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Anlegen 2019 Sieben Anlegerfehler – und wie man sie vermeidet

Das vergangene Börsenjahr hat den Anlegern wenig Freude bereitet. Aber wer die richtigen Lehren daraus zieht, hat in Zukunft weniger Sorgen.
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Anleger können die sieben häufigsten Fehler leicht vermeiden. Quelle: The Image Bank/Getty Images
Wall Street

Anleger können die sieben häufigsten Fehler leicht vermeiden.

(Foto: The Image Bank/Getty Images)

Frankfurt Der Blick auf die Depotauszüge fällt bei vielen Bundesbürgern ernüchternd aus. 62 Prozent derjenigen, die 2018 Geld angelegt haben, sind mit der Wertentwicklung unzufrieden, hat der Bundesverband deutscher Banken (BdB) ermittelt. Damit ist der Frust im Vergleich zur vorherigen Erhebung aus dem Jahr 2016 nochmals gestiegen: Damals hatte sich nur jeder zweite Anleger enttäuscht gezeigt.

Verwunderlich ist die Unzufriedenheit nicht, schließlich setzt das Gros der Anleger selbst in der absoluten Niedrigzinsphase weiterhin auf sicherheitsorientierte Produkte, die aber unter dem Strich – also nach Abzug der Inflationsrate – eher Geld vernichten als welches einbringen.

So dominieren laut Umfrage des Bankenverbands immer noch Tages- und Festgeldkonten mit 44 Prozent, ein Sparkonto haben 39 Prozent, und lediglich 26 Prozent setzen auf Aktien. Kraut und Rüben also im Depot, obwohl Anleger mit relativ leichten Übungen die gröbsten Fehler bei der Geldanlage vermeiden können.

Fehler Nummer eins: Die fehlende Vermögensallokation. Zwar mögen viele Börsenweisheiten heute überholt sein, eine Wall-Street-Regel sollte man sich aber wirklich zu Herzen nehmen: Lege nie alle Eier in einen Korb. Übersetzt auf die Börsenwelt heißt das, man soll das Vermögen über viele Anlageklassen streuen und nicht nur auf eine Produktgruppe setzen.

Beispielsweise kann ein Depot folgende Struktur haben: 60 Prozent Aktien, 20 Prozent Anleihen, zehn Prozent Gold und zehn Prozent Liquidität. Entscheidend ist das jeweilige Risikoprofil, deshalb sollte die individuelle Allokation mit dem Bank- oder Vermögensberater besprochen werden.

Fehler Nummer zwei: Eine kurzatmige Anlagepolitik. Wer sich einmal für ein starkes Engagement am Aktienmarkt entschieden hat, der sollte langfristig denken und sich nicht von kurzfristigen Schwankungen beeindrucken lassen.

„Wir versuchen, Anlegern zu helfen, ihre Angst vor Kursschwankungen zu überwinden. Jeder Euro, der langfristig angelegt werden kann, sollte nicht volatilitäts-, sondern ertragsoptimiert investiert werden. Volatilität ist nicht gleichbedeutend mit Risiko, wie es die Portfoliotheorie unterstellt“, sagt Bert Flossbach, Vorstand des Vermögensverwalters Flossbach von Storch.

Aus kaufmännischer Sicht gelte oft sogar das Gegenteil. Ein deutlicher Kursrückgang erhöhe die Volatilität einer Aktie und mache sie in der Theorie riskanter, obwohl das Unternehmen nun billiger zu haben sei und das Risiko für einen langfristigen Investor damit reduziert – vorausgesetzt, an der Qualität des Unternehmens habe sich nichts verändert.

Fehler Nummer drei: Dividenden unterschätzen. Nicht selten schauen Anleger nur auf die Kursgewinne und zu wenig auf die Ausschüttungen. Während der Konjunkturabschwünge seit 1970 wurden die Dividendenausschüttungen in Deutschland, Europa und den USA laut einer Analyse der DZ Bank maximal um 29 Prozent, 44 Prozent beziehungsweise 23 Prozent gekürzt.

Die Dividenden waren somit deutlich stabiler als die Gewinnentwicklung der Unternehmen. Dax und Euro Stoxx 50 versprechen aktuell Dividendenrenditen von 3,7 beziehungsweise 4,1 Prozent, was rund zehn Prozent über den historischen Werten liegt.

Fehler Nummer vier: Ein Hin und Her macht Taschen leer. Es ist für den privaten Anleger nahezu unmöglich, bei den absoluten Tiefstkursen zu kaufen und bei den Höchstständen zu verkaufen. Trotzdem ist die Verlockung groß, ein wenig zu spielen, aber letztlich machen die dabei anfallenden Gebühren für den Normalanleger jegliche Rendite zunichte.

Fehler Nummer fünf: Zu starke Ausrichtung auf den Dax. Denn der deutsche Leitindex hat 2018 gut 18 Prozent verloren und damit deutlich mehr als beispielsweise die Börsenbarometer in den USA. Hauptgrund ist die starke Abhängigkeit von den Exporten und den Konjunkturzyklen.

Der Dax hat aber auch ein noch viel schwerwiegenderes Manko: Ihm fehlen Technologiewerte, die von den Zukunftsthemen profitieren. In den USA gibt es Facebook, Alphabet, Apple und demnächst wohl auch den Fahrdienst Uber, im Dax bleiben nur der Softwarekonzern SAP und der Zahlungsdienstleister Wirecard mit ausgeprägter digitaler Wachstumsfantasie. Deshalb gilt: Wer in Aktien investiert, sollte auch die europäischen Titel, die US-Börsen und die asiatischen Märkte berücksichtigen.

Fehler Nummer sechs: Politische Risiken überbewerten. Im vergangenen Jahr wurden immer wieder die gleichen Belastungsfaktoren aus der internationalen Politik zitiert, die sich im Nachhinein aber fast durchweg nur als kurzfristige Störungen herausgestellt haben.

Was wirklich zählt für die Profi-Anleger, sind die Zinsschritte der Notenbanken und die Entwicklung der Unternehmensgewinne. Im Hinblick auf die vorherrschenden Unsicherheiten bezüglich der Beziehung zwischen den USA und China, des Brexits, Italien, der Ölpreise und der geopolitischen Spannungen wird laut Benjamin Melman, Chefanlagestratege bei Edmond de Rothschild Asset-Management, das künftige Handeln der US-Notenbank Fed eine Schlüsselrolle spielen.

Fehler Nummer sieben: Falsche Hoffnungen. Anleger halten Aktien, die ins Minus gerutscht sind, meist viel zu lange im Depot. Diese Verlustaversion hat Folgen: Die Anleger hoffen auf eine Erholung, auch wenn diese beispielsweise durch die Nachrichtenlage eher unwahrscheinlich ist. Gegensteuern lässt sich mit Stopp-Loss-Kursen: Dabei teilt der Anleger seiner Bank mit, ab welchem Kurs er ein Papier verkaufen will. Die Aktie wird dann zum nächsten Kurs nach Erreichen des Limits automatisch veräußert.

Anlegen 2019 – Bisher erschienene Serienteile

Zum Jahreswechsel gibt die Handelsblatt-Redaktion einen Ein- und Ausblick zu verschiedenen Anlageklassen und Geldanlagemöglichkeiten. Die Serie hat 16 Teile und läuft bis Anfang Januar 2019. Jeweils im Tagesverlauf geht eine weitere Folge online.

Teil 1: Aktien Deutschland

Teil 2: Wohnimmobilien

Teil 3: Gold

Teil 4: Aktien Europa

Teil 5: Aktien Emerging Markets

Teil 6: Anleihen Emerging Markets

Teil 7: Öl

Teil 8: Anleihen aus Industrieländern

Teil 9: Devisen

Teil 10: Aktien USA

Teil 11: Der beste Markt der Welt

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1 Kommentar zu "Anlegen 2019: Sieben Anlegerfehler – und wie man sie vermeidet"

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  • Schön. Ich soll mich nach den Unternehmensgewinnen orientieren.
    Diese werden regulär trimestriell veröffentlicht.
    Soll ich also nur 4x im Jahr Aktien kaufen?

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