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Zalando

Eines der wenigen Unternehmen in Deutschland, das auf Mitarbeiteraktien setzt.

(Foto: dpa)

Arbeitgeber als Geldanlage Mit diesem Modell wirbt das Deutsche Aktieninstitut für Mitarbeiteraktien

Bislang geben vor allem große Konzerne Mitarbeiteraktien aus. Das Deutsche Aktieninstitut will diese Form der Beteiligung mit einem neuen Modell populärer machen.
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Frankfurt Siemens und Lufthansa lassen ihre Mitarbeiter am Erfolg oder Misserfolg der Unternehmen teilhaben, Zalando und Cewe auch. All diese Firmen bieten ihren Angestellten über Aktien eine Beteiligung. Doch das ist eher die Ausnahme. Nur knapp ein Drittel der deutschen Unternehmen hat Mitarbeiteraktien ausgegeben.

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) will das ändern – und wirbt mit einem neuen Modell für die Mitarbeiteraktie als sicheres, langfristiges Anlageprodukt. Am Mittwoch stellte das DAI mit der Unternehmensberatung hkp das Rendite-Dreieck Mitarbeiteraktien vor. In einer Online-Simulation können Unternehmen und Arbeitnehmer damit die Renditen für verschiedene Mitarbeiterprogramme abrufen.

Am häufigsten sind solche Programme bei den großen Konzernen zu finden. An Siemens sind offiziell 80 Prozent der gesamten Belegschaft über Aktien beteiligt. Kleineren Firmen mangelt es oft an Ressourcen, um ein Programm vorzubereiten und einzuführen.

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Formen, mit denen sich die Beteiligung von Mitarbeitern fördern lässt: Im ersten Fall vergünstigt ein Rabatt auf den aktuellen Kurs die Aktie für die Mitarbeiter. Die zweite Option ist unter dem Fachbegriff Matching-Verhältnis bekannt. Dabei bekommt der Mitarbeiter nach einem festgelegten Zeitraum von beispielsweise drei Jahren eine Gratisaktie pro drei gekaufter Papiere.

Wer das Unternehmen vorher verlässt, bekommt die zusätzliche Aktie nicht mehr, behält aber den bisherigen Bestand. Der Vorteil einer Zusatzaktie nach ein paar Jahren: Selbst wenn der Aktienwert deutlich nachgibt, entsteht für den Mitarbeiter kein Minus, rechnet David Voggeser von hkp vor. Bei drei erworbenen und einer geschenkten Aktie müsste der Kurs schon um 33 Prozent einbrechen, um den Arbeitnehmer mitzureißen.

Geht es nach DAI-Chefin Christine Bortenlänger, dann sollte die Mitarbeiterbeteiligung zum festen Bestandteil der Altersvorsorge in Deutschland gehören. Dadurch ließen sich auch die Sozialsysteme auf Dauer entlasten.

Bortenlänger glaubt nicht daran, dass sich die staatliche Rente auf Dauer durch höhere Steuereinnahmen absichern lässt. „Die große Rentenlücke, die auf uns zukommt, wird uns spätestens ab 2025 beschäftigen“, warnt die Aktien-Lobbyistin.

Vor zwei Wochen hatte die Bundesregierung die Sicherung des derzeitigen Rentenniveaus und eine Anhebung der Mütterrente beschlossen. Im Gegensatz zu Bortenlänger ist SPD-Chefin Andrea Nahles der Meinung, dass die gesetzliche Rente gestärkt werden muss, statt sich zu sehr auf private Altersvorsorge zu verlassen.

Bortenlänger fordert von der Politik, den Steuerfreibetrag für Mitarbeiteraktien von 360 auf 1000 Euro anzuheben. In Österreich beträgt dieser bis zu 4500 Euro, in Großbritannien 3500 Euro. Gleichzeitig müssten die Firmen die Kosten für Mitarbeiteraktien steuerlich absetzen können.

Die Unternehmen beschäftigt das Thema seit Langem: Vor gut einem Jahr forderten mehr als 60 Konzernchefs, Mitarbeiter stärker direkt zu beteiligen. Zu den Unterzeichnern gehörte auch Cewe.

Der Oldenburger Fotodienst gibt nach eigenen Angaben 2018 knapp 18.000 Aktien an die Mitarbeiter aus. Wie bei Siemens hätten rund 80 Prozent aller Mitarbeiter am Programm teilgenommen. Doch so eine Investition in den eigenen Arbeitgeber ist längst nicht die Regel.

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