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Anlegen 2018 – Teil 14 Öl Was 2018 den Ölpreis bestimmt

Verbraucher mussten 2017 stark steigende Ölpreise hinnehmen. Hoffnung, dass sich dieser Trend wieder dreht, gibt es im neuen Jahr kaum. Der Grund: Das Ölkartell Opec findet Gefallen an seinen Markteingriffen.
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Die Organisation erdölexportierender Staaten kürzt gemeinsam mit zehn weiteren Nationen, darunter dem weltgrößten Ölproduzenten der Welt, Russland, auch 2018 weiter seine Produktion. Quelle: dpa
Ölförderung in Russland

Die Organisation erdölexportierender Staaten kürzt gemeinsam mit zehn weiteren Nationen, darunter dem weltgrößten Ölproduzenten der Welt, Russland, auch 2018 weiter seine Produktion.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Start ins neue Jahr hätte am Ölmarkt kaum ruppiger verlaufen können. Die Proteste im Iran treibt die Ölinvestoren um. Sie fürchten Produktionsausfälle und Angebotsengpässe. Das lässt den Ölpreis nach den ohnehin schon großen Preissprüngen im vergangenen Jahr noch weiter steigen. Ein Barrel (159 Liter) kostet nun 68 Dollar, so viel wie seit bald drei Jahren nicht.

Der kurzfristige Preisanstieg trifft auf einen Trend. Schon Ende November auf ihrer jüngsten Sitzung waren die Vertreter der in der Opec organisierten Ölstaaten so zufrieden wie lange nicht: Der saudi-arabische Ölminister Khalid Al-Falih und sein russisches Pendant Alexander Nowak versicherten sich ihrer guten Zusammenarbeit – sie seien „Schulter an Schulter vereint“. Der iranische Ölminister Bijan Namdar Zangeneh gab darüber hinaus zu Protokoll, dass eigentlich alle zufrieden mit den aktuellen Preisen seien. Warum auch nicht: 2017 war das Jahr mit den stärksten Ölpreissteigerungen seit 2011. Um fast 20 Prozent hat sich der Rohstoff im vergangenen Jahr verteuert.

Kein Wunder also, dass es praktisch keine Widerrede gab, als die Verlängerung der Förderkürzung bis Ende 2018 von der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) beschlossen wurde. Wird das neue Jahr am Ölmarkt also eine langweilige Wiederholung von 2017, geprägt von Förderkürzungen des Kartells und steigenden Preisen?

Ganz so einfach ist es nicht: Vier wichtige Trends werden 2018 die weitere Entwicklung des Ölpreises bestimmen.

1. Das Ende der Förderkürzungen

Das Ölkartell Opec und seine Kürzungspolitik im Verein mit zehn weiteren Nationen, darunter Russland, werden auch in diesem Jahr ganz klar im Fokus der Ölpreis-Analysten stehen. Seit Anfang 2016 entzieht das Kartell dem Markt 1,8 Millionen Barrel (à 159 Liter) Öl pro Tag, um so das Überangebot abzubauen und die zuvor prall gefüllten Lagerbestände auf einen Fünf-Jahres-Schnitt zu senken.

Zweifelten zu Beginn zahlreiche Kritiker am Durchhaltevermögen der Förderstaaten, wurden sie von der Kürzungsallianz überrascht: Die Opec und ihre zehn Partner bleiben standfest und wollen bis Ende des Jahres an der Kürzung festhalten. Die Folgen sind am Ölmarkt spürbar, die Preise steigen – kein Wunder, schließlich stecken hinter der Allianz 24 Staaten, die knapp die Hälfte der weltweiten Ölförderung auf sich vereinen.

Diese Männer wollen den Ölpreis bestimmen
Treffen der Opec
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Treffen der Opec in Istanbul. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) würden die Fördermenge gerne begrenzen. Im September 2016 hatte das Ölkartell auch einen entsprechenden Plan verkündet. Passiert ist seitdem aber wenig. Die Skepsis wächst, dass es überhaupt zu einem Abkommen kommt. Diese Männer ringen um eine Einigung.

(Foto: AFP)
Saudi-Arabien
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Khalid al-Falih ist seit Mai 2016 Ölminister von Saudi-Arabien – und damit ein mächtiger Mann. Sein Land ist der wichtigste Akteur im Ölgeschäft. Doch auch den Scheichs macht der niedrige Ölpreis zu schaffen.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 158 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 266 Milliarden Barrel

(Foto: Reuters)
Venezuela
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Der venezolanische Öl- und Bergbauminiser Eulogio del Pino. Vor einigen Jahren überholte Venezuela Saudi-Arabien, was die größten Öl-Reserven der Welt angeht.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 36 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 301 Milliarden Barrel

Die folgenden Teilnehmer des OPEC-Treffens sind nach den Öl-Reserven ihrer Heimatländer sortiert. Quelle: OPEC

(Foto: AFP)
Iran
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Der iranische Öl-Minister Bijan Namdar Zanganeh. Im Handelsblatt-Interview hatte er schon früh die Position seines Landes deutlich gemacht, sobald die Sanktionen gegen das Land aufgehoben sind: „Wir wollen schrankenlos Öl und Gas exportieren“

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 27 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 158 Milliarden Barrel

(Foto: Reuters)
Irak
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Adil Abd Al-Mahdi war bis 2016 irakische Ölminister. Auf ihn folgte Jabbar Ali Hussein Al-Luiebi.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 54 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 143 Milliarden Barrel

(Foto: dpa)
Kuwait
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Der Finanz- und Ölminister Kuwaits: Anas Khaled Al-Saleh.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 49 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 101 Milliarden Barrel

(Foto: AP)
Vereinige Arabische Emirate
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Der Energie- und Industrieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Mohamed Al-Mazrouei.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 52 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 98 Milliarden Barrel

(Foto: dpa)

Auch die Internationale Energieagentur (IEA), die einst als Gegenstück zur Interessengruppe der Ölförderstaaten gegründet wurde, erkennt die Entschlossenheit an. Bis November 2017 hätte die Opec-Staaten ihre verabredeten Markteingriffe zu 91 Prozent umgesetzt. Im November hätten sie die selbstgesteckten Ziele sogar mit 115 Prozent übererfüllt. Die Lagerbestände der OECD lägen bei 2.940 Millionen Barrel nur noch 111 Millionen Barrel über dem von der Kürzungsallianz angepeilten Fünf-Jahres-Durchschnitt; zu Jahresbeginn betrug der Überschuss noch 340 Millionen Barrel. Jan Edelmann, Öl-Analyst der HSH-Nordbank, geht sogar noch weiter: Angesichts der gestiegenen Nachfrage in den Opec-Ländern sei das Kürzungsziel jetzt schon fast erreicht. Das Kartell ist also auf Kurs.

Nach Berechnungen von Goldman Sachs könnten die Kürzungen schon zur Hälfte des Jahres auslaufen – schlicht und ergreifend, weil die Allianz dann ihr Ziel erreicht haben dürfte.

Spätesten dann dürfte es Diskussionen in der Kürzungsallianz über die Frage geben, wie man aus der bisherigen Politik aussteigen sollte, wer seine Förderung wie stark erhöhen darf. Jan Edelmann rechnet damit, dass das Kartell und seine Mitstreiter ihre Produktion bis Jahresende schon wieder um 450.000 Barrel pro Tag erhöhen werden – was knapp einem Viertel der Kürzungsmaßnahmen entspräche. „Diese Prognose beruht in erster Linie auf der Annahme, dass die Opec zunächst die OECD-Öllagerbestände vollständig auf das Normalniveau zurückführen will und im Anschluss die Vorräte auf normalisierten Niveaus konstant zu halten versucht.“

Mit drastischen Preisbewegungen rechnet Edelmann daher nicht. Im Gegenteil: Im Jahresdurchschnitt werde ein Barrel der Nordseesorte Brent 60 Dollar kosten. Das wären sieben Dollar weniger als im Moment. Das heißt: Auch 2018 reißt das Ölkartell nicht die absolute Marktmacht an sich. Diese muss sich die Opec mit einem weiteren bedeutenden Player am Markt teilen: den Schieferölproduzenten.

Mehr Schieferöl, aber keine unkontrollierte Marktflutung

Die zehn größten Öl-Deals der Welt
Platz 10: Exxon/Bass Family - 5,6 Milliarden Dollar
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Einer der größten Öl-Deals der Welt wurde zwischen dem Ölmulti ExxonMobil und einer der reichsten Familien der USA geschlossen. Die Brüder Sid, Edward, Robert and Lee Bass kommen laut Forbes auf ein Vermögen von 8,2 Milliarden Dollar. Der Verkauf von Vermögenswerten an Exxon brachte ihnen im Januar 2017 einen Milliardenbetrag ein.

(Foto: Reuters)
Platz 9: Rosneft/Russischer Staat - 6,1 Milliarden Dollar
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Mit Gerhard Schröder hat der russische Staatskonzern Rosneft einen deutschen Bundeskanzler als Aufsichtsrat. Mit dem russischen Staat ist das Unternehmen eng verwoben. Rosneft gilt als kremltreues Unternehmen, Russland ist mit 50 Prozent plus einer Aktie der Mehrheitsaktionär. Ein Aktienrückkauf über 6,1 Milliarden Euro gehört zu den zehn größten Öldeals der Welt.

(Foto: Reuters)
Platz 8: Total/Maersk - 7,5 Milliarden Dollar
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Mit diesem Deal wurde der französische Energieriese Total zum zweitgrößten Player in der Nordsee: Im August 2017 übernahm Total die Ölsparte der dänischen Containerreederei Moeller-Marsk. Der Wert der Transaktion lag bei 7,5 Milliarden Dollar - es ist der achtgrößte Öl-Deal weltweit.

(Foto: Reuters)
Platz 7: EQT Corporation/Rice Energy - 8,1 Milliarden Dollar
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Die Übernahme des amerikanischen Energieunternehmens Rice Energy hat sich der US-Erdgasförderer EQT Corporation einiges kosten lassen: 8,1 Milliarden Euro zahlten die Amerikaner Mitte 2017 für den Konkurrenten. Mit dem Zukauf erhofft sich EQT, seine Förderkapazitäten auf den Erdgasfeldern auszubauen.

(Foto: dpa)
Platz 6: Canadian Natural Resources/Shell - 8,5 Milliarden Dollar
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Das kanadische Energieunternehmen Canadian Natural Resources ist einer der größten staatsunabhängigen Ölforderer weltweit. Im März 2017 übernahmen die Kanadier Anlagen im Wert von 8,5 Milliarden Dollar von Shell.

(Foto: Reuters)
Platz 5: Repsol/Talisman Energy - 13 Milliarden Dollar
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Mit diesem Deal stieg das spanische Unternehmen Repsol in die Gruppe der 15 größten privaten Mineralölkonzerne weltweit auf: Repsol kaufte seinen kanadischen Gegenspieler Talisman Energy für 13 Milliarden Dollar. Damit konnte Repsol seine Präsenz auf dem nordamerikanischen Markt verstärken.

(Foto: AFP)
Platz 4: Cenovus Energy/Conoco Phillips - 13,3 Milliarden Dollar
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Dieser milliardenschwere Öl-Deal kam eigentlich nur zustande, weil Schulden abgebaut werden mussten. Anfang des Jahres 2017 übergab der US-Ölkonzern Conoco Philipps einen Großteil seines Öl- und Gasgeschäfts in Kanada für 13,3 Milliarden Dollar an den kanadischen Energieproduzenten Cenovus Energy. Cenovus konnte mit diesem Deal seine Tagesfördermenge verdoppeln.

(Foto: Reuters)

2. Amerikanisches Schieferöl: Qualität statt Quantität

So sehr sich die Öl-Allianz Opec über die Effekte ihrer Förderkürzung freuen kann: Die Konkurrenz durch die Schieferölförderer in den USA wird sie nicht mehr los. Allein 2017 haben diese 900.000 Barrel pro Tag mehr gefördert als im Vorjahr und so die US-Ölproduktion auf zuletzt 9,8 Millionen Barrel Öl pro Tag angehoben. Im kommenden Jahr könnte es zu ähnlichen Steigerung kommen. Die USA könnten dann mehr als zehn Millionen Barrel Schieferöl pro Tag fördern und Saudi-Arabien als zweitgrößtes Ölförderland überholen. Die Analysefirma IHS Markit schätzt, dass die Amerikaner Ende dieses Jahres bis zu 10,5 Millionen Barrel Öl pro Tag pumpen könnten – so viel wie nie zuvor.

Damit noch nicht genug: In seinem aktuellem Energieausblick krönt IEA-Chef Fatih Birol die US-Amerikaner zum „unangefochtenen Öl- und Gas-Anführer in den kommenden Jahrzehnten“. Ein derart rasantes Produktionswachstum sei noch nie dagewesen. Selbst der bis heute größte Ölfund, das Ghawar-Feld in Saudi-Arabien, sei nicht vergleichbar. Und schon im kommenden Jahr könnten abermals Millionen neuer US-Barrels den Ölmarkt fluten.

Kein Wunder also, dass Mohammed Barkindo, der Generalsekretär der Opec, im Oktober vergangenen Jahres eindringlich an die „Freunde in den nordamerikanischen Schieferölbecken“ appellierte, sich ihrer Verantwortung für den globalen Ölmarkt bewusst zu werden.

Für ihn und seine Opec-Kollegen gibt es immerhin eine tröstliche Botschaft: Statt auf Masse werden die Schieferölförderer 2018 zunehmend auf Qualität setzen. „Die Geschäftsführer und Management-Teams werden zunehmend zur Rechenschaft gezogen, mehr positiven Cashflow zu generieren, statt die Produktion immer weiter zu erhöhen. Das gilt auch bei Preisen jenseits von 60 Dollar je Barrel“, erklärt Chris Midgley, Chef der Analyse-Abteilung bei S&P Global Platts in seinem Ausblick.

Es wird einerseits also erneut deutlich mehr Öl in den USA gefördert werden, wohl aber nicht so viel, dass die Ölpreise erneut kollabieren. Das würde letztlich auch den Amerikanern schaden. Als der Ölpreis zwischen 2014 und Anfang 2016 von über 110 auf zeitweise unter 30 Dollar stürzte, gingen Dutzende US-Förderer pleite.

Die 2018 wieder steigende Ölförderung in den USA, aber auch bei der Opec und ihren Verbündeten lässt Analysten bei ihren Preisprognosen vorsichtig bleiben. Zu den größten Skeptikern gehört die Citigroup, die im Lauf des Jahres und auch 2019 erneut ein Überangebot am Markt voraussieht.

Steigende Nachfrage trifft auf Angst vor Angebotsengpässen

Die zehn ölhungrigsten Länder der Welt
Platz 10: Kanada
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Auf dem letzten Platz der weltweit zehn größten Ölnachfrager liegt Kanada mit 2,4 Millionen Barrel Öl pro Tag in 2016. In den folgenden Jahren wird mit einer sinkenden Nachfrage gerechnet. Für 2022 liegt diese nur noch bei 2,3 Millionen Barrel Öl pro Tag.

Quelle: „Oil 2017“-Bericht der Internationalen Energie-Agentur.

(Foto: dpa)
Platz 9: Südkorea
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Südkorea fragte im Jahr 2016 2,6 Millionen Barrel Öl pro Tag nach. Damit landet das Land auf Platz 9 der weltweit größten Ölnachfrager. In den Folgejahren steigt die Nachfrage laut der Voraussage der Internationalen Energie-Agentur auf 2,7 Millionen Barrel Öl.

(Foto: dpa)
Platz 8: Saudi-Arabien
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Saudi-Arabien, das selbst große Mengen des Schwarzen Goldes fördert, liegt mit 3,2 Millionen Barrel Öl pro Tag auf dem achten Platz der weltweiten Ölnachfrager. Das könnte sich in Zukunft ändern, denn bis 2022 wird die Nachfrage auf 3,4 Millionen Barrel geschätzt.

(Foto: dpa)
Platz 7: Brasilien
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Brasilien liegt mit einer Erdölnachfrage von 3,1 Millionen Barrel pro Tag auf dem siebten Platz. Doch auch hier ist mit einer höheren Nachfrage in den Folgejahren zu rechnen: 2022 liegt die geschätzte Nachfrage schon bei 3,3 Millionen Barrel Öl.

(Foto: dpa)
Platz 6: Russland
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Russland liegt im Jahr 2016 noch auf Platz 6 der größten Erdölnachfrager mit durchschnittlich 3,6 Millionen Barrel Öl pro Tag. 2017 erhöht sich die Nachfrage, sodass Russland mit durchschnittlich 3,7 Millionen Barrel Erdöl pro Tag den sechsten Platz verteidigt.

(Foto: dpa)
Platz 5: Indien
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Indien fragt in den nächsten Jahren immer mehr Öl nach. 2016 liegt die Nachfrage noch bei 4,3 Millionen Barrel Öl pro Tag, 2017 werden schon 4,5 Millionen Barrel nachgefragt und 2022 noch mal mehr – 5,9 Millionen Barrel.

(Foto: dpa)
Platz 4: Japan
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Bei einer Nachfrage von 4,0 Millionen Barrel Öl pro Tag liegt Japan auf dem vierten Platz. Die Nachfrage sinkt im Jahr 2017 voraussichtlich auf 3,9 Millionen Barrel und bis 2022 auf 3,6 Millionen Barrrel Öl pro Tag.

(Foto: dpa)

3. Nachfrage

Eine bedeutende Größe, auf die sowohl die US-Schieferölproduzenten als auch die Förderkürzungsallianz um die Opec nur mittelbar Einfluss haben, ist die globale Nachfrage. Bislang gibt es hier aus Sicht der Ölmultis keinen Grund zur Sorge: Die Weltwirtschaft wird wohl auch 2018 weiter stark wachsen, um 3,7 Prozent, schätzt der Internationale Währungsfonds.

Das sind gute Nachrichten für Ölproduzenten. Denn eine Weltwirtschaft, die wächst, braucht mehr Öl. Edelmann von der HSH-Nordbank rechnet damit, dass die Nachfrage in diesem Jahr um 1,6 Millionen Barrel steigt. Für einen Preissturz könnte allenfalls ein globaler Wirtschaftseinbruch sorgen.

Der Hype um Elektroautos dürfte hingegen auch im kommenden Jahr noch keine Rolle für die Ölproduzenten spielen. Wie schwierig es ist, diese massenhaft und zu erschwinglichen Preisen zu produzieren, zeigt sich beim Elektroauto-Vorreiter Tesla. Dessen Chef, Elon Musk, versprach bereits für 2017, die Produktion seines ersten Massenmodells („Model 3“) auf 5.000 Stück pro Woche hochzufahren. Das käme einem Durchbruch gleich angesichts nach wie vor geringer E-Auto-Absätze. Doch es gibt Probleme: Im vergangenen Quartal liefen nur 1.550 „Model 3“ vom Band. 5.000 Stück pro Woche wird es wohl erst zur Jahreshälfte geben, räumte Musk nun ein. Frühestens.

Bis die Kosten für Elektroautos zu denen mit Verbrennungsmotor aufschließen, könnte es noch bis Mitte der 2020er-Jahre dauern, schätzen Experten. Frühestens dann müssen sich die Ölproduzenten akute Sorgen um sinkende Nachfrage aus dem Automobilbereich machen.

Geopolitische Risiken kehren zurück

4. Die Rückkehr der geopolitischen Risiken

Viel eher könnten da schon geopolitische Risiken 2018 den Ölpreis beeinflussen – und zwar zu Ungunsten der Verbraucher. Wie das aussehen kann, zeigt der Jahresbeginn: Die jüngsten Aufstände in Iran haben bei Ölinvestoren die Furcht vor Einschränkungen des Ölangebots geschürt. Kein Wunder: Mit 3,8 Millionen Barrel pro Tag produziert das Land knapp vier Prozent des weltweiten Angebots. Iran ist der drittgrößte Förderstaat der Opec.

Ein Barrel der Nordseesorte Brent hat sich seit Ausbruch der Proteste um mehr als einen Dollar auf 68 Dollar verteuert. Dabei gibt es bislang keine Beeinträchtigungen der Ölproduktion oder gar Beschädigungen der Ölinfrastruktur. Es sei ohnehin unwahrscheinlich, dass die Förderung eingeschränkt würde, schätzen Experten. Schließlich sei es im Interesse aller – der aktuellen Regierung wie der Demonstranten –, dass Iran weiter Öl fördert und verkauft, sagt Spencer Welch, Ölstratege vom Analyseunternehmen IHS Markit. „Dennoch: Geopolitische Spannungen sorgen derzeit für einen Aufschlag von fünf bis zehn Dollar gegenüber dem Ölpreis, der fundamental gerechtfertigt wäre.“

Nachdem die Geopolitik in den vergangenen Jahren am Ölmarkt kaum eine Rolle gespielt habe, sei dies nun anders: Nicht nur in Iran, sondern auch im Nordirak, in Libyen, Nigeria und Venezuela mache sich ihr Einfluss bemerkbar. Auch die zunehmenden Spannungen zwischen den beiden Ölmächten Saudi-Arabien und Iran, die sich im vergangenen Jahr nicht zuletzt im Konflikt um die Katar-Blockade offenbarten, bereiten Beobachtern Kopfzerbrechen.

Der Start ins Jahr 2018 zeigt, dass die Wogen auf dem Ölmarkt wohl eher noch höher schlagen könnten, als sich alsbald zu glätten. Die Geopolitik ist ein unberechenbarer Faktor, der den Ölpreis in diesem Jahr trotz aller Stabilitätsvorzeichen nach oben treiben könnte.

Anlegen 2018 – Alle Teile der Serie

Zum Jahreswechsel hat die Handelsblatt-Redaktion einen Ein- und Ausblick zu verschiedenen Anlageklassen und Geldanlagemöglichkeiten gegeben. Die Serie besteht aus 14 Teilen und lief vom 21. Dezember bis 4. Januar 2018.

Teil 1 (21.12.): Aktien Deutschland

Teil 2 (22.12.): Wohnimmobilien

Teil 3 (23.12.): Unternehmens- und Staatsanleihen: Industrieländer

Teil 4 (24.12.): Aktien Europa

Teil 5 (25.12.): Aktien Emerging Markets

Teil 6 (26.12.): Unternehmens- und Staatsanleihen: Schwellenländer

Teil 7 (27.12.): Aktien Skandinavien

Teil 8 (28.12.): Gold

Teil 9 (29.12.): Devisen

Teil 10 (30.12.): Aktien USA

Teil 11 (31.12.): Der beste Markt der Welt

Teil 12 (01.01.): Die Fehler des Jahres 2017

Teil 13 (03.01.): Leser-Erwartungen 2018

Teil 14 (04.01.): Ölpreis

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6 Kommentare zu "Anlegen 2018 – Teil 14 Öl: Was 2018 den Ölpreis bestimmt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • „Deepwater Horizon“ ist doch völlig egal, Kleinstlebewesen fressen das Öl auf und das Meer ist wieder sauber. Ausnahme irgend ein Umweltschützer schüttet Öl-Reiniger ins Wasser, dann Kleinstlebewesen tot und Meer bleibt voller Öl.

  • @Herr Holger Narrog, 04.01.2018, 15:25 Uhr

    Schreiben Sie doch zur Abwechslung mal dazu was:
    handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/versicherung/rekordjahr-naturkatastrophen-kosten-versicherer-135-milliarden-euro/20811974.html

    Und: Sagt Ihnen „Deepwater Horizon“ was?

    Ist zwar schon lange aus den Schlagzeilen verschwunden, aber mit den Folgen haben die Menschen am Golf von Mexiko noch immer schwer zu kämpfen (siehe welt.de/wissenschaft/article139533067/Die-lange-Katastrophe-der-Deepwater-Horizon.html, geo.de/natur/oekologie/11094-bstr-die-folgen-der-oelpest/152541-img-eine-million-tote-voegel, deutschlandfunk.de/sechs-jahre-nach-deepwater-horizon-ein-schrecken-ohne-ende.697.de.html?dram:article_id=352833 u.v.a.m.).

    Erdöl wird bekanntlich nicht nur als Energieträger, sondern auch auf vielen anderen Einsatzgebieten benötigt und ist in unserem Alltag allgegenwärtig, aber in ersterer Funktion (Energieträger) hat er über kurz oder lang k e i n e Zukunft mehr. Weil es bessere Alternativen gibt.

  • Herr Nampf...ich denke Sie haben sich einen Ökobären aufbinden lassen.

    Die Resourcen an Rohstoffen sind auf diesem Planeten nahezu unbegrenzt. Die Menge der förderbaren Rohstoffe hängt an der verfügbaren Technologie und dem Kapital. Insofern sind Krieg, Ökoreligion eine viel gefährlichere Limitation als vermeintlich fehlende Resourcen.

    Beispiel: Die Reichweite der ausgewiesenen Erdölreserven betrug 1900; 11 Jahre, heute nachdem > 100 Mrd. to gefördert wurden, knapp 50 Jahre.
    Beispiel: Der Club of Rome prophezeite 1971, dass die Erdölvorkommen 1992 erschöpft seien. Beispielsweise waren die Shale Oil Vorkommen in Texas und North Dakota bekannt, nur waren diese seinerzeit nicht nutzbar.
    Beispiel: Die Tiefseevorkommen vor der Küste Brasiliens, im Golf von Mexiko waren bis zur Jahrtausendwende nicht nutzbar.

  • Warum habt ihr stillschweigend Teil 13 Kreditzinsen zuerst verschoben und jetzt einfach wortlos wegfallenlassen

  • @Holger Narrog 04.01.2018, 14:46 Uhr

    "Auf der Nachfrageseite gibt es in Europa eine ökoreligiös bedingte Stagnation. "

    Unabhängig davon, ob man den Klimawandel für real hält oder nicht:

    Je sparsamer man mit Ressourcen (nicht nur Erdöl) umgeht, desto länger kann man sie nutzen.

  • Der Erdölpreis ist aufgrund der vielen politischen Risiken kaum prognostizierbar.

    Auf der Erzeugerseite vermute ich in einem Zusammenbruch Venezuelas das grösste Risiko. Im Iran fehlt den seit vielen Jahren immer wieder aufflackernden Protesten eine Organisation die eine Alternative zu den Mullahs darstellen kann. Ein weiteres Risiko kann in einem Krieg Iran - Saudi Arabien liegen.

    Zunehmende Fördermengen findet man in den USA. Kanada hat mit den Ölsanden ein erhebliches Potential.

    Auf der Nachfrageseite gibt es in Europa eine ökoreligiös bedingte Stagnation. In den USA eine der Substitution von Erdöl auf Erdgas geschuldete Stagnation und erhebliche Verbrauchszunahmen in Asien und dem Rest der Welt.