Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Anlegen in Japan 2019 Trotz Angst vor Wirtschaftsflaute und Handelsstreit gibt es Hoffnung für Tokios Börsen

Auch Tokios Börse hat der Blues erfasst. Viele Experten hoffen nach tiefen Kursrutschen trotzdem auf ein erfolgreiches Börsenjahr.
Kommentieren
Japans Anleger sehen trotz Kursrutsch optimistisch ins neue Jahr. Quelle: Bloomberg
Japan Stocks Play Catch Up in Global Slump After Four-Day Break

Japans Anleger sehen trotz Kursrutsch optimistisch ins neue Jahr.

(Foto: Bloomberg)

Tokio 2018 war für Anleger in japanische Aktien ein schwieriges Jahr. Zwei Mal durchbrach der Nikkei-225-Index die Marke von 24.000 Yen und stieg damit auf die höchsten Stände seit 1991. Doch der globale Börsensturz gegen Jahresende riss auch den Nikkei nach unten.

Erstmals seit sieben Jahren verlor der Markt im Jahresverlauf an Wert. Schlimmer noch: Der Nikkei rutschte unter 20.000 Yen ab und ist damit einer der Bärenmärkte der Welt. Doch die Achterbahnfahrt könnte sich 2019 noch verstärken.
Das neue Jahr werde „zum Balanceakt“, sagt Sean Darby, der Chefstratege der Investmentbank Jefferies voraus. Die Anleger richten sich auf weitere Kursrutsche ein. Eine Umfrage des japanischen Investmentfonds Sparx unter Privatanlegern ergab zwar, dass die Anleger den Nikkei Ende 2019 bei fast 22.000 Punkten landen sehen.

Dies wäre immer noch zehn Prozent unter dem Höchststand von 2018. Doch immerhin 18 Prozent der Befragten befürchten, dass Japans bekanntestes Börsenbarometer auf Werte zwischen 15.000 und 20.000 Punkten absacken könnte.

Masayuki Kubota, der Chefstratege vom Wertpapierarm des Onlinehändlers Rakuten, rechnet zwar wie viele Experten im Mainstream damit, dass die Unsicherheit über die Weltwirtschaft und den amerikanisch-chinesischen Handelskrieg den Nikkei auf 18.000 Punkte drücken könnten. Aber für das Jahresende sagt er eine Erholung auf 23.000 Punkte voraus. Und damit steht er nicht allein.


Die Wirtschaftszeitung Nikkei befragte zum Jahreswechsel 20 Wirtschaftsführer. 18 sagen voraus, dass der Nikkei im Lauf des Jahres über 23.000 Punkte steigen könnte. Drei sahen den Leitindex sogar auf 26.000 Punkte hochschnellen.

Die große Frage ist allerdings mehr noch als zuvor, ob es so kommt. Denn schon lange lagen in Japan Chancen und Risiken, Bullen und Bären nicht mehr so nah beeinander wie in diesem Jahr.

Bären rechnen mit einer langen Durststrecke. J.P. Morgans Japan-Experten warnen: „Unser Gefühl ist, dass die negativen Risiken überwiegen.“ Eine Sorge ist, dass die Weltwirtschaft womöglich stärker abbremst als bisher erwartet. Doch am stärksten drückt die Unsicherheit über die Handelskriege von US-Präsident Donald Trump gegen China und Japan auf die Stimmung.

Noch im Frühjahr will Trump Ergebnisse sehen. Viele Experten erwarten zwar, dass es zu Kompromissen kommt. Doch wenn sich Trumps Unterhändler nicht mit den Chinesen oder den Japanern einigen, droht Japans Industrie entweder direkt oder indirekt schwerer Schaden.

Strafzölle der USA auf japanische Autoimporte würden die Wirtschaft nach unten reißen, Strafzölle auf chinesische Produkte immer noch Japans Anlagen- und Maschinenbauer, Roboterhersteller und Hersteller elektronischer Bauteile treffen. Denn deren Hauptkunden sind Chinas Fabriken.

Doch selbst wenn die Welt diese Hürden unfallfrei passiert, ist Japan noch nicht aus dem Schneider. Zuerst muss Ministerpräsident Shinzo Abe im Juli die Oberhauswahlen im Juli siegreich überstehen, um politische Unsicherheiten zu vermeiden.

Im Oktober will die Regierung dann die Mehrwertsteuer von acht auf zehn Prozent anheben. Und obwohl Abe verspricht, durch den größten Staatsetat der Geschichte die negativen Effekte zu lindern, befürchten viele Anleger eine kleine Rezession im letzten Quartal 2019.

Für die Bullen überwiegt dabei die Haben-Seite. Sie unterstellen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping, ihren Handelsstreit zu lösen. Kommt es so, sieht es für Japans Aktien gut aus, meint Jefferies-Stratege Darby: „Japans Aktien haken alle notwendigen Kästchen für ein ‚outperform‘ ab.“

Nicht nur wirken japanische Aktien schon beim jetzigen Stand billig. Nach dem vorweihnachtlichen Kursrutsch wird die Tokioter Börse zum Buchwert der gelisteten Firmen gehandelt. Dabei könnten viele Firmen im bis März laufenden Bilanzjahr erneut Rekordgewinne scheffeln.

Gleichzeitig schüren Konjunkturprognosen die Hoffnung auf eine Hausse. Der internationale Währungsfonds sagt zwar voraus, dass das Wachstum von einem Prozent im laufenden Jahr 2019 auf 0,9 Prozent abflauen könnte. Aber damit würde Japan immer noch über seinem langfristigen Potenzial wachsen.

In diesem Fall können Japans Firmen weiterhin auf wachsende Gewinne hoffen. Außerdem dürften der Arbeitskräftemangel und damit die Gehälter und die Binnennachfrage steigen. Dies wäre ein Pluspunkt, besonders für Unternehmen, die vom Heimatmarkt abhängen.

Die japanische Investmentbank empfiehlt Anlegern beispielsweise besonders Bauunternehmen wegen eines expansiven Staatshaushalts, Medienkonzerne wegen der vorolympischen Werbeaktivitäten und Finanzunternehmen wegen Japans Notenbank.

Denn kaum ein Experte setzt darauf, dass Japans Notenbank die Zinsen noch in diesem Jahr erhöht. Die Devisenstrategen von Sonys Finanzgruppe, der Sony Financial Holdings, sehen daher mittelfristig weiterhin eine Yen-Schwäche voraus – mit positiven Auswirkungen auf die Firmengewinne.

Die Experten erwarten zwar, dass der US-Dollar im ersten Quartal auf 106 Yen fallen wird. Denn in Zeiten der Unsicherheit strömen die globalen Anleger in den vermeintlich sicheren Hafen Japan.

Dies würde kurzfristig den Druck auf Japans Aktienpreise verstärken. Jeder Fall des Dollar-Kurs um ein Yen kostet die Japan AG 0,46 Prozent ihres Gewinns, rechnet der Broker Daiwa Securities vor. Doch solange Trump keine Politik des schwachen Dollars und Zinssenkungen der US-Notenbank Fed durchboxt, rechnen die Strategen wieder mit einem Anstieg des Dollar auf 114 Yen bis Jahresende und damit Wechselkursgewinne.

Kathy Matsui, die Chefstrategin von Goldman Sachs für Japan, bleibt daher optimistisch: „Während kurzfristig die Volatilität bestehen mag, glauben wir immer noch, dass die Balance zwischen Risiko und Chancen für Japans Aktien günstig bleibt.“

Anlegen 2019 – Bisher erschienene Serienteile

Zum Jahreswechsel gibt die Handelsblatt-Redaktion einen Ein- und Ausblick zu verschiedenen Anlageklassen und Geldanlagemöglichkeiten. Die Serie hat 16 Teile und läuft bis Anfang Januar 2019. Jeweils im Tagesverlauf geht eine weitere Folge online.

Teil 1: Aktien Deutschland

Teil 2: Wohnimmobilien

Teil 3: Gold

Teil 4: Aktien Europa

Teil 5: Aktien Emerging Markets

Teil 6: Anleihen Emerging Markets

Teil 7: Öl

Teil 8: Anleihen aus Industrieländern

Teil 9: Devisen

Teil 10: Aktien USA

Teil 11: Der beste Markt der Welt

Teil 12: Anlegerfehler

Teil 13: Kreditzinsen

Teil 14: Aktien Skandinavien

Teil 15: Lesererwartungen 2019

Startseite

Mehr zu: Anlegen in Japan 2019 - Trotz Angst vor Wirtschaftsflaute und Handelsstreit gibt es Hoffnung für Tokios Börsen

0 Kommentare zu "Anlegen in Japan 2019: Trotz Angst vor Wirtschaftsflaute und Handelsstreit gibt es Hoffnung für Tokios Börsen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote