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Börsen-Indizes Axel Springer verlässt außerplanmäßig den MDax

Der Finanzinvestor KKR steigt beim Medienkonzern Axel Springer ein. Dadurch sinkt der Streubesitz des Unternehmens unter eine wichtige Schwelle.
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Springer muss seine Papiere außerplanmäßig aus dem MDax nehmen. Quelle: imago/Sven Simon
Börse Frankfurt

Springer muss seine Papiere außerplanmäßig aus dem MDax nehmen.

(Foto: imago/Sven Simon)

Frankfurt Der erfolgreiche Einstieg des Finanzinvestors KKR beim Medienkonzern Axel Springer hat auch Folgen für die Zusammensetzung der deutschen Börsenindizes. Weil sich der Streubesitz des Unternehmens auf knapp fünf Prozent verringert hat, werden die Axel-Springer-Papiere außerplanmäßig aus dem MDax-Index für die mittelgroßen Unternehmen genommen. Der Schritt werde an diesem Donnerstag mit Handelsbeginn vollzogen, erklärte die Börse.

Die entstehende Lücke füllt das IT-Unternehmen Cancom, das aus dem Kleinwertesegment SDax aufsteigt. Nachrücker im SDax wird wiederum das Immobilienunternehmen Instone Real Estate. Die Anleger honorierten den Aufstieg am Dienstag bis zum Nachmittag mit Kursgewinnen von 3,5 Prozent für Cancom und 4,5 Prozent für Instone. Der nächste Termin für die planmäßige Überprüfung der Dax-Indexfamilie ist der 4. September.

KKR sicherte sich mit seinem Übernahmeangebot von 63 Euro je Aktie etwa 42,5 Prozent am größten Digitalverlag in Europa. Darüber hinaus kaufte KKR weitere 1,04 Prozent am Markt. Das gesamte Engagement wird auf etwa 2,9 Milliarden Euro veranschlagt. Verlegerwitwe Friede Springer kommt auf etwa 42,6 Prozent der Anteile, Springer-Chef Mathias Döpfner auf rund 2,8 Prozent und die Enkel von Axel Springer auf rund 6,1 Prozent.

Döpfner hatte wiederholt betont, mit KKR wolle man Chancen nutzen, um im digitalen Journalismus und im Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet zu wachsen.

Beobachter gehen davon aus, dass das Private-Equity-Haus KKR im Zuge eines „Squeeze-outs“ die restlichen Kleinaktionäre abfinden könnte und dann im Rahmen eines Delistings den Konzern von der Börse nimmt. Durch die hohe Annahmequote der KKR-Offerte sei eine neue Lage entstanden, sagte ein Beteiligter. Eine Entscheidung steht aber noch aus. Auch beim Konsumforscher GfK hatte KKR eine Abfindung durchgezogen.

Beim zwangsweisen Ausschluss der Minderheitsaktionäre kommt eine Barabfindung zum Einsatz. Zur Vermeidung von Kursmanipulationen ist auf den durchschnittlichen Kurs der letzten drei Monate abzustellen.

Weltweit betrug das Transaktionsvolumen aus dem Rückzug börsennotierter Unternehmen 2018 rund 125 Milliarden Dollar nach 120 Milliarden im Jahr zuvor und 81 Milliarden im Jahr 2016. Ein bekannter Fall in Deutschland war zuletzt auch der Arzneimittelhersteller Stada.

Die Privatisierung börsennotierter Firmen wird nach Ansicht von Investmentbankern deutlich zunehmen. In den nächsten zwei Jahren werde es mehr Fälle geben, als wir je zuvor gesehen haben, meint ein Bankmanager.

Alternativen zur Börse

Laut einer Studie von Bank of America Merrill Lynch ging in den USA die Zahl der börsengehandelten Unternehmen von 7200 im Jahr 1999 auf 4400 im vergangenen Jahr zurück. Die Zahl börsennotierter Unternehmen hat in den vergangenen zehn Jahren sowohl in Deutschland als auch in den USA stark abgenommen.

Wenn Firmen von Private-Equity-Häusern gekauft würden, dann kämen sie häufig nicht mehr an die Börse zurück, sondern gingen meist direkt an einen strategischen Käufer oder eine andere Private-Equity-Gesellschaft, erläutert ein Banker.

Zu den Gründen für die geringer werdende Zahl börsennotierter Unternehmen zählen neben Fusionen auch die niedrigen Zinsen, die die Beschaffung von Fremdkapital zu attraktiven Konditionen ermöglichen. Ein Börsengang zur Kapitalbeschaffung ist nicht mehr zwingend notwendig. Außerdem haben die regulatorischen Vorschriften und die Anforderungen an die Quartalsbilanzen der Unternehmen zugenommen.

Mehr: KKR sichert sich 42,5 Prozent an Axel Springer – Die Mindestannahmeschwelle hat der US-Finanzinvestor deutlich überschritten. Springer-Chef Döpfner drängt nun auf schnelle Zukäufe.

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