Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

BofAML-Umfrage Finanzprofis so pessimistisch wie seit zehn Jahren nicht

Sinkende Unternehmensgewinne und eine hohe Verschuldung bereiten Fondsmanagern Sorge, zeigt eine Umfrage. Auch beim Brexit fällt ihr Urteil eindeutig aus.
Kommentieren
Dass eine Rezession bevorsteht, glaubt kaum jemand. Quelle: AP
New York Stock Exchange

Dass eine Rezession bevorsteht, glaubt kaum jemand.

(Foto: AP)

Frankfurt Konjunktursorgen und schwache Unternehmensbilanzen drücken auf die Stimmung professioneller Anleger. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten monatlichen Fondsmanager-Umfrage der Bank of America Meryll Lynch (BofAML) hervor. Demnach erwarten 60 Prozent der befragten Profiinvestoren, dass die Weltwirtschaft und die Unternehmensgewinne in den kommenden zwölf Monaten weniger stark wachsen als in den Quartalen zuvor. Das ist der höchste Anteil seit dem Krisenjahr 2009.

Große Sorgen bereitet den Portfoliomanagern auch die hohe Unternehmensverschuldung: Rund 50 Prozent von ihnen fordern, dass Unternehmen ihre Gewinne dazu verwenden, Schulden abzubauen. Das ist ebenfalls der höchste Wert seit September 2009.

Nur noch eine Minderheit der Profianleger hält es für sinnvoll, mit den freien Mitteln Investitionsausgaben zu erhöhen oder Aktien zurückzukaufen. Für ihre Umfrage hat BofAML 177 Fondsmanager befragt, die zusammen knapp 500 Milliarden Dollar Anlegergeld verantworten.

Dass eine Rezession bevorsteht, glaubt jedoch kaum jemand. Nur 14 Prozent der Befragten erwarten in den kommenden drei Quartalen ein negatives Wachstum der Weltwirtschaft. „Die Diagnose lautet langfristige Stagnation, da die Fondsmanager eine zurückhaltende Fed und eine steilere Zinskurve einpreisen“, sagt Michael Hartnett, Chefanlagestratege bei BofAML.

Zuletzt hatten Vorstände der US-Notenbank immer wieder betont, die Fed werde bei der Anhebung der Zinsen vorsichtig agieren und die ökonomischen Daten genau beobachten. Im vergangenen Jahr hatten die Zinsschritte der Notenbank dazu geführt, dass die kurzfristigen Renditen für US-Staatsanleihen gestiegen sind, die Renditen für langlaufende Papiere jedoch stagnierten.

Dadurch näherten sich die Renditen für kurzfristige und langfristige US-Staatsanleihen einander an. Experten sprechen von einer flachen Zinskurve. Übersteigen die kurzfristigen Zinsen die langfristigen Niveaus, gilt das an den Finanzmärkten als Vorbote einer Rezession.

Die von BofAML befragten Finanzprofis haben im Januar ihre Inflationserwartung jedoch deutlich nach unten korrigiert. Aus ihrer Sicht besteht dadurch für die US-Notenbank keine Notwendigkeit, die Zinsen weiter stark anzuheben. Daher gehen nur noch sieben Prozent der Befragten davon aus, dass sich die Zinskurse weiter abflacht. Im Vormonat waren es noch 30 Prozent.

Doch die gebannte Sorge vor einer Rezession führt nicht zu neuem Optimismus der Finanzprofis. Zwar wagen sich einige verstärkt wieder an riskantere Investments wie Tech- und Schwellenlandaktien. Doch die Mehrheit setzt noch stark auf Bargeld und defensive Titel aus der Immobilen- und Gesundheitsbranche.

Beim Thema Brexit fällt das Urteil der Finanzprofis eindeutig aus: Wertpapiere aus Großbritannien sowie das britische Pfund stehen an der Spitze der Verkaufsliste. Auch die Euro-Zone sowie Industriewerte gewichten die Vermögensverwalter weniger stark in ihren Portfolios. Angesichts der zurückhaltenden US-Geldpolitik halten sie zudem den US-Dollar für überbewertet.

Startseite

Mehr zu: BofAML-Umfrage - Finanzprofis so pessimistisch wie seit zehn Jahren nicht

0 Kommentare zu "BofAML-Umfrage: Finanzprofis so pessimistisch wie seit zehn Jahren nicht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote