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Anlegen 2019 – Aktien Skandinavien Die attraktivsten Aktien aus dem Norden Europas

Nach einem harten Börsenjahr 2018 beeinflussen auch im neuen Jahr Handelskrisen und eine schwächelnde Konjunktur die Märkte. Welche Aktien lohnen sich 2019?
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Die skandinavischen Börsen sahen ihre Gewinne 2018 dahinschmelzen. Welche Aktien erleben 2019 ein Comeback? Quelle: Nasdaq
Börsenglocke

Die skandinavischen Börsen sahen ihre Gewinne 2018 dahinschmelzen. Welche Aktien erleben 2019 ein Comeback?

(Foto: Nasdaq)

StockholmEs war kein gutes Jahr für die bislang erfolgsverwöhnten Anleger in Aktien aus dem hohen Norden Europas. Die Börsen in Helsinki, Kopenhagen, Oslo und Stockholm sahen ihre Gewinne in dem turbulenten Börsenjahr 2018 dahinschmelzen. Die Hauptindizes sanken in Helsinki um sieben, in Kopenhagen um zwölf, in Oslo um ein und in Stockholm um knapp elf Prozent.

Anleger mussten damit eines der schlechtesten Jahre seit der Finanzkrise vor zehn Jahren durchleben. Fallen die Kurse auch im gerade begonnenen Jahr weiter? Der drohende harte Brexit, eine schwächelnde Konjunktur, die hohe Haushaltsverschuldung in Italien und Frankreich sowie die ungelösten Handelskonflikte haben die Kurse stark belastet. Diese Störfaktoren sind bislang nicht gelöst und werden somit auch im neuen Jahr für Unruhe an den Märkten sorgen.

Hinzu kommt in Schweden die offene Frage nach der Regierungsbildung, die Anleger verunsichert. Auch deutlich mehr als 100 Tage nach den Parlamentswahlen am 9. September hat Schweden noch immer keine neue Regierung. Eine Entscheidung, ob es eine mehrheitsfähige Regierung geben wird oder Neuwahlen ausgerufen werden, fällt vermutlich erst Mitte Januar.

Trotz aller Unsicherheiten haben die Analysten von Kepler Cheuvreux Mitte Dezember ihre Liste der attraktivsten Aktien aus Nordeuropa veröffentlicht. Die ”Nordic Top Picks“ beinhaltet gegenüber der Vorjahresliste einige Änderungen: So nahmen die Experten von Kepler Cheuvreux das schwedische Beratungs- und Ingenieursdienstleistungsunternehmen ÅF und den ebenfalls schwedischen Sicherheitskonzern Loomis in ihre Empfehlungen für 2019 auf.

Der norwegische Energieriese Equinor (ehemals Statoil) und die Flüssiggas-Reederei Flex LNG, ebenfalls aus Norwegen, sowie der Energiekonzern Neste, der Netzausrüster Nokia und der Papierkoznern UPM-Kymmene aus Finnland finden sich ebenfalls auf der Liste. Weitere Empfehlungen nach Meinung der Analysten sind die Aktien der schwedischen Unternehmen Fabege (Immobilienverwaltung) sowie Saab (Rüstung).

Auch der Hygienepapierhersteller Essity aus Schweden zählt zu den Tips für 2019. Auch Linda Lyth, Analystin bei Söderberg &Partners in Stockholm glaubt an das Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Toilettenpapier, Binden und Windeln spezialisiert hat. „Essity ist nicht konjunkturabhängig und auch, wenn die Dividende nicht so hoch ist, gibt es gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum“, erklärte sie.

Dänische Aktien finden sich nicht in der Liste. Im Gegenteil warnen die Analysten von Kepler Cheuvreux vor den Papieren des Brauerrei-Riesen Carlsberg, dem Biotech-Unternehmen Chr. Hansen, dem Medizinprodukte-Hersteller Coloplast, dem Produzenten von Hörgeräten und Kopghörern GN Store sowie dem Konkurrenten William Demant.

Diese Unternehmen seien bereits sehr hoch bewertet, sodass weitere Kursanstiege eher unwahrscheinlich erscheinen. ”Die Idee mit unserer Liste ist es, Aktien zu wählen, bei denen die Empfehlung ”Vermindern“ lautet oder die zwar gute Wachstumschancen haben, aber zu teuer oder zu hoch bewertet im Vergleich zu anderen Unternehmen aus demselben Bereich sind“, schrieb Martin Guri, Strategiechef bei Kepler Cheuvreux zu der Negativ-Liste.

Und: ”Wir wollen ein Portfolio zusammenstellen, das defensive Eigenschaft auf kurze Sicht, aber auch gute Möglichkeiten auf ein paar Jahre Sicht bietet“. Er glaubt, dass die Aktien, deren Kurs besonders stark im gerade abgelaufenen Jahr gesunken ist, 2019 zu den Gewinnern zählen können. Zu den Aktien, die besonders von der schlechten Stimmung an der Börse 2018 betroffen waren, zählen Gruben-Konzerne wie Boliden aus Schweden, die bis zum Jahresende rund 20 Prozent verloren haben.

Jonas Olavi, Analyst bei der Investmentbank bei Alfred Berg in Stockholm rechnet mit weiteren Börsenturbulenzen in diesem Jahr. Allerdings geht er davon aus, dass der Telekom-Sektor ein Bereich ist, der 2019 eine gute Rendite geben kann. ”Ich glaube an Ericsson auch 2019, wenn der neue Standard 5G an Fahrt aufnimmt und die Netzbetreiber unter Druck stehen, ihre Netze aufzurüsten“, erklärte er kurz vor dem Jahreswechsel gegenüber der Tageszeitung ”Svenska Dagbladet“.

Tatsächlich müssen die Netzbetreiber ihre Infrastruktur auf den neuen Standard aufrüsten. Außerdem haben nach Spionagevorwürfen der USA gegenüber chinesischen Netzausrüstern mehrere Unternehmen angekündigt, ihre Zusammenarbeit mit Huawei und ZTE zu beenden. Profitieren dürften davon die beiden anderen Netzausrüster Ericsson aus Schweden und Nokia aus Finnland - und das, obwohl der Kurs der Ericsson-Aktie im abgelaufenen Jahr bereits um 45 Prozent gestiegen ist.

Keine Empfehlung erhalten Handelsunternehmen wie der Modekonzern H&M von Olavi. Wie in anderen Ländern auch leiden Handelskonzerne unter der Online-Konkurrenz, die von immer mehr Kunden angenommen wird. Und obwohl H&M derzeit sein Online-Geschäft massiv ausbaut, wird es nach Meinung von Experten noch einige Zeit dauern bis sie den Anschluss wieder hergestellt haben.

Die schwedische Wirtschaftsnachrichtenagentur SME Direkt hat in den vergangenen Wochen die Empfehlungen einer Vielzahl von Analysten zusammengestellt. Danach könnte auch die Aktie des Haushaltsgeräteriesen Electrolux zu den Gewinnern im noch neuen Jahr zählen. Die Aktie verlor 2018 rund 30 Prozent ihres Wertes.

Grund waren teurere Rohstoffe und eine schwächere Entwicklung des wichtigen US-Marktes. Jetzt glauben Analysten an ein Ende der Talfahrt. Sieben Experten raten zum Kauf, fünf plädieren für ”Halten“ und nur einer würde verkaufen.

Einig sind sich alle Experten nur in einem: 2019 werden die unruhigen Zeiten zumindest in der ersten Jahreshälfte weitergehen.

Anlegen 2019 – Bisher erschienene Serienteile

Zum Jahreswechsel gibt die Handelsblatt-Redaktion einen Ein- und Ausblick zu verschiedenen Anlageklassen und Geldanlagemöglichkeiten. Die Serie hat 16 Teile und läuft bis Anfang Januar 2019. Jeweils im Tagesverlauf geht eine weitere Folge online.

Teil 1: Aktien Deutschland

Teil 2: Wohnimmobilien

Teil 3: Gold

Teil 4: Aktien Europa

Teil 5: Aktien Emerging Markets

Teil 6: Anleihen Emerging Markets

Teil 7: Öl

Teil 8: Anleihen aus Industrieländern

Teil 9: Devisen

Teil 10: Aktien USA

Teil 11: Der beste Markt der Welt

Teil 12: Anlegerfehler

Teil 13: Kreditzinsen

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