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Anlegen 2019 Fünf Gründe, die für ein Gold-Comeback im neuen Jahr sprechen

Gold-Anleger haben 2018 Höhen und Tiefen erlebt. Doch für 2019 sehen Experten vor allem Chancen für das Edelmetall.
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Für das Edelmetall sind Anlageexperten 2019 optimistisch. Quelle: Reuters
Goldbarren bei einen Juwelier in Tokio

Für das Edelmetall sind Anlageexperten 2019 optimistisch.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Es fehlt nicht viel und das Jahr könnte für Gold-Anleger doch noch versöhnlich enden: Mit rund 1260 Dollar pro Feinunze (rund 31 Gramm) steht das Edelmetall nur rund drei Prozent tiefer als zu Jahresbeginn. Seit den Tiefstständen vom August hat der Goldpreis um mehr als sieben Prozent zugelegt – und damit einen Teil seiner Verluste im Lauf des Jahres wieder gut gemacht.

Insbesondere der Ausverkauf an den globalen Aktienmärkten in den vergangenen Wochen hat dem Goldpreis einen deutlichen Schub versetzt. Er stieg über die Marke von 1200 Dollar. Viele Rohstoffexperten sehen daher für das kommende Jahr weiteres Aufwärtspotential für das Edelmetall. Fünf Gründe die dafürsprechen:

Überhitzter Dollar

Ein wichtiger Grund für den Gold-Absturz im Sommer 2018 war aus Sicht vieler Experten der starke Dollar. Der Mechanismus funktionierte wie ein Teufelskreis: Die US-Notenbank Fed hob die Zinsen an und sorgte so dafür, dass positive Realzinsen in den USA wieder ohne Risiko mit US-Staatsanleihen zu erwirtschaften waren. Gold, das keine Zinsen abwirft, hat es in diesem Umfeld schwer. Gleichzeitig sorgten die hohen US-Zinsen für starke Zuflüsse aus dem Ausland in US-Papiere.

Die Folge: Der Dollar wertete auf – und verteuerte so den Goldeinkauf wichtiger Import-Länder, wie China, Indien oder die Türkei. Die schwächere Gold-Nachfrage in diesen Ländern dämpfte die Preise weiter. Doch nach Ansicht von Mike McGlone, Rohstoffstratege bei Bloomberg Intelligence, dürfte sich der Höhenflug des Dollar 2019 nicht fortsetzen. „Metalle, insbesondere Gold und Kupfer, sollten die größten Profiteure davon sein, dass der Dollar seinen Höhepunkt erreicht hat“, schreibt McGlone in einer Analyse.

Starke Index-Zuflüsse

Als wichtiger Faktor in der globalen Goldnachfrage haben sich in der Vergangenheit auch Rohstoff-Indexfonds etabliert. Diese sammeln Anlegergeld ein und hinterlegen für jeden Fondsanteil eine bestimmte Menge physisches Gold in einem Tresor. Fonds wie der SDPR Gold Trust gehören mittlerweile zu den größten Haltern von Gold auf der Welt. 2018 hatten die Goldfonds mit hohen Abflüssen zu kämpfen. Doch mittlerweile ziehen die Zuflüsse wieder deutlich an.

Derzeit liegen die Goldreserven der Fonds Bloomberg zufolge bei fast 70 Millionen Feinunzen – das entspricht einer Marktkapitalisierung von 87 Milliarden Dollar. So viel Gold lagerte zuletzt im Juli in den Tresoren der Indexfonds. Ebenfalls für eine Trendwende spricht, dass immer weniger Hedgefonds an den Terminbörsen auf fallende Goldpreise wetten. Martin Siegel, Chef des auf Edelmetalle spezialisierten Fondshaus Stabilitas ist sich daher sicher: Viele Profi-Investoren positionieren sich für Anstieg der Goldpreise im kommenden Jahr.

Sorgen um die globale Konjunktur

Auch wenn der Goldpreis zuletzt nicht im gleichen Ausmaß gestiegen ist, mit dem die Märkte abstürzten: Der jüngste Sprung nach oben zeigt, dass Gold ist als Krisenschutz noch immer gefragt. Aus Sicht von Fondsmanager Siegel ist es auch nicht verwunderlich, dass das große Comeback ausgeblieben ist: „Wenn die Menschen wirklich Angst um ihr Erspartes bekommen, dann ist die Zeit für Gold gekommen“, sagt er.

„Doch noch scheint alles stabil zu sein.“ Der Blick auf die Märkte lässt Siegel nichts Gutes erahnen: „Der Ölpreis ist in den vergangenen Wochen komplett eingebrochen. Auch die Basismetallpreise befinden sich deutlich im Abwärtstrend. Aus meiner Sicht sind das Anzeichen, dass die Weltwirtschaft in die Krise rutscht.“

Zurückhaltende Notenbanken

Im Sommer hat die US-Notenbank den Gold-Anleger noch die Stimmung vermiest – nun könnte sie dafür sorgen, dass die Investoren beim Edelmetall neue Hoffnung schöpfen. Denn bei ihrer jüngsten Sitzung hat Fed-Chef Jerome Powell warnende Töne angeschlagen. Es zeichne sich eine leichte Abschwächung des US-Wachstums ab, sagte er. Deshalb stellte Powell nicht mehr drei Zinsschritte in Aussicht, sondern zwei.

Aus Sicht der kanadischen Investmentbank RBC Capital sind das gute Nachrichten für das Gold: „Das neue Basis-Szenario von zwei Zinserhöhungen der Fed im Jahr 2019 sowie die sichtbare Sensibilität für die Volatilität am Aktienmarkt sollte sich für Gold als positiv erweisen“, schreiben die Rohstoffexperten der Bank. Sie rechnen mit einem Goldpreisanstieg auf über 1300 Dollar pro Feinunze im Lauf des Jahres. Fonds-Manager Siegel ist noch optimistischer: „Ich könnte mir vorstellen, dass der Preis im kommenden Jahr auf 1500 oder 1600 Dollar pro Feinunze steigt.“

Mangel an Alternativen

Gold wird von Anlegern als Schutz vor der Geldentwertung geschätzt. Doch obwohl im vergangenen Jahr die Renditen für viele sichere Geldanlagen wie Girokonten oder Staatsanleihen nach Abzug der Inflationsrate negativ war, konnte Gold nicht profitieren. Aus Sicht von Gold-Experte Martin Siegel lag das vor allem an den lohnenden Alternativen: Bei Aktien winkten Dividenden und stetig steigende Kurse, bei Immobilien steigende Preise. „Doch bei einem Abschwung steigen die Aktien nicht mehr, und auch in der ein oder anderen Boom-Metropole könnte die Nachfrage nach Wohnungen sinken“, warnt er. „Dann ist Gold wieder eine super Alternative.“

Anlegen 2019 – Bisher erschienene Serienteile

Zum Jahreswechsel gibt die Handelsblatt-Redaktion einen Ein- und Ausblick zu verschiedenen Anlageklassen und Geldanlagemöglichkeiten. Die Serie hat 16 Teile und läuft bis Anfang Januar 2019. Jeweils im Tagesverlauf geht eine weitere Folge online.

Teil 1: Aktien Deutschland

Teil 2: Wohnimmobilien

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