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Anlegen 2019 – Devisen Der Dollar wird schwächer, der Yen steigert sein Potenzial

Das abgelaufene Jahr stand im Zeichen des starken Dollars. Das dürfte sich 2019 ändern, erwarten Analysten. Sie sehen vor allem beim japanische Yen Potenzial.
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Im kommenden Jahr trauen Analysten vor allem der japanischen Währung eine gute Entwicklung zu. Quelle: dpa
Die Symbole für den Yen, Euro, Dollar und das britische Pfund

Im kommenden Jahr trauen Analysten vor allem der japanischen Währung eine gute Entwicklung zu.

(Foto: dpa)

Frankfurt Das Jahr 2018 war außergewöhnlich für den US-Dollar. Selten hat sich der Wechselkurs gegenüber anderen Währungen so gut entwickelt wie im abgelaufenen Jahr. Alleine gegenüber dem Euro legte der US-Dollar von Mitte April bis Mitte Dezember etwa acht Prozent zu. Noch viel größer waren die Zugewinne gegenüber den Währungen der Schwellenländer.

Im kommenden Jahr allerdings könnte die Dollar-Euphorie kippen. Das liegt vor allem an der Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Federal Reserve. Bislang sind die meisten Investoren davon ausgegangen, dass sie im kommenden Jahr weiter kräftig die Zinsen anhebt.

Das würde dem Dollar helfen, denn höhere Renditen bewirken in der Regel, dass Investoren stärker in US-Zinspapiere investieren und dadurch mehr Kapital in die USA fließt. Inzwischen spricht aber einiges dafür, dass die Fed die Zinsen langsamer anheben wird. Viele Devisenexperten gehen daher davon aus, dass der Dollar 2019 im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen eher schwächer abschneidet.

„Es wird sehr schwer für den Dollar, das außergewöhnliche Jahr 2018 zu wiederholen,“ sagt Oliver Harvey, Devisenexperte der Deutschen Bank. Ähnlich sieht das sein Kollege Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. „Wir gehen davon aus, dass sich der Dollar 2019 abschwächt,“ sagt er.
Gegen den Dollar spricht aus seiner Sicht vor allem, dass sich in den USA das Ende des Zinserhöhungszyklus abzeichnet. Dadurch gebe es weniger Potenzial für positive Überraschungen. In diesem Jahr hat die Fed die Erwartungen der Märkte übertroffen, indem sie vier Mal die Zinsen angehoben hat.

Investoren hatten zunächst mit weniger Zinsschritten gerechnet. Für das kommende Jahr aber haben die Führungsmitglieder der Notenbank ihre Erwartungen erst kürzlich bei der Sitzung im Dezember nach unten revidiert. Statt drei erwarten sie für 2019 nur noch zwei Erhöhungen – und auch das könnte zu optimistisch sein.

Leuchtmann glaubt zudem, dass nun negative Faktoren stärker ins Gewicht fallen. Zum Beispiel ist der Dollar gemessen an der Kaufkraftparität relativ hoch bewertet. Sprich: Für einen festen Warenkorb muss man in Dollar mehr zahlen als in vielen anderen Währungen.

Außerdem haben die USA seit langem ein hohes Leistungsbilanzdefizit, also einen negativen Saldo im Handel von Waren und Dienstleistungen mit dem Ausland. Bislang wurde dies durch Kapitalzuflüsse etwa in den amerikanischen Aktienmarkt überdeckt. Das könnte im neuen Jahr aber schwieriger werden, weil ausländische Investoren nach den jüngsten Verlusten zurückhaltender werden könnten mit Anlagen in den USA.

Potenzial sieht Commerzbank-Analyst Leuchtmann hingegen für den japanischen Yen. Auch hier könnte die Geldpolitik eine wichtige Rolle spielen. „Bis vor kurzem sah es noch so aus, dass die japanische Notenbank ihre ultralockere Geldpolitik quasi unbegrenzt fortsetzen würde,“ sagt er. „Jetzt sehen wir möglicherweise den Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik.“

Was Leuchtmann meint: Zuletzt hat die japanische Notenbank ganz vorsichtige Signale für eine mögliche Straffung der Geldpolitik gegeben. So sagte der japanische Notenbankchef Kuroda im November, dass die Notenbank zwar weiterhin an ihren Stützungsmaßnahmen festhalten müsse, um das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen.

Gleichzeitig machte er aber auch klar, dass sich Japan nicht mehr in einer Situation befinde, in der es am besten sei, „eine umfassende Politik zur Überwindung der Deflation entschlossen umzusetzen.“

Einige Ökonomen sehen diesen verklausulierten Satz als Signal dafür, dass die japanische Notenbank ganz vorsichtig eine Normalisierung der Geldpolitik einleiten könnte, so wie das die Fed und mit zeitlichem Abstand auch die Europäische Zentralbank getan haben.

Auch für den Euro ist Devisen-Analyst Leuchtmann verhalten optimistisch. „Der Euro könnte etwas davon profitieren, dass sich im Euroraum der erste Zinsschritt abzeichnet,“ sagt er. Selbst wenn es möglicherweise erst 2020 dazu komme.

Die EZB hat angekündigt, dass sie die Zinsen im Euroraum mindestens über den Sommer 2019 hinaus auf dem bisherigen Niveau belassen will, also den Leitzins bei null Prozent und den Einlagenzins bei minus 0,4 Prozent. Daraus haben die Märkte abgeleitet, dass die EZB frühestens im Herbst 2019 die Zinsen anhebt. Inzwischen rechnen einige Ökonomen erst 2020 mit diesem Schritt.

Abgesehen von Dollar, Euro und Yen dürfte im kommenden Jahr auch das britische Pfund für Aufsehen sorgen. Vor allem, weil starke Schwankungen zu erwarten sind. „Zum Pfund mache ich ungern Prognosen,“ sagt Leuchtmann. Die Entwicklung hänge sehr stark davon ab, wie der Brexit gestaltet werde, und dies lasse sich kaum vorhersagen.

„Wenn es ein Austrittabkommen gibt, wird das Pfund profitieren. Gibt es keinen Deal, drohen größere Verluste.“ Er glaubt allerdings, das Pfund könnte im Falle eines ungeordneten Brexits noch deutlich mehr verlieren, als es im Falle eines geregelten EU-Austritts gewinnen würde.

Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, sie könnte eine Dynamik in Gang setzen. Im Falle eines geordneten Brexits etwa könnte die Bank von England bald die Zinsen erhöhen. Aktuell hat sie wegen der Brexit-Unsicherheit darauf verzichtet, obwohl Löhne und Inflation in Großbritannien zuletzt stärker gestiegen sind.

Im Falle eines ungeordneten Brexits dürften hingegen andere Schwachstellen der britischen Wirtschaft noch stärker in den Vordergrund rücken, wie etwa das hohe Leistungsbilanzdefizit. Zudem könnte es dann Neuwahlen geben und zu weiterem politischen Chaos kommen. Auch wenn das Pfund als Währung bei weitem nicht so wichtig ist wie Dollar oder Euro, dürfte seine Entwicklung im kommenden Jahr besonders interessant werden.

Anlegen 2019 – Bisher erschienene Serienteile

Zum Jahreswechsel gibt die Handelsblatt-Redaktion einen Ein- und Ausblick zu verschiedenen Anlageklassen und Geldanlagemöglichkeiten. Die Serie hat 16 Teile und läuft bis Anfang Januar 2019. Jeweils im Tagesverlauf geht eine weitere Folge online.

Teil 1: Aktien Deutschland

Teil 2: Wohnimmobilien

Teil 3: Gold

Teil 4: Aktien Europa

Teil 5: Aktien Emerging Markets

Teil 6: Anleihen Emerging Markets

Teil 7: Öl

Teil 8: Anleihen aus Industrieländern

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