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Börsenweisheit Aktien oder Anleihen? – Privatanleger sollten sich diese Frage gar nicht erst stellen

Seite 2 von 2:
Die Gefahr eines aktienlastigen Portfolios

„Hin und Her macht Taschen leer“ – Was ist dran an Börsenweisheiten?

Natürlich sind Aktien in der Regel renditestärker als Anleihen. Gleichzeitig sind Erstere auch volatiler als Letztere. „Die Gefahr bei einem stark Aktien-lastigen Portfolio ist immer, dass ein eigentlich sicherheitsorientierter Anleger sich vom klassischen “Gier-frisst-Hirn”-Phänomen auf der einen und Panik auf der anderen Seite leiten lässt“, so Reiner.

Häufig werden die Wertpapiere dann früher als notwendig und geplant verkauft, weil die Angst vor einem zu hohen Verlust zu groß ist. Mit seinen von Emotionen geleiteten Anlageentscheidungen wird der Anleger meist selbst zur größten Gefahr für sein Portfolio.

Trotzdem fragen sich viele Anleger angesichts der jahrelangen Kursrally an den Aktienmärkten und der jüngsten Rücksetzer: Ist es Zeit für eine Umschichtung? Experten warnen vor Überreaktionen. Sich wegen der aktuellen Rücksetzer von Aktien zu verabschieden, würde auch der Buffet‘schen Langfriststrategie widersprechen, merkt Delp an. „Vielmehr sollte man solche Phasen nutzen, um einen Depotstock zu gründen.“

Das sind die heimlichen Börsenstars

GRAND CITY PROPERTIES S.A. ACTIONS AU PORTEUR EO-,10

WKN
ISIN
LU0775917882
Börse
Xetra

-0,25 -1,28%
+19,34€
Chart von GRAND CITY PROPERTIES S.A. ACTIONS AU PORTEUR EO-,10
Grand City Properties
1 von 10

Zu den Gewinnmaschinen gehört Grand City Properties. Das Unternehmen, das sein Geschäft von Berlin aus leitet, hat es vom SDax in den MDax geschafft und das in nur drei Monaten. Seit dem Börsengang im Jahr 2013 ging es für den Wohnimmobilien-Konzern stetig bergauf. Mittlerweile umfasst das Portfolio etwa 87.000 Wohnungen.

Eine ausführliche Analyse der zehn Aktien finden Sie unter: http://www.handelsblatt.com/my/finanzen/anlagestrategie/trends/gewinnmaschinen-und-hoffnungstraeger-zehn-stille-stars-der-aktienwelt/20531208.html

(Quelle: Bloomberg und HRI)

NEMETSCHEK SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006452907
Börse
Xetra

-0,66 -1,36%
+47,86€
Chart von NEMETSCHEK SE INHABER-AKTIEN O.N.
Nemetschek
2 von 10

Eine weitere Ertragsperle: Nemetschek. Der Softwareanbieter ging im Jahr 1999 an die Börse und verbuchte zu Beginn keine nennenswerten Kursgewinne. Im Jahr 2017 stieg die Aktie allerdings bereits um 38 Prozent und auch die vorgelegten Quartalszahlen zeigen eine deutliche Steigerung. So könnte Nemetschek ein neues Rekordjahr vorweisen.

DUERR AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005565204
Börse
Xetra

-0,13 -0,57%
+22,68€
Chart von DUERR AG INHABER-AKTIEN O.N.
Dürr
3 von 10

Dürr hat in seiner Geschichte schon mehrere Höhen und Tiefen erlebt. Momentan geht es immer weiter aufwärts. 2016 verbuchte der Anlagenbauer einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und erzielte 188 Millionen Euro Gewinn. Auch für das laufende Jahr sieht es sehr gut aus. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Aktienkurs verfünffacht.

EVOTEC SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005664809
Börse
Xetra

+0,04 +0,23%
+19,79€
Chart von EVOTEC SE INHABER-AKTIEN O.N.
Evotec
4 von 10

Die Evotec AG aus Hamburg ist in den vergangenen Jahren deutlich vorangekommen. Der Konzern hilft Pharma- und Biotechfirmen bei der Suche nach Wirkstoffen und entwickelt auch eigene Medikamente. Seit 2016 hatte sich der Aktienkurs mehr als verfünffacht, ist allerdings in den letzten Wochen wieder etwas gefallen. Trotzdem bleibt unterm Strich eine starke Bilanz.

DEUTSCHE WOHNEN SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0HN5C6
Börse
Xetra

-1,36 -4,52%
+28,70€
Chart von DEUTSCHE WOHNEN SE INHABER-AKTIEN O.N.
Deutsche Wohnen
5 von 10

Das Papier der Deutsche Wohnen ist heute doppelt so teuer wie vor drei Jahren. Eine derartige Performance legte kein Immobilienkonzern aus Dax, MDax oder SDax hin. Deutsche Wohnen profitiert unter anderem davon, dass es über 160.000 Einheiten im Großraum Berlin vermietet. Außerdem ist das Konzept aufgegangen, zeitgemäße Wohnungen für Durchschnittsverdiener anzubieten.

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
Xetra

+0,13 +1,14%
+11,56€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat 1
6 von 10

Andere Papiere gelten auf dem Parkett als echte Hoffnungsträger: Pro Sieben Sat 1 zum Beispiel. Obwohl die Aktie des Fernseh- und Internetkonzerns zuletzt an Wert eingebüßt hat, ist es durchaus wahrscheinlich, dass es bald wieder bergauf geht. Förderlich wäre hierfür ein Ausbau des Digitalgeschäftes und die Übernahme von interessanten Firmen im Internet.

DIALOG SEMICONDUCTOR PLC REGISTERED SHARES LS -,10

WKN
ISIN
GB0059822006
Börse
Xetra

+0,39 +0,94%
+41,87€
Chart von DIALOG SEMICONDUCTOR PLC REGISTERED SHARES LS -,10
Dialog Semiconductor
7 von 10

Für Dialog Semiconductor ist Apple sehr wichtig. Es liefert die Chips für den Elektronikriesen, ist enorm von Apple abhängig. Dies zeigt auch ein Blick auf die Entwicklung des Aktienkurses. Wenn Gerüchte über einen Wechsel des Halbleiters für das iPhone zu einem Konkurrenten aufkommen, fällt der Aktienkurs des britischen-schwäbischen Unternehmens umgehend. Die Abhängigkeit von Apple könnte sich allerdings verringern, da Dialog Semiconductor kürzlich die kalifornische Firma Silego geschluckt hat, die Chips mit mehr Funktionen auf weniger Fläche vertreibt.

Auch Gavarelli rät dazu, Rücksetzer für Nachkäufe zu nutzen. Umschichten sei nur sinnvoll, wenn ein Anleger einer Anlageklasse kein oder nur noch geringes Potenzial zutraut und andere Segmente attraktiver erscheinen.

Besonders im Auge behalten sollten Investoren die Politik der Notenbanken. In den USA ist die Zinswende bereits eingeleitet worden, in Europa dürfte das noch dauern. Ende 2015 hat die amerikanische Notenbank Fed das erste Mal die Zinsen angehoben.

Seither folgten weitere Zinsschritte zu jeweils 25 Basispunkten – trotz einer deutlich dynamischeren Konjunkturentwicklung. „Dies zeigt, dass die US-Notenbank sehr vorsichtig zu Werke geht und sich dabei stets vom Wachstum leiten lassen wird“, sagt Commerzbank-Anlagestratege Delp. Die EZB stehe kurz davor, die Nettokäufe von Anleihen zurückzufahren. Erst zum Ende der Anleihenkäufe sei mit einem Zinsschritt zu rechnen. „Dementsprechend rechnen wir mit einem ähnlich zähen Verlauf bei den langfristigen Zinsen.“

Auch Lars Reiner sieht lediglich Anzeichen für eine Trendwende bei den Zinsen. Es sei nun „nicht zu erkennen, dass nun eine Phase des linearen Zinsanstiegs eingeläutet ist“, sagt der Ginmon-CEO.

Es sei sinnvoll, weitere Signale der Notenbanken, Inflationszahlen und in erster Linie die fundamentalen Konjunkturdaten abzuwarten, rät Gavarelli. Diese würden sich langfristig üblicherweise durchsetzen. „Die durchaus gängigen, unerwarteten, kurzfristigen Entwicklungen und auch unvorhersehbare Auslöser müssen – nach oben wie nach unten – ganz einfach mit einkalkuliert werden“, so der Anlageexperte.

Jeder langfristig orientierte Anleger müsse zu jedem Zeitpunkt die Entwicklungen im Blick behalten und insbesondere auf die längerfristigen Trends achten, sagt auch Reiner. „Und egal ob im Anleihe- oder Aktienbereich: Anlageoptionen gibt es in jeder Zinsphase.“

Auch Laureus-Experte Gavarelli ist überzeugt, dass Aktien immer ins Depot gehören – auch bei konservativen Anlegern. „Mit einer Quote von zehn Prozent plus X wäre schon mal eine gute Basis gelegt, in Anbetracht der erschreckend geringen Aktienquote der deutschen Anlegerschaft.“

Warren Buffett kann über solche Aktienquoten nur lachen. Und wahrscheinlich wird in wenigen Wochen bekannt, welche Positionen er in der Schwächephase dieses Mal aufgestockt hat.

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