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Aufschwung mit Angst Die Märkte boomen, die Krise bleibt

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"Angesichts der nach wie vor extremen Risiken auf den Bankbilanzen kommen potenziell weitere, immense Kosten auf die Steuerzahler zu", sagt Jochen Felsenheimer, einer der renommiertesten Kreditexperten Deutschlands.

Dabei haben die Steuermittel, die weltweit zur Krisenbekämpfung ausgegeben wurden, den Staatshaushalten vieler Staaten schon jetzt einen schweren Schlag versetzt: Die Haushaltsdefizite der G20-Staaten sind im Schnitt von moderaten 1,2 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung 2007 auf 8,9 Prozent 2009 geschnellt.

Was aber schlimmer ist: Die Schulden wachsen in vielen Ländern schneller als die Wirtschaftsleistung. Die Staatsverschuldung wird in den G20-Ländern von 78 Prozent des BIPs 2007 bis Ende 2010 auf 107 Prozent und bis 2014 auf 118 Prozent des BIPs zunehmen.

Risiken auf Staaten abgewälzt

Der Staat als Kreditgeber letzter Instanz braucht selbst immer mehr Kredit: Allein die Euro-Länder geben dieses Jahr neue Staatspapiere über 1 000 Milliarden Euro heraus - 15 Prozent mehr als noch 2008.

 

Immerhin: Solange Anleger die Staatsanleihen trotz deren Mickerzinsen weiter kaufen, kann das Gewürge weitergehen: Der Staat leiht sich immer mehr Geld, "und die Anleger geben es ihm, weil er ihnen scheinbar genau das dafür bietet, was alle derzeit am dringlichsten suchen: Sicherheit", sagt der Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach.

Klar: "Der Staat kann sich natürlich immer irgendwie Geld holen", sagt Martin Hüfner, Ex-Chefvolkswirt der HypoVereineinsbank. "Einen Teil wird er sich kurzfristig durch Steuererhöhungen wiederholen, einen anderen durch Leistungskürzungen". Trotzdem ist abzusehen, "dass die heutigen Schulden nicht mit heutigem Geld zurückgezahlt werden können", sagt Joachim Schäfer vom Vermögensverwalter PSM. "Es gibt nur zwei Möglichkeiten: die Schulden teilweise streichen oder sie mit inflationiertem Geld zurückzahlen."

Historische Beispiele gibt es: Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die USA ihre Schuldenquote von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 30 Prozent glatt vierteln. Wie die Analysten von Morgan Stanley nachwiesen, half ihnen dabei eine stetig steigende Inflation mit in der Spitze sechs Prozent Teuerung: Inflation bläht die Wirtschaftsleistung auf und bringt nominal höhere Steuereinnahmen.

Gleichzeitig bliebe die Zinslast für die Altschulden gleich, denn sie ist ja festgeschrieben. Real sinkt der Wert der alten Schulden. Vereinfacht: Wenn alles doppelt so teuer ist wie gestern, aber auch alle doppelt so viel verdienen, sind die Schulden von gestern nur noch halb so schlimm. In der Praxis aber gibt es Fallstricke. So müssen die Staaten ständig neue Staatsanleihen zur Refinanzierung ihrer Defizite ausgeben. Diese kämen bei steigender Inflation bald zu höheren Zinsen an den Markt.

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4 Kommentare zu "Aufschwung mit Angst: Die Märkte boomen, die Krise bleibt"

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  • @welche krise was krise.Herr Steinbrück Dr,Jörg Assmussen gehört der Finanzpreis Nr.1.ja der Aufschwung wo immer er auch stattfindet,ist nicht greifbar statistisch gesehen.die lügen das sich die balken biegen.Koch sagt sich mir gehts gut,warum weil ich vorher menschen beleidigt habe sie nieder gemacht,habe die harz 4 ler,geht kalt duschen Sarrazin,wo ist der eigentlich ich bereite euer Mahl zu ihr sollt satt werden.Deutschland ist im Aufschwung ohne Ende,oder das ende ist nahe die mehrheit der bundesbürger ist runtergehungert worden,verschuldet privat wie durch die Gesellschaft,ergo nichts zu holen,normal war so gewollt,nun kommen noch die Schrottderivate die nicht auftauchen real aber bezahlt werden müssen.Also reichtum findet bei einigen ganz wenigen statt.dafür das es so weit kommen konnte sind grosse teile der bevölkerung mitverantwortlich.übrigens kein problem 1,8 billionen staatsschulden sind 800 jahre abzahlen oder betrug am kleinen sparer der alles verlieren wird.übrigens gewisse sachen macht man nicht so verroht ist die gesellschaft also schon,sollte man Kündigen,tritt eine sperrklausel in kraft,ausser mann wechselt von einer festanstellung zur zeitarbeitsfirma x,y,z,und bleibt gleich am selben arbeitsplatz geht nur bis max. 43 jahre dann wars das,und denkt dran die Nonnenmacher sind nur vorgeschoben,es ist das system

  • naja nun, da hängt man an die Geldmenge und Preise eine Null hintenan und schon sind alle Schulden nur noch 1/10 wert. Und wenn alles ausgestanden ist, dann wird die Null wieder gestrichen.

  • interessant an der derzeitigen Lage ist, dass die Menschen sich durch den "außerordentlichen" Aufschwung in Deutschland und die steigenden Aktienkurse kurzfristig täuschen lassen und in den Glauben verfallen, alles wäre in bester Ordnung. ich möchte niemanden zu Pessimissmus und strikter Sparsamkeit aufrufen, denn dies würde uns dem Abgrund wohl eher näher bringen, aber man muss sich auf ein endgültiges Platzen der Schuldenblase gefasst machen und Vorkehrungen treffen.

  • Aktien - NO more, ist eh nur ein alter Kredit mit wahlfreiem Zins, der Dividende heisst, aber ohne Rückzahlung des Kredits an sich. Daher sind alle Papiere Käse, genauso wie die Devisen. Nur die Materie ist Materie und bleibt Materie. Der Rest ist Software und harrt dem Delete durch Verschieben in den Papierkorb - Spielgeld eben...

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