Berkshire Hathaway-Hauptversammlung Buffett-Manie in Omaha

Seit 50 Jahren steht Warren Buffett an der Spitze von Berkshire Hathaway. Zum jährlichen Treffen mit der Anleger-Legende reisten diesmal 38.000 Aktionäre nach Omaha. Wird Buffett bald Opfer des eigenen Erfolgs?
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Investorenlegende Warren Buffett (r.): Der Mann ist immer für einen Scherz zu haben, hier schaut ein Berkshire Hathaway-Anleger auf der Hauptversammlung in Omaha durch einen Ausschnitt in einem übergroßen Bild von Buffet. Quelle: Reuters

Investorenlegende Warren Buffett (r.): Der Mann ist immer für einen Scherz zu haben, hier schaut ein Berkshire Hathaway-Anleger auf der Hauptversammlung in Omaha durch einen Ausschnitt in einem übergroßen Bild von Buffet.

(Foto: Reuters)

Selfie-Time in Omaha. Warren Buffett posiert für das Erinnerungsfoto neben seinem engen Vertrauten Bill Gates und umringt von seinen Aktionären, die aus der ganzen Welt angereist sind, um ihn zu sehen. Seit 50 Jahren steht Buffett nun an der Spitze von Berkshire Hathaway und hat sich längst daran gewöhnt, dass der Rummel um ihn jedes Jahr größer wird.

38.000  Menschen sind am ersten Mai-Wochenende in seine Heimatstadt im Bundesstaat Nebraska gepilgert. Die verschlafene Stadt im Mittleren Westen ist im Ausnahmezustand. Die Hauptversammlung des Konglomerates Berkshire hat der Chef selbst scherzhaft das „Woodstock für Kapitalisten“ getauft.

Es ist die große Show von Warren Buffett und seinem Vice-Chairman Charlie Munger. Fünf Stunden lang sitzen sie auf der Bühne der Messehalle und beantworten Fragen – von Aktionären, von Journalisten und von Analysten. Danach mischt sich Buffett unters Volk. Er spielt Bridge mit den Aktionären und verkauft Schmuck des konzerneigenen Juweliers.

Buffett hat viele Menschen reich gemacht. Die Investorenlegende hat mit seinem außergewöhnlichen Riecher für gute Geschäfte das frühere Textilunternehmen in einen Konzern verwandelt, der an der Börse 317 Milliarden Dollar wert ist -  das nach Börsenkapitalisierung fünftgrößte Unternehmen der USA.

Die Risiken wachsen

Gut ein Drittel des Gewinns macht Berkshire mit Versicherungen und Rückversicherungen. Der Konzern hält auch gut elf Prozent an der deutschen Munich Re. Der Rest kommt von den rund 80 Unternehmen, die er über die Jahre gekauft hat, und aus Aktienbeteiligungen. Buffett hält große Pakete an Konzernen wie Coca Cola, Wells Fargo und American Express.

Doch nach 50 Jahren läuft Berkshire Gefahr, Opfer seines eigenen Erfolgs zu werden. „Wir könnten an einen Punkt kommen, an dem wir nicht mehr wissen, wie wir unser Cash intelligent investieren können“, sagt Buffett.

Buffetts „Woodstock für Kapitalisten“
Munger
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Warren Buffett und Charlie Munger, die Chefs der legendären US-Investmentfirma Berkshire Hathaway als Gummienten. Dieses Andenken der Oriental Trading Company konnten sich Aktionäre gönnen, die an dem jährlichen Aktionärstreffen in Omaha, Nebraska, teilnahmen. Zu der Veranstaltung am 4. Mai 2014 pilgerten rund 38.000 Anleger.

Warren Buffett
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Die CenturyLink Arena in Omaha: Hier stehen Warren Buffett und Charlie Munger rund 38.000 Berkshire Hathaway-Aktionären über fünf Stunden lang Rede und Antwort.

ketchup
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Der Insider-Scherz, ob der Chef oder der Vize mehr Tomantenketchup verkaufen können, spielt auf eines der klassischen Investments von Berkshire Hathaway an: Die Traditionsfirma Heinz wurde 2013 für rund 28 Milliarden Dollar übernommen. Buffett investiert angeblich nur in Unternehmen, deren Produkte er versteht.

Berkshire Hathaway shareholders wait for the free bar to open at a welcome cocktail reception in Omaha
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An der gut sortierten Bar gibt es Gratis-Getränke für die Anteilseigner.

shorts
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"Berky Boxers" heißen diese Boxershorts, die von der Firma Fruit of the Loom extra für die Hauptversammlung bzw. die Berkshire-Hathaway-Aktionäre als Andenken hergestellt wurden. Natürlich ist auch der amerikanische Bekleidungsriese Teil des Imperiums von Warren Buffett und Charlie Munger, deren Konterfei sich auf der Unterwäsche befindet.

airport
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Aktionäre, die per Flugzeug zur HV anreisten, wurden am Flughafen von diesem Schild begrüßt: Buffett machte seinen Bachelor an der University of Nebraska. Kein schlechtes Aushängeschild für eine Bildungsinstitution.

huGO-BildID: 36726289 Stan Docekal, owner of the Kiewitt Plaza Barber Shop, gives Omahan Tony Cicinelli a haircut on 5 May 2014, in Omaha, Neb.,
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Stan Docekal, Besitzer des Kiewitt Plaza Barber Shop: Der Friseur betreit schon seit vielen Jahren seinen Laden im Untergeschoss der Berkshire-Zentrale in Omaha, und ist eng mit Investoren-Legende Warren Buffett befreundet.

Der ist, obwohl drittreichester Mann der Welt, für seinen bescheidenen Lebensstil bekannt und geschätzt. Er mag die Routine und die Tradition. Seit Jahrzehnten besucht er immer wieder zwei Steak-Häuser in Omaha. Und natürlich Stan, den Friseur, der an diesem Wochenende wegen der Hauptversammlung besonders viel zu tun hat..

Schon heute ist es immer schwieriger geworden, das Unternehmen auszubauen. Übernahmen müssen eine gewisse Größe haben, um sich in den Konzernergebnissen bemerkbar zu machen. Damit wachsen die Risiken. „Es wird schwierig werden, die Erfolge der Vergangenheit zu wiederholen”, befürchtet Morningstar-Analyst Greggory Warren.

Zwar hat Berkshire im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 19,5 Milliarden Dollar erzielt. Doch im ersten Quartal ging der Gewinn um vier Prozent zurück. Auch hat es der Berkshire-Chef 2013 nicht geschafft, die von ihm gesetzten Wachstumsziele zu erfüllen. Buffett hat sich schon lange das Ziel gesetzt, dass der Buchwert seines Unternehmens nach Steuern über eine Spanne von fünf Jahren stärker wachsen soll als der Aktienindex S&P 500.

Bescheidenheit, Routine, Tradition
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