfristigen Ersparnisse stecken einseitig in Zinsanlagen – in Sparbüchern, Termingeldern, Anleihen oder Kapitallebensversicherungen.“ Das sei der größte Fehler der Deutschen bei der Geldanlage. Und das Jahr für Jahr, nicht nur in 2016.

Das ändert sich im neuen Jahr
Spendenbescheinigung
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Spenden an kirchliche, mildtätige oder gemeinnützige Organisationen können steuerlich geltend gemacht werden. Für Spenden, die ab 1. Januar 2017 gezahlt werden, braucht der Nachweis laut Steuerzahlerbund nicht mehr der Einkommensteuererklärung beigefügt zu werden. Die Bescheinigungen müssten dem Finanzamt nur noch auf Anforderung vorgelegt werden. Daher müsse der Steuerzahler die Bescheinigungen mindestens ein Jahr lang nach Erhalt des Steuerbescheids aufbewahren.

Steuererklärung
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Wird beim monatlichen Lohnsteuerabzug ein Freibetrag berücksichtigt, besteht grundsätzlich die Pflicht, eine Einkommensteuererklärung abzugeben – außer, wenn der Steuerzahler nur geringe Einkünfte hat. Beträgt der 2017 erzielte Arbeitslohn laut Steuerzahlerbund maximal 11.200 Euro, müsse keine Einkommensteuererklärung abgegeben werden.

Fotobücher
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Für Fotobücher fällt ab 2017 ein Umsatzsteuersatz von 19 statt sieben Prozent an.

E-Autos
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Das kostenlose oder verbilligte Aufladen eines Elektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers ist nach Angaben des Steuerzahlerbundes ab 1. Januar 2017 steuerfrei. Die Regelung gelte für reine Elektrofahrzeuge, Hybridfahrzeuge und zugelassene Elektrofahrräder. Die Begünstigung sei bis Ende 2020 befristet.

Umzugspauschalen
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Die Umzugskosten für einen beruflich bedingten Umzug gelten vor dem Fiskus als Werbungskosten – die steuerlich absetzbaren Pauschbeträge werden zum 1. Februar 2017 erhöht. Der Pauschbetrag für Umzüge, die bis Ende Januar 2017 abgeschlossen werden, beträgt nach Angaben des Steuerzahlerbundes für Ledige 746 und für Verheiratete 1.493 Euro – für spätere Umzüge aber 764 und 1.528 Euro. Für jede weitere im Haushalt lebende Person steigt die Pauschale zum Februar von 329 auf 337 Euro. Kommt ein Kind in der neuen Schule nicht mit und wird daher Nachhilfeunterricht erforderlich, können diese Kosten bislang bis maximal 1.882 Euro abgesetzt werden, ab Februar dann bis 1.926 Euro.

Kassensysteme
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Unternehmer sollten nach Angaben des Steuerzahlerbundes ab 2017 nur noch elektronische Ladenkassen einsetzen, die Einzeldaten speichern können und einen Datenexport ermöglichen. Denn am 31. Dezember 2016 läuft die aus dem Jahr 2010 stammende Übergangsregel für diese Kassenmodelle aus. Werden die alten Kassen weiter eingesetzt, bestehe ab dem Jahr 2017 die Gefahr, dass die Finanzverwaltung höhere Umsätze schätze.

Lebensversicherungen
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Neukunden klassischer Lebensversicherungen müssen sich vom kommenden Jahr an auf einen weiteren Rückgang der garantierten Verzinsung einstellen. Der sogenannte Garantiezins sinkt zum 1. Januar 2017 für neu abgeschlossene Verträge auf 0,9 Prozent – von aktuell noch 1,25 Prozent.

Genau diesen Fehler – Stichwort gute Vorsätze – gilt es künftig zu verhindern. Eine intelligentere und renditestärkere, aber zugegebenermaßen auch etwas riskantere Geldanlage muss her. Dazu gehören neben Zinsanlagen eben auch Aktien. „Da mit Zinsen real nichts zu verdienen ist und die Zinswende als Menetekel über dem Kapitalmarkt schwebt, ist in diesem Bereich Zurückhaltung geboten“, sagt Fondsmanager Christoph Bruns. Bei Immobilien komme es immer auf das Einzelobjekt an, der Gesamtmarkt sehe aber bereits sehr teuer aus, wie aus dem geringen Mietzins ersichtlich sei. „Rohstoffe sind nur eine Anlagegattung für Spekulanten, so dass nur Aktien als sinnvolle Anlagekategorie übrig bleiben“, ist der Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys überzeugt. Das überrascht natürlich wenig, denn Bruns ist Aktienfondsmanager.

Doch Aktien sind, das hat sogar die Bundesbank vor einigen Monaten höchstamtlich bestätigt, langfristig die renditestärkste Anlageklasse überhaupt – allen Schwankungen zum Trotz. Und von denen gab es 2016 bekanntlich wieder reichlich. Doch obwohl der Dax – China sei Dank – den schwächsten Jahresauftakt seiner Geschichte hinlegte und mal eben mehr als 20 Prozent an Wert einbüßte, obwohl das „Ja“ der Briten zum Brexit die Kurse taumeln ließ und obwohl Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, können Aktionäre auf ein relativ gutes Jahr zurückblicken. Der Dax schaffte immerhin noch ein Jahresplus von gut sieben Prozent, der amerikanische Dow Jones legte sogar fast 15 Prozent zu und markierte ein neues Allzeithoch. Solche Renditen waren mit Zinsprodukten nicht zu holen.

Eine Garantie, dass auch 2017 ein Aktienjahr wird, gibt es natürlich nicht. „Niemand weiß, welche Anlageklasse sich wie gut entwickeln wird“, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Die Geschichte lehrt uns, dass keine einzelne Geldanlage wirklich ganz sicher ist. Deshalb raten wir, das Geld auf verschiedene Anlageklassen zu streuen.“

Der Experte zählt die Vorteile einer solchen Risikostreuung auf: Mal würden die Aktienmärkte prima laufen, mal gebe es eine Durststrecke. Dann sei es gut, solide Zinserträge aus sicheren Geldanlagen zu haben. Die Finanzkrise habe auch eindrucksvoll gezeigt, dass Gold eine gute Absicherung sei, wenn Staaten nahe einer Pleite seien oder das Finanzsystem zu kollabieren drohe.

„Wer Zinspapiere, Aktien, Gold und Immobilien hat, ist langfristig auf der sicheren Seite“, so Nauhauser. Dabei sollten Anleger aber unbedingt auf die Kosten achten. „Eine solide weltweite Risikostreuung in Aktien und Renten ist schon mit ein paar wenigen ETFs zu haben“, sagt der Verbraucherschützer. ETFs sind börsennotierte Indexfonds, die einen Aktien- oder Anleiheindex eins zu eins abbilden. „Dafür muss man nicht viel mehr als 0,3 Prozent pro Jahr bezahlen“, so Nauhauser. „Im heutigen Nullzinsniveau kann man mit einer Kostenminimierung die Rendite zum Teil deutlich steigern.“

So funktioniert es mit den guten Vorsätzen
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1 Kommentar zu "Anlegen 2017 – Teil 11 – Aus Fehlern lernen: Gute Vorsätze für die richtige Geldanlage"

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  • "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen" meint der Theaterdirektor in Goethes Faust. Aber man muß das Viele auch einmal kritisch hinterfragen.

    Von herausragender Bedeutung: " Bei Angeboten, die man nicht versteht, kann man leicht übersehen, falsch einschätzen oder einem Betrug aufsitzen", so der BVI. Wie ist dieser Satz zu verstehen? Ich interpretiere ihn dahingehend, dass man sich nur dann für eine bestimmte Form der Geldanlage entscheiden kann, wenn man etwas von ihr versteht. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Niemand käme auf die Idee, als Opernsänger aufzutreten oder eigenhändig ein Haus zu bauen, wenn er keine Ahnung davon hat.

    Wer sich an die Minimalforderung "etwas verstehen von der eigenen Geldanlage hält, muß gute Tipps von Außenstehenden entweder gründlich prüfen oder in den Wind schlagen. Das gilt auch für den altväterlichen Rat, aus Gründen der Streuung Aktien, Zinspapiere, Gold und Immobilien im Depot zu haben. Es dürfte kaum jemand geben, der sich in allen 4 genannten Anlageklassen wirklich auskennt. Und wollte man diesen Rat tatsächlich verwirklichen, müßte man zur Zeit auch in die riesige Blase bei Anleihen investieren.

    Meine letzten Worte gelten der Werbung für Aktienanlagen. Sie muß endlich ehrlich werden und unmißverständlich sagen, dass die Wertschwankungen eines Aktienvermögens riesig sind und man nur einen Teil seines Gesamtvermögens in Aktien anlegen kann. Diesen Grundtatbestand einfach auszublenden, ist unverantwortlich.

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