Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Brexit Zocken wie Soros

Seite 2 von 3:
Wie stark die britische Währung abstürzen dürfte
Die schwärzesten Tage der Börsengeschichte
19. Oktober 1987 – der „Schwarze Montag”
1 von 8

Am „Schwarzen Montag” brach der US-Standardwerte-Index Dow Jones um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. Die Panikverkäufe breiteten sich schnell auf alle wichtigen internationalen Handelsplätze aus. Der Tokioter Leitindex Nikkei rauschte nach dem Crash an den US-Börsen um knapp 15 Prozent in die Tiefe. Der Londoner Auswahlindex FTSE verbuchte mit knapp elf Prozent lediglich den zweitgrößten Tagesverlust seiner Geschichte. Tags darauf beschleunigte er jedoch seine Talfahrt und verlor gut zwölf Prozent.

(Foto: dpa)
16. Oktober 1989 – der Dax-Absturz
2 von 8

Der deutsche Leitindex Dax, der erst 1988 aus der Taufe gehoben wurde, fiel um rund 13 Prozent und folgte damit der Wall Street, wo Finanzierungsschwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten. Für den Dax ist das der erste und der größte Crash seiner Geschichte.

(Foto: ap)
23. Mai 1995 – die Asien-Krise
3 von 8

Nicht nur die Jahre 2015 und 2016 machten China für Aktienabstürze bekannt. Den ersten größeren Crash gab es vor rund 11 Jahren: Die Furcht vor Eingriffen der Regierung in den chinesischen Aktienmarkt ließ den Shanghai-Composite Index um 16,4 Prozent abstürzen.

(Foto: Reuters)
6. Oktober 2008 – das Lehman-Beben
4 von 8

Kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers wurde die Unsicherheit an den Aktienmärkten immer größer. Der italienische Leitindex verbuchte mit einem Abschlag von mehr als acht Prozent seinen größten Tagesverlust, der Leitindex der portugiesischen Börse gab knapp zehn Prozent nach. Der EuroStoxx50 fiel um acht Prozent. An der Wall Street ging es ebenfalls bergab, allerdings nicht ganz so stark: Der Dow-Jones-Index gab 3,6 Prozent nach. Auch für den Dax ging es kräftig bergab. Der Dax schloss mit einem Minus von 7,1 Prozent auf 5387 Punkten.

(Foto: dpa)
3. August 2015 – die griechische Tragödie
5 von 8

Die Verhandlungen Griechenlands mit seinen Gläubigern haben im Sommer 2015 für ein Kursbeben an der Börse des Landes gesorgt. Zuvor wurden die Märkte geschlossen, um Kapitalmarkt-Turbulenzen zu verhindern. Allerdings blieb der Erfolg überschaubar: Am ersten Tag nach der fünfwöchigen Zwangspause stürzte die Athener Börse ins Bodenlose. Der Leitindex verbuchte mit einem Minus von 16 Prozent den größten Tagesverlust seiner Geschichte.

(Foto: AFP)
24. August 2015 – ein neuer China-Crash
6 von 8

Bereits im Sommer 2015 sorgte China für Panik unter den Anlegern weltweit. Angesichts der Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in der Volksrepublik rutschten die Börsen rund um den Globus immer weiter ab. Der Shanghai Composite Index brach um 8,5 Prozent ein. Der Dax verlor in der Spitze 7,8 Prozent auf 9338 Punkte. An der Wall Street stürzt der Dow-Jones-Index zeitweise um 6,6 Prozent und der Nasdaq-Composite sogar um bis zu 8,8 Prozent ab.

(Foto: dpa)
07. Januar 2016 – und wieder ein Drachen-Kursbeben
7 von 8

Die neuerliche Abwertung der chinesischen Landeswährung lässt die Aktienbörsen in der Volksrepublik wanken. Am 7. Januar wurde der Handel an der chinesischen Börse das zweite Mal binnen weniger Tage per Notbremse gestoppt, nachdem die Leitindizes um sieben Prozent absackten. Die Sitzung dauerte weniger als eine halbe Stunde und war damit der kürzeste Börsentag in Chinas Geschichte. Der Dax rauscht das erste Mal seit Oktober wieder unter die 10.000-Punkte-Marke und gibt zeitweise knapp vier Prozent nach.

(Foto: dpa)

George Soros erwartet in diesem Szenario, dass das Pfund Sterling „steil und schnell" um mindestens 15 Prozent abstürzen wird. Auch mehr als 20 Prozent Minus seien möglich. Damit würde die britische Währung von ihrem aktuellen Niveau bei rund 1,46 Dollar auf 1,15 Dollar einbrechen.
Mit Devisenspekulationen kennt sich Soros bestens aus. Sie brachten ihm 1992 den Ruf ein, die Bank of England geknackt zu haben. Der ehemalige Hedgefonds-Manager hatte damals massiv gegen das Pfund gewettet und auf Kosten der britischen Zentralbank und der Regierung Milliarden verdient.

Soros‘ Absturz-Prognose ist kein negativer Ausreißer: Dass Pfund-Schwächeszenarien von bis zu einem Fünftel gegenüber dem US-Dollar nicht auszuschließen seien, glaubt auch Niall Delventhal, Analyst beim Handelsplattformbetreiber FXCM Deutschland. „Auch die dann zu erwartenden expansiven Schritte der Bank of England (BoE), etwa eine mögliche Zinssenkung auf ein Rekordtief zur Stützung der Konjunktur, würden den Verkaufsdruck im Pfund erhöhen“, erläutert der Investmentprofi.

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt und oberster Anlagestratege bei der Saxo Bank rechnet ebenfalls damit, dass bei einem „Leave“-Votum die Reaktion der BoE und der Europäischen Zentralbank entscheidenden Einfluss auf die Währungsentwicklung haben wird: „Sollte der wichtigste britische Aktienindex FTSE oder das britische Pfund mehr als fünf Prozent nachgeben, wird es zu Zinssenkungen um mindestens 25, wenn nicht sogar 50 Basispunkten kommen“, sagt Jakobsen.

Die Aussicht auf eine so massiven Abwertung treibt nicht nur Börsianer um: Die Briten selbst decken sich vor dem Referendum offensichtlich bereits kräftig mit Euro und Dollar ein - wohl auch um einem möglichen Kaufkraftschwund ihrer Ersparnisse zu begegnen. Der Umsatz im Devisenhandel sei allein seit dem Wochenende um 74 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, erklärt das UK Post Office. Kunden tauschten die Landeswährung überwiegend in Euro und Dollar um.

Ausländische Investoren sind dagegen auf spezielle Finanzinstrumente angewiesen, um von einer Pfund-Abwertung zu profitieren. Mit Hebelprodukten wie Optionsscheinen oder sogenannten ETC (Exchange Traded Products) lassen sich dann sogar noch höhere Gewinne erzielen als bei einfachen Devisentransaktionen.

Diese speziellen Finanzinstrumente münzen Wechselkursbewegungen überproportional in Depoterträge um, falls die Brexit-Wette aufgeht. Im Gegenzug drohen allerdings bereits extreme Verluste, falls sich die Währung nur minimal anders entwickelt als vom Anleger gedacht.

Bereits seit Wochen sind hier auch Privatinvestoren verstärkt aktiv: „Die meisten Anleger glauben, dass die größte kurzfristige Auswirkung des Brexit das britische Pfund treffen würde – mehr aus Angst vor dem Austritt als dem Brexit selbst“, sagt James Butterfill, vom Produkteanbieter ETF Securities. Folgerichtig habe man einen großen Anstieg verzeichnet „in den Short-Positionen unserer Short-GBP ETCs“ – also bei den Finanzwetten auf fallende Pfund-Notierungen.

Doch nicht nur um unmittelbar an einem Brexit zu verdienen, engagierten sich Investoren bei den Währungs-ETCs, sondern auch als Schutz für Depotpositionen wie etwa Aktien oder Indexfonds: „Anleger treffen unter Risikogesichtspunkten gewisse Vorkehrungen, dazu zählt der Erwerb von Short-Positionen auf GBP als eine Form der Absicherung“, sagt Butterfill. Hintergrund: Brechen die Börsenkurse im Austrittsszenario ein, dann kann der Kursanstieg der Wetten gegen das Pfund einen Teil der Aktienverluste kompensieren.

Was Hobby-Spekulanten eine Warnung sein sollte
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote