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Börsengang Dieses Unternehmen plant den ersten deutschen IPO in Hongkong

Die Lasik-Kette Euroeyes will für ein Viertel ihrer Anteile Geld einnehmen – unter rauen Bedingungen. Mit dem Geld sollen auch neue Kliniken entstehen.
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Das Unternehmen verspricht, nach dem Börsengang jährlich 20 Prozent des verfügbaren Nettogewinns als Dividende auszuschütten. Quelle: Euroeyes
Euroeyes-Klinik in China

Das Unternehmen verspricht, nach dem Börsengang jährlich 20 Prozent des verfügbaren Nettogewinns als Dividende auszuschütten.

(Foto: Euroeyes)

Peking, HamburgIn Hongkong bahnt sich der erste Börsengang eines deutschen Unternehmens an. Der Augenarzt Jørn Jørgensen, Inhaber der Lasik-Kette Euroeyes, hat laut eines in Hongkong veröffentlichten Börsenprospekts bereits umfangreiche Vorbereitungen dafür getroffen. Zusammen mit der Bank of China läuft bereits eine Roadshow, also Präsentationen bei möglichen Investoren.

Der 64-jährige Däne Jørgensen ist 1993 mit einer Praxis in Hamburg gestartet, inzwischen sind es knapp 30 in Deutschland, Dänemark und China. Er und die angeschlossenen Ärzte korrigieren mit dem Eingriff Fehlsichtigkeiten von Privatpatienten. Jørgensen positioniert sich als Premiumanbieter in einem Markt, in dem die Konkurrenz stetig wächst.

Hoffnungsträger ist China, wo Euroeyes bereits seit einigen Jahren mit eigenen Praxen tätig ist. Sie bringen das Wachstum – und das soll durch den Börsengang beschleunigt werden. Noch kommen 63 Prozent des Umsatzes von zuletzt 43 Millionen Euro aus Deutschland. China macht mit vier größeren Kliniken allerdings bereits 28 Prozent aus. Noch im Juni sollen zwei weitere Kliniken im Osten Pekings und in Hangzhou eröffnen.

China beliebt bei Modeunternehmen

Für ein Unternehmen aus Deutschland ist der Börsenplatz ungewöhnlich, doch in Hongkong sind bereits einige europäische Unternehmen notiert. Der Börsenplatz verzeichnete im ersten Quartal 2019 weltweit die meisten Börsengänge. Bereits seit 1993 ist die Modekette Esprit in Hongkong notiert. Das Unternehmen, einst in den USA gegründet, hat seine Unternehmenszentrale in Ratingen bei Düsseldorf. Die Eigentümer stammen jedoch überwiegend aus Asien.

Auch andere Modeunternehmen zog es nach China, das sowohl ein wichtiges Verkaufs- als auch Einkaufsland für die Branche ist. 2011 sammelte etwa Prada rund 2,1 Milliarden US-Dollar ein. Ein Jahr zuvor ging L’Occitane als erstes französisches Unternehmen nach Hongkong und erhielt 707 Millionen US-Dollar. Im selben Jahr ging der Aluminiumhersteller Rusal als erstes russisches Unternehmen an die Börse der Stadt.

Um sein Hamburger Unternehmen Euroeyes in Hongkong notieren zu können, hat Jørgensen bereits im vergangenen August eine Holding auf den Kaimaninseln gegründet. Nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens sollen 25 Prozent des Unternehmens per Kapitalerhöhung an die Börse kommen. Eine Roadshow in Frankfurt ist in Planung.

Wie viel Geld konkret zusammenkommen soll, ist noch offen. Laut Prospekt lag der faire Wert allein des Deutschlandgeschäfts im September 2018 bei 48 Millionen Euro. Euroeyes kündigt im Prospekt an: 40 Prozent des Börsenerlöses sollen in weitere Kliniken in China fließen, ein Drittel für mögliche Zukäufe von Klinikketten in Europa bereitstehen. Das Unternehmen verspricht, jährlich 20 Prozent des frei verfügbaren Nettogewinns als Dividende auszuschütten.

Zudem stellt es eine Sonderdividende von 7,4 Millionen Euro in Aussicht. Dabei helfen auch Gewinnrücklagen von gut 14 Millionen Euro. Zwei prominente Investoren hat Jørgensen bereits Ende 2018 gewonnen: Thomas Gottschalk und seine Noch-Frau Thea investierten damals 445.000 beziehungsweise 198.000 Euro in das Unternehmen.

Ein Selbstläufer ist die Notierung jedoch womöglich nicht. Zwar sind allein im ersten Quartal 2019 nach Zahlen der Beratungsgesellschaft EY 35 Unternehmen an die Börse in Hongkong gekommen und haben dabei 27 Milliarden US-Dollar eingenommen, doch die Unsicherheit wächst. „Trotz des negativen Einflusses der internationalen Handelsspannungen bleibt Hongkong ein wichtiger Markt für Technologie-Börsengänge“, meint EY-Experte Ringo Choi.

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