Auxmoney-Gründer „Die Rendite liegt im Schnitt bei 6,7 Prozent“

Bei der Online-Kreditplattform Auxmoney können Anleger Privatleuten Geld leihen. Im Interview verrät der Chef, warum das Portal rasant wächst, ein Börsengang kommen könnte und die Risiken überschaubar sei sollen.
14 Kommentare
... können sie gemeinsam große Projekte stemmen. Wichtig ist aber die Streuung. Quelle: Getty Images
Wenn viele Geld in die Hand nehmen

... können sie gemeinsam große Projekte stemmen. Wichtig ist aber die Streuung.

(Foto: Getty Images)

Das Büro von Auxmoney liegt ebenso zentral wie repräsentativ auf Düsseldorfs Prachtstraße, der Kö. Die 100 Mitarbeiter der Online-Kreditplattform haben sich aktuell auf 820 Quadratmetern eingerichtet, doch schon bald kommen weitere 500 Quadratmeter hinzu. Kein Wunder, dass Philipp Kriependorf, einer der drei Gründer des Unternehmens, gerne hierher einlädt und stolz die Räume präsentiert. Wachstum steht ganz oben auf seiner Agenda – nicht bloß bei der Bürogröße. Treiber dafür sollen in den nächsten Monaten auch neue Kooperationen sein. Schon jetzt wachsen die vermittelten Kredite und die Zahl der Nutzer rasant. Anleger werden von nahezu traumhaften Renditen angelockt, garantiert werden diese aber nicht.

Herr Kriependorf, Sie erweitern gerade Ihre Bürofläche um 500 Quadratmeter, warum braucht Auxmoney so viel Platz?
Die Zahl der Kreditanfragen wächst enorm, deshalb brauchen wir auch immer mehr Kollegen, um diese zu bearbeiten. Der erste Schritt im Auswahlverfahren läuft zwar automatisch über unser IT-System, aber danach gibt es viel händische Arbeit. Bei uns kann niemand eine Kreditanfrage einstellen, ohne dass wir diese geprüft und die Informationen verifiziert haben. Außerdem werden wir uns durch Kooperationen künftig noch breiter aufstellen.

Wie viele Anfragen bekommen Sie pro Tag?
Jeden Tag kommen etwa 2000 Anfragen. Allerdings werden davon aktuell etwa 80 Prozent abgelehnt, weil die Kreditprojekte es nicht durch unsere Bonitätsprüfung, den „Auxmoney-Score“ schaffen. Viele Menschen, die in einer desolaten finanziellen Situation sind, versuchen natürlich auch bei uns, an neues Geld zu kommen. Doch damit würden wir sie nur in neues Unglück stürzen und auch den Anlegern keinen Gefallen tun.

Sie sind seit acht Jahren am Markt und haben inzwischen Kredite in Höhe von knapp 180 Millionen Euro vermittelt. Wie erklären Sie den Erfolg?
Mit unserem Marktplatz bringen wir Kreditnehmer und Anleger direkt zusammen – ohne viel Bürokratie. Banken nehmen klassischerweise das angelegte Geld der einen Kunden und verleihen es als Kredit an die anderen. Das Problem dabei: Die Anleger bekommen aktuell quasi keine Zinsen mehr, die Kreditnehmer müssen aber trotzdem hohe Zinsen zahlen. Das meiste streicht also die Bank ein. Bei uns verdienen die Anleger mehr und die Kreditnehmer zahlen weniger. Das kommt gut an und sorgt für enormen Zulauf.

Philipp Kriependorf hat große Pläne für die Online-Kreditplattform. Quelle: Auxmoney
Auxmoney-Gründer

Philipp Kriependorf hat große Pläne für die Online-Kreditplattform.

(Foto: Auxmoney)

Regelmäßig verkünden Sie neue Wachstumsrekorde. Wie lange kann das so weitergehen?
Wir sind überzeugt, dass wir erst am Anfang stehen und das Wachstumstempo auch in den nächsten Jahren locker halten können. Allein 2014 haben wir Kredite in Höhe von 65,3 Millionen Euro vermittelt – so viel wie in den vorangegangenen sieben Jahren zusammen. Schon in diesem Januar und Februar sind wieder insgesamt 35 Millionen Euro hinzugekommen. Inzwischen werden bei uns häufig an nur einem Tag mehr als eine Million Euro finanziert.

Was ist Ihr Ziel für 2015?
Bis Ende 2015 wollen wir mindestens 300 Millionen Euro vermittelt haben – eine halbe Milliarde halte ich auch für realistisch. Wir haben mal Menschen bei einer Onlineumfrage gefragt, wo man einen Kredit bekommt. Nur zwei Prozent haben Auxmoney genannt. Unser Wachstumspotenzial ist also noch enorm.

„Die Ausfallquote liegt unter drei Prozent“
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Auxmoney-Gründer - „Die Rendite liegt im Schnitt bei 6,7 Prozent“

14 Kommentare zu "Auxmoney-Gründer: „Die Rendite liegt im Schnitt bei 6,7 Prozent“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Herr Kay Marek,

    Ich habe auch noch die alten Zeiten bei auxmoney kennen gelernt, in denen Kreditnehmer Geld bekommen haben, die es nicht hätten bekommen sollten. Das waren dann Kredite, die einem die Performance verhagelt haben. Als auxmoney Anfang 2014 angefangen hat, nicht mehr alle Kreditnehmer zuzulassen, war ich zunächst irritiert. Inzwischen sehe ich aber, dass die neuen Kredite viel besser performen und werde auch weiter investieren. Offen gesagt, bin ich mit meinen 4,3 % recht zufrieden und werde weiter investieren.

    Und Herr Marek, wenn Sie Herrn Kriependorf schon „Vortäuschung falsche Tatsachen“ – vorwerfen, dann lesen Sie bitte ein wenig genauer und werden Sie nicht unfair. Er wird zitiert mit: „Dieser Wert gilt für Anleger, die maximal streuen, also beispielsweise 2500 Euro investieren und auf 100 Projekte verteilen. Dann liegt die erwartete Rendite über alle Score-Klassen bei 6,7 Prozent.“

  • Zu ergänzen ist noch, dass die "guten" Kreditnehmer ihre Kredite meist frühzeitig zurück zahlen, und sich damit das restliche Portfolio verschlechtert.

    Solange man (re)investiert, stimmen zumindest die ausgewiesenen Renditen, aber sobald man keine Reinvestitionen mehr tätigt, also die Rückflüsse verkonsumieren will, sinkt aufgrund der Notleidenden Projekte der Renditenindex dramatisch. Auch das verschweigt auxmoney

  • Dass der Beitrag dem Unternehmen "viel Raum" in dem Beitrag gibt, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass es sich um ein Interview handelt. Dass sich hier subjektiv geäußert wird, ist meiner Meinung nach logisch ;) Ich bin nicht bei auxmoney angemeldet, aber ich finde es gerade in der jetzigen Zeit richtig und wichtig, dass über Anlagealternativen gesprochen wird. Ob man es letztendlichen mit Crowdfunding probiert, ist jedem selbst überlassen.

  • In den Jahren 2012 bis 2013 habe ich insgesamt 13.000 Euro in 85 Projekte investiert.

    Die Bilanz ist ernüchternd: aktuelle Rendite: 0,8 % und aufgrund von Betrugsprojekten, bei denen nie ein Euro zurück gezahlt wurde sowie sich nun in Insolvenz befindlichen Projekten ist die Tendenz weiter fallend.

    Was mich aber am meisten ärgert und wo ich der Geschäftsleitung von Auxmoney Vortäuschung falsche Tatsachen vorwerfe ist, dass bei mir bei 7 Projekte aufgrund der vorliegenden Tatsachen definitiv kein Geld mehr fliessen wird. (Betrugsprojekte sowie Insolvenz) Dennoch wird kein einziges Projekt in meiner Statistik als "ausgefallen" aufgeführt.

    Deswegen ÄUSSERSTE VORSICHT, wenn Herr Krippendorf behauptet, die Ausfallquote liege bei unter 3%!!!! Wenn Ausmoney seine eigenen Statistiken "schönt", damit man neue Anleger mit der Aussage "unter 3%" ködern kann, ist das in meinen Augen nicht das Geschäftsgebaren einer seriösen Firma.

    Wer sich mit anderen Anlegern austauscht, die mehr als 3 Jahre investiert sind, findet sich kaum einen, der mehr als eine durchschnittliche Dividendenrendite (3,4%) erwirtschaftet hat. Und dass bei einem weitaus höhere Risiko, als bei einem Dividendenfonds.

  • Vor Einführung des auxmoney Scorings Ende 2013 lag meine Rendite bei knapp 3%. Da damals ein jeder Kreditnehmer sein Anliegen einstellen durfte, musste jeder Anleger wiederrum für sich selbst entscheiden, welchen Kredit er finanziert. Das Risiko lag bei einem Jedem selbst, auxmoney war ähnlich wie "Ebay" nur Plattform, ohne Empfehlungen auszusprechen.

    Seitdem auxmoney das Scoring eingeführt hat und nur noch vermeintlich solvente Kreditnehmer zulässt, hat sich meine Rendite auf 9,1% erhöht.

    Ich finde es gut, dass auxmoney einem die Entscheidung mittlerweile erleichtert, indem sie ein eigenes Scoring eingeführt haben. Meines Erachtens hätte dies ruhig früher geschehen können. Trotzdem darf man sich nicht beschweren, wenn man vor 2014 eine negative Rendite hatte, da man selbst und ohne Einfluss von auxmoney die Kreditprojekte auswählte. De facto war man selbst verantwortlich.

  • Die Rendite halte ich für optimistisch....
    Ende 2010 habe ich bei auxmoney investiert, bisherige Rendite: -19,99%
    Trotz toller Zertifikate und Ratings wurde von 28 finanzierten Projekten nicht eins wie prospektiert abgewickelt: 12 sind vorzeitig zurück gezahlt, 4 im Mahnverfahren und der Rest (12) im Inkasso. In einem Falle wurde Strafanzeige erstellt. Unterstützung in diesem Falle seitens auxmoney: Nicht vorhanden, eher im Gegenteil, es wurde blockiert wo es geht.
    Auxmoney ist also eine schön dargestellte Hochrisiko-Anlage. Etwas bessere Recherche hätte ich mir vom Handelsblatt schon gewünscht...

  • Beim Start der Firma vor ein paar Jahren habe ich als unabhängiger Finanzberater die Chancen für Anleger in etwa so eingeschätzt, wie sie nun bestätigt werden: im Schnitt Plus/Minus Null. Ich habe natürlich nicht bei Auxmoney investiert und werde auch die Aktie nicht kaufen, sollte es denn zu einem Börsengang kommen, was wohl das Ziel von Herrn Kriependorf sein drüfte. Auch ich finde es für ein angesehenes Wirtschaftsmagazin einigermaßen unpassend, einer solchen Firma derart viel Raum mit zudem noch kaum verfifizierten Angaben einzuräumen.
    PS: Dank an die Online-Redaktion für die bequemere "Kommentarzeile"!

  • Die Durchschnittsrendite liegt also bei 6.7 % ? Gemäss Angaben von Auxmoney gibt es 50.000 Anleger. Mit einer Rendite von -0.35 % liege ich gemäss publizierter Rangliste von Auxmoney auf Rang 2.367.
    Es ist schade, dass eine seriöse Zeitschrift wie das Handelsblatt über eine Firma berichtet, deren Existenz auf neuen Anlegern beruht.

  • Ich habe Crowdlending in den USA kennengelernt, das sich dort zu einer ernst zu nehmenden Anlageklasse entwickelt. Dort explodiert das Geschäft bei dem größten Player, Lending Club, gerade. Rund 10 Mrd.(!) USD sind dort schon vermittelt worden, nach 5 Mrd. im Vorjahr. Börsengang war Ende 2014.

    Das direkte Zusammenführen von Menschen über das Internet hat schon in vielen anderen Lebensbereichen unser Leben radikal verändert. Warum nicht auch in der Bankenwelt? Die USA sind da mal wieder weiter, als wir.

    Ich habe im September meine ersten Gehversuche bei auxmoney gemacht und bin derzeit mit 7,8 % im Plus. Ein Teil meiner aktuellen Gewinne aus dem Aktienmarkt (dort gibt es auch immer typisch deutsche Nörgler, die Geld verlieren, weil sie nicht wissen, wie man es richtig macht) schaufle ich noch zu auxmoney.

    Welche Alternativen habe ich denn? Noch ein paar Barren Gold oder Tagesgeld zu 0,25%? Nein Danke. Dann probiere ich lieber so ein neues Modell aus.

  • Also die 6,7 Prozent kann ich nicht bestätigen meine liegt derzeit bei -7%, etliche Kredite sind bereits bei der ersten Rate ausgefallen, und bei bereits einem solchen Kandidaten braucht man viele Projekte die das "auffangen". Bin seit 2009 dabei, bis 2013 gab es aber auch wesentlich mehr Ausfälle.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%