Börsenrally Die fetten Jahre sind vorbei

Wer Börsianer oder Bankberater fragt, wie es an den Märkten weitergeht, bekommt meist diese Antwort: nach oben. Dabei ist der größte Teil der Rally schon gelaufen. Sieben Gründe, warum Anleger vorsichtig werden sollten.
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Leere Taschen: Immer mehr Banken behandeln zwischenzeitliche Geldnöte kulant. Quelle: Getty Images

Leere Taschen: Immer mehr Banken behandeln zwischenzeitliche Geldnöte kulant.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfFür die meisten ist es eine gute Nachricht: Nach Jahren der Krise erholt sich die Wirtschaft, etwas schneller in den USA, etwas langsamer auch in Europa. Die schlechte Nachricht: Für Anleger geht die Zeit der schnellen Gewinne damit zu Ende.

Nachdem Handelsblatt Online gestern sieben Argumente präsentiert hat, warum Anleger optimistisch bleiben sollten, stellen wir heute sieben Gründe vor, warum Vorsicht angebracht ist. Entscheiden Sie selbst, wer recht behalten wird: Bulle oder Bär.

Die Aktienmärkte haben einen Aufschwung zu einem guten Teil bereits eingepreist. Die besten Investments macht man eben nicht dann, wenn die Konjunktur brummt, sondern mitten in der Krise.

Das heißt nicht, dass Aktien künftig nichts mehr bringen oder gar ein Absturz unmittelbar bevorsteht. Gerade in der Endphase einer Rally ist oft noch etwas drin. Außerdem schütten die Unternehmen üppige Dividenden aus – auch deshalb sind Aktien einen Blick wert. Dennoch: Es gibt Zeiten, in denen man Gewinne sichern sollte, statt noch die letzten paar Prozentpunkte einer Rally mitzunehmen.

1. Argument: Die Abhängigkeit von den Notenbanken

Auf dem Höhepunkt der Krise ging es um alles: Die Banken trauten einander nicht, sie verliehen kein Geld, weil sie fürchten mussten, dass ihr Geschäftspartner genauso große Löcher in der Bilanz hatte wie sie selbst. Das Finanzsystem stand vor dem Zusammenbruch. Die echte Wirtschaft stürzte in die Rezession. Allein die Notenbanken konnten dagegenhalten. Sie stellten fast unbegrenzt Geld zur Verfügung.

Das Ergebnis: Der ganz große Crash blieb aus. Die Börsen haben das Niveau vor der Krise längst wieder erreicht. Aber die Geldflut hat die Spielregeln verändert. Nicht wenige Investoren hoffen mittlerweile auf schlechte Konjunkturdaten, weil das bedeutet, dass es noch länger billiges Geld von den Notenbanken geben wird. Ein Ende der Notfallmaßnahmen wäre wünschenswert - nur nicht für die Investoren. Liquidität ist der Stoff, aus dem steigende Kurse gemacht werden.

Eines Tages werden die Notenbanken den Geldhahn wieder zudrehen müssen. Noch ist nicht genau klar wie und wann. Die Federal Reserve hat  im Mai dieses Jahres angedeutet, dass sie ihre Anleihekäufe - immerhin 85 Milliarden Dollar monatlich - zurückfahren wird, wenn die US-Wirtschaft wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Allein diese Ankündigung löste Unruhe an den Märkten aus. Experten rechnen damit, dass die US-Notenbank schon Ende dieses Jahres den Einstieg vom Ausstieg einleiten könnte.

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26 Kommentare zu "Börsenrally: Die fetten Jahre sind vorbei"

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  • ...............ist ja interessant zu lesen und zu hören, daß die fetten Jahre an der Börse vorbei sein sollen. Wirklich? Das kann erst dann endgültig vorbei sein, wenn die Spielerbörsen hier, vergleichbar mit den in Nevada USA, geschlossen werden. Und deshalb ist der Crash da. Der macht Schluß (vorläufig) bis auf Widerruf. Aber das wird dauern, vielleicht länger als Mensch denkt. Und viele der Zocker hier, werden das Zeitliche gesegnet haben. Und so muß es und so wird es passieren. Je länger es dauert, um so schlimmer wird der Sturz auf der Treppe sein. Mit dem Kopf zuerst auf den Steinboden. Arme und
    Beine hinterher. Werden aber nicht mehr benötigt, da der Kopf irreparabel beschädigt ist........Arzt sagt, klinisch tot................So wird es sein, da dann die Etappe im Spielerparadies beendet sein wird..........Und so wird es kommen...............

  • Es ist wie immer, wenn Prognosen allgemein bzw. speziell für die Aktienmarktentwicklung angestellt werden, je nach persönlichem Wunschdenken gibt es Argumente für steigend und fallend. Aber wissen kann es natürlich keiner weil kurzfristig der Zufall immer eine große Rolle spielt. Es bleibt langfristig einzig die Strategie der Trendfolge. Die letzten 10 Jahre trotz den beiden Crashs 2000-2003 und 2008-2009 brachten beim DAX jährlich 9,7 % und mit Trendfolge 14,9 % pro Jahr. Also besser dem Trend folgen, als vermeintlichen Prognosen zu glauben. rs-depot.de

  • Schon richtig. Ein wenig weitergehend, es werden immer wieder bei Prognosen Analysten zitiert. Betrachtet man mal den Wortstamm des Wortes Analysten, Anal, dann weiss man, was die Prognosen wert sind.

  • Die fetten Jahre:Das waren im Nikkei die Zeiten von 69-89,im Nasdaq von 82-00,das Selbe im DAX und Dow.Im Nemax von 97-00.
    Werden sie sich jetzt genauso wiederholen? Eher nicht.

  • Das Problem hat DonSakasmus doch auf den Punkt gebracht:

    Das Handelsblatt schreibt nur noch um des schreibens Willen.

    Seit 20 Jahren begleitet mich das HB nun - ich habe es der FTD immer vorgezogen, doch es ist mittlerweile ein sehr leidiges Blatt geworden.

    Wieder mehr Berichte über die Unternehmen und deren Märkte - tiefergehender Journalismus - das Blatt hat in der Print und Online Version einen stolzen Preis, wenn man es nicht täglich im Büro erhält!

    Qualitativ mal Richtung Kollegen von CNBC schauen, wie die Damen und Herren z.B. in derene "Squawk-Box" die CEOs and CFOs angehen, um auf den Punkt zu kommen.

    Diese Meinungsmache und Dirk the Dax Kommentare wollen wir Leser doch gar nicht.
    Ich gehe mal davon aus. daßüber 75% der HB Leserschaft eher im Finanzbereich beruflich angesiedelt ist - und wir betrachten das mal alles eher nüchtern - nicht neutral, denn dann gäbe es hier keine Aufreger über die Artikel!

  • In diesen Zeiten gilt noch mehr, was auch ansonsten grundsätzlich immer seine Berechtigung hat: Titel GEZIELT auswählen. Wer nur dumm auf DAX und Co setzt, kann das allenthalben sehr, sehr langfristig tun, würde dennoch auch hier auf ausstehenden Rücksetzer warten.
    Auch ohne Optionsscheine konnte man in den letzten Wochen gutes Geld verdienen, in einer Woche rund 8% mit Conti oder Drillisch oder oder. Man muß halt am Ball bleiben und nicht seinem Bankberater glauben.

  • Als ich gestern las: Die fetten Jahre kommen, dachte ich sofort:

    Aha, Sigmar Gabriel wird Bundeskanzler.

    Als ich heute las: Die fetten Jahre sind vorbei, dachte ich:

    Was, schon wieder zurückgetreten ?

  • Sollten erst gestern nicht die fetten Jahre vor uns liegen? Könnt ihr euch irgendwie entscheiden?
    Ach ja ich beginne zu verstehen: fette Jahre wenn das Blocksparteien - Gesox endlich abgewählt ist und magere Jahre wenn die an der Macht bleiben. So wird ein Schuh draus.

  • Vielleicht sollten die "wirklichen" Journalisten so langsam daran denken, dass es bald vorbei sein koennte mit ihren von der Lobby bezahlten Jobs. Was dann? Ja, dann werdet ihr wohl wieder "den Mann/Frau auf der Strasse" brauchen!
    Ihr koennt versuchen, die Vorgaben der Lobbys noch einige Zeit zu erfuellen, aber lange wird das nicht mehr gehen und einige Namen von Euch haben sich bei vielen, unabhaengigen menschen bereits tief ins gedaechtnis eingebrannt. So leicht kommt ihr da nicht mehr heraus!

  • vielleicht haben sie sich auch ausführlicher mit der situation auseinander gesetzt, als sie das getan haben.

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