Anlegerskandale Bei diesen Betrugsskandalen wurden Anleger um Milliarden gebracht

Immer wieder fallen Anleger auf Schneeballsysteme und außergewöhnliche Anlagemodelle rein. Das sind die größten Anleger-Skandale der letzten Jahre.
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An mehr als 160 Tagen hörte das Gericht im Betrugsprozess gegen die Finanzgruppe 220 Zeugen. Quelle: dpa
Dresdner Finanzfirmengruppe Infinus

An mehr als 160 Tagen hörte das Gericht im Betrugsprozess gegen die Finanzgruppe 220 Zeugen.

(Foto: dpa)

DresdenRegelmäßig erschüttern Anlegerskandale die Finanzwelt. Der Gesetzgeber versucht zwar, den sogenannten grauen Kapitalmarkt stärker zu regulieren. Trotzdem gelang es bisher nicht, windigen Geschäftemachern das Handwerk zu legen. Im Gegenteil: Die niedrigen Zinsen scheinen das Geschäft dubioser Geldsammelstellen eher zu beflügeln. Ein Überblick über die wichtigsten Fälle.

P&R

Heinz Roth, Gründer des Finanzkonzerns, begann 1975 damit, Privatanleger mit Direktinvestments in Seefracht-Container zu ködern. P&R mietete die Container zurück und zahlte dafür feste Mieten. Nach fünf Jahren nahm P&R auch Container mit Abschlägen zurück. Es wurde einer der größten Anbieter am grauen Kapitalmarkt mit 54.000 Anlegern, die dem Konzern 3,5 Milliarden Euro anvertrauten. Die hohen Mieten konnte P&R am Markt jedoch nicht erzielen. Ende März 2018 ging P&R insolvent. Es stellte sich heraus, dass von 1,6 Millionen verkauften Containern eine Million gar nicht existierten.

S&K

Anfang 2013 wurde der Betrugsfall der Frankfurter Immobiliengruppe S&K bekannt. Die beiden Gründer Jonas Köller und Stephan Schäfer hatten sich auf den Vertrieb von Immobilienanlagen spezialisiert. Letztlich basierte das Modell auf einem Schneeballsystem.

Betroffen waren etwa 10000 Anleger, der Schaden wurde auf 200 Millionen Euro beziffert. Es folgten Pleiten der S&K-Firmen und ein Strafverfahren. Anfang 2017 wurden Köller und Schäfer zu je achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Wölbern

Rund 40.000 Anleger waren vom Skandal um die Hamburger Finanzfirma Wölbern Invest betroffen. Sie hatten in geschlossene Immobilienfonds investiert. Der Macher Heinrich Maria Schulte soll aus dem Fondsvermögen fast 150 Millionen Euro abgezweigt haben. Wegen Veruntreuung von Anlegergeldern wurde er im April 2015 zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Prokon

Das Ökoenergie-Unternehmen aus Itzehoe sammelte mit aufwendigen Marketingkampagnen rund 1,4 Milliarden Euro bei Anlegern ein. Die Sparer erhielten Genussrechte, die mindestens sechs Prozent Rendite abwerfen sollten. Doch der Plan ging nicht auf, Prokon brach schließlich zusammen. Das Amtsgericht Itzehoe eröffnete am 1. Mai 2014 das Insolvenzverfahren. Mit der Insolvenz musste Prokon-Chef Carsten Rodbertus gehen. Die Strafverfahren gegen ihn wurden später eingestellt.

Göttinger Gruppe

Gegründet 1986 als Securenta AG, bot sie als Anlagemodell „atypisch stille Beteiligungen“. Sie gewann Nachrichtensprecher Werner Veigel als Repräsentanten. Die Göttinger Gruppe sponserte jahrelang den VfB Stuttgart. Die Bafin erließ 2005 ein Zahlungsverbot wegen unerlaubter Bankgeschäfte, die Göttinger Gruppe ging 2007 insolvent.

Eine Milliarde Euro Anlegergeld sind verschwunden. Betroffen sind über 250.000 Anleger. Gründer und Ex-Konzernchef Erwin Zacharias wurde zu 16 Monaten Haft auf Bewährung und 400.000 Euro verurteilt. Die übrigen Manager gingen straffrei aus.

Investors Overseas Services (IOS)

Der Offshore-Finanzkonzern handelte in den 1960er-Jahren weltweit mit Aktienfonds, Immobilien und Versicherungen. Er startete den ersten großen Strukturvertrieb und vermittelte die Produkte auch in großem Umfang an deutsche Kleinsparer. Der rasant wachsende Vertrieb verschlang immer größere Teile des Gelds.

Die IOS kontrollierte 1969 insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar Anlagegeld. Sie ging 1973 in die Insolvenz. Einige ihrer Topmanager starteten danach eigene Strukturvertriebe, darunter auch Reinfried Pohl, der Gründer der Deutschen Vermögensberatung.

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