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234 sogenannte A-Aktien sollen bald in die MSCI-Indizes aufgenommen werden.

(Foto: Reuters)

Aufnahme in MSCI-Indizes China bemüht sich, seinen Aktienhandel transparenter zu machen – und wird belohnt

Bald werden über 200 Aktien aus dem chinesischen Festland in die MSCI-Indizes aufgenommen. Was erst einmal nicht viel ist, kann langfristig große Folgen haben.
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PekingAb Juni werden über 200 Aktien aus dem chinesischen Festland in die MSCI-Indizes aufgenommen. Das ist ein großer Schritt, denn rund 85 Prozent der internationalen Aktienfonds messen sich an einem der MSCI-Indizes. Die Anzahl der aufzunehmenden Aktien ist zwar vergleichsweise gering. Sie stellt aber einen wichtigen Schritt für die Zukunft dar. Die Aufnahme honoriert die Bemühungen der Regierung in Peking, ihren Aktienhandel transparenter zu gestalten.

Konkret geht es um 234 sogenannte A-Aktien, die ab dem 1. Juni schrittweise aufgenommen werden sollen. Ihr Gesamtgewicht im World-Index liegt dann bei 0,1 Prozent. Im Emerging-Market-Index wird es zuerst bei 0,39 und ab dem 3. September, wenn der zweite Schub erfolgt, bei 0,7 Prozent liegen.

Zu den A-Aktien, die aufgenommen werden, gehören der Immobilienriese China Vanke, die zwei größten Geldhäuser – die Industrial and Commercial Bank of China und die China Construction Bank – sowie der Öl-Gigant Petro-China. Die Papiere des Geräteherstellers Qingdao Haier, der eine Notierung auch in Frankfurt beschlossen hat, wurden ebenfalls aufgenommen.

Für China ist das eine große Veränderung. Seit 2013 hat das Land dreimal einen Antrag zur Aufnahme gestellt, dreimal lehnte der Indexanbieter MSCI ab. Das begründete er mit Chinas intransparentem und abgeschottetem Kapitalmarkt. Eine Bedingung für die jetzige Aufnahme war, dass der Handel mit den A-Aktien nicht länger als 50 aufeinanderfolgende Tage ausgesetzt sein darf. Denn China hatte nach dem Börsencrash 2015 den An- und Verkauf von mehr als 1000 Wertpapieren ausgesetzt, um einen weiteren Kursverfall aufzuhalten.

Lange Zeit hatten sich ausländische Anleger daher nur auf die Börse in Hongkong konzentriert, nicht auf die Aktien aus dem chinesischen Festland. Hongkong hat sein eigenes Wirtschaftssystem, das stark britisch geprägt ist.

Das Festland änderte seine Politik, nachdem sich das sogenannte „Stock-Connect-Programm“ als erfolgreich herausstellte. Es ist eine 2014 gegründete Plattform, auf der die Hongkonger Börse mit den Börsen in Schanghai und Shenzhen handeln kann. Sie gab Übersee-Investoren erstmalig Zugang zu Aktien auf dem chinesischen Festland. Noch im laufenden Jahr soll eine weitere verbindende Plattform zwischen London und Schanghai hergestellt werden.

Aufnahme könnte China Milliarden bescheren

Die 234 A-Aktien, die bald aufgenommen werden, stellen „nur einen Tropfen im Meer“ der mehr als 3000 Wertpapiere dar, die in Shenzhen und Schanghai in der landeseigenen Währung Renminbi gehandelt werden, wie die US-Bank JP Morgan schreibt. Sie geht davon aus, dass der Anteil chinesischer A-Aktien im Schwellenländerindex langfristig auf neun Prozent und im Weltindex auf ein Prozent ansteigen wird.

In einer Mitteilung von Fidelity International schreibt der Portfolio-Manager Raymond Ma, die Aufnahme der A-Aktien werde dazu führen, dass die Festlandsmärkte „reifer werden, ihre Liquidität verbessern und sich mehr auf fundamentale Daten statt auf kurzfristige Gewinne konzentrieren werden“.

Wie viel Geld durch die Aufnahme nach China fließen wird, schätzen Analysten unterschiedlich ein. BNP Paribas geht von 20 Milliarden Dollar passiver und aktiver Kapitalflüsse aus. JP Morgan prognostiziert mit 47 Milliarden Dollar das Doppelte. Die größte Vermögensverwaltung der Welt, Blackrock, gibt sogar 400 Milliarden Dollar als mögliche Summe an – als Prognose dafür, wenn China vollständig in den MSCI aufgenommen ist.

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  • Dieser Sache sollte man nicht folgen, der Briefkasten bleibt.

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