Blackrock-Ausblick Das Ende der Renditen

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock erwartet nur noch Mini-Renditen. Deshalb denkt der norwegische Staatsfonds bei seinen Investments bereits um. Welche Anlageklassen die Branchenriesen jetzt empfehlen.
Das waren noch Zeiten: Die Umlaufrendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt am 22. Januar 2016 bei 0,3 Prozent, wie ein Foto aus der damaligen Handelsblatt-Ausgabe zeigt. Nun beträgt die Rendite 0,09 Prozent.
Renditen

Das waren noch Zeiten: Die Umlaufrendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt am 22. Januar 2016 bei 0,3 Prozent, wie ein Foto aus der damaligen Handelsblatt-Ausgabe zeigt. Nun beträgt die Rendite 0,09 Prozent.

Die zehnjährige Bundesanleihe nähert sich mit einer Rendite von nur noch 0,09 Prozent rasant ihrem Allzeit-Tief. Dieses hatte sie am 17. April 2015 im Tagesverlauf mit 0,05 Prozent markiert. Der Kurs der zehnjährigen Bundesanleihe ist damit seit Anfang des Jahres um mehr als fünf Prozent gestiegen.

Kommt nun bald der Fall ins Negative? Schließlich rentieren Bundesanleihen mit einer Laufzeit von bis zu neun Jahren bereits seit längerem im Minus-Bereich. Das bedeutet, dass Anleger, die diese Papiere jetzt kaufen und bis zur Fälligkeit halten, einen garantierten Verlust machen.

Dabei sind die Neunjährigen nicht allein: Das weltweite Marktvolumen der Staatsanleihen, die negative Zinsen boten, wuchs im vergangenen Monat auf sieben Billionen US-Dollar. Noch im Dezember 2015 lag der Wert von Staatsanleihen mit negativer Rendite bei nur rund zwei Billionen US-Dollar. Im renommierten JP Morgan Global Goverment Bond Index haben diese Negativ-Anleihen bereits einen Anteil von 27 Prozent.

Und ein Ende dieser Entwicklung ist noch abzusehen. „Die Jagd nach Rendite wird immer härter“, schreibt Blackrock, der weltweit größte Vermögensverwalter, in seinem Ausblick auf das zweite Quartal 2016. „Erträge sind wichtig in einer Welt mit Niedrigzinsen und niedrigen Renditen. Nun wird es immer schwerer, die zu erzielen“, heißt es weiter. Rick Rieder, Chefanlagestratege für globale Anleihen, meint: „Negativzinsen bringen unseren Finanzmechanismus zurück in die Steinzeit“.

Der rasant steigende Anteil an Bonds mit Negativzinsen lässt auch den norwegischen Staatsfonds umdenken. Der mit einem Anlagevermögen in Höhe von 850 Milliarden Dollar weltweit größte Staatsfonds darf nun seinen Immobilienanteil von fünf auf sieben Prozent erhöhen. Dadurch kann der Fonds 17 Milliarden Dollar mehr in „Betongold“ investieren. Ursprünglich war sogar ein Immobilienanteil von zehn Prozent geplant.

Abgelehnt wurde von der norwegischen Regierung der Antrag, dass der Fonds in Infrastrukturprojekte investieren kann. Begründet wurde das Nein mit hohen regulatorischen Anforderungen und politischen Risiken.

Der „Statens pensjonsfond utland“ (Staatlicher Pensionsfonds Ausland), galt in der Vergangenheit als Beispiel für langfristige und strategisch geschickte Investments, erzielte aber 2015 zwei Quartale hintereinander Verluste in Milliardenhöhe.

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