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Buffett im Glück Aktien-Rallye beflügelt Berkshires Gewinne

Warren Buffett hat den Gewinn seiner Investmentgesellschaft kräftig gesteigert. Der Berkshire-Chef gibt sich gewohnt optimistisch, was die Zukunft der USA angeht. Über die Private-Equity-Firma 3G verliert er kein Wort.
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Der Berkshire-Chef gab sich gewohnt optimistisch, was die Zukunft des Landes angeht. Quelle: dpa
Warren Buffett

Der Berkshire-Chef gab sich gewohnt optimistisch, was die Zukunft des Landes angeht.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWarren Buffett hat wieder einmal gezeigt, dass er ein gutes Gespür für Aktien hat. Der Chef des Konglomerats Berkshire Hathaway nahm nach der US-Präsidentschaftswahl zwölf Milliarden Dollar in die Hand, um sie in Aktien zu investieren. Das hat sich ausgezahlt, wie die am Samstag veröffentlichten Quartalszahlen zeigen. Berkshire, der viertgrößte börsennotierte Konzern Amerikas, meldete einen Gewinnsprung von 15 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar.

Auch Berkshires Versicherungsgeschäft lief gut. Der Gewinn stieg um sieben Prozent auf 1,44 Milliarden Dollar. Zu der Sparte, die im Wesentlichen für Berkshire Hathaways Erfolg verantwortlich ist, gehört unter anderem der Rückversicherer BH Reinsurance und der Autoversicherer Geico. Buffett hat seinen Konzern so aufgebaut, dass er die Einnahmen aus den Versicherungsprämien für andere Investments nutzen kann, bevor ein Teil davon in Schadensfällen ausbezahlt werden muss. Im gesamten vergangenen Jahr nahm Berkshires Versicherungssparte 91,6 Milliarden Dollar an Prämien ein – so viel wie noch nie.

Das runderneuerte Portfolio von Warren Buffett

Monsanto

WKN
ISIN
US61166W1018
Börse
n. a.

Chart von Monsanto
Monsanto
1 von 49

Der Zeitpunkt war günstig: Kurz vor der geplanten Übernahme durch den deutschen Chemieriesen Bayer stieg Buffett im vierten Quartal 2016 bei dem US-Saatgutkonzern Monsanto ein. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway kaufte acht Millionen Papiere des Konzerns. Die anstehende Übernahme durch Bayer könnte die Kurse weiter steigen lassen.

Buffetts Anteile: 8,04 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2017: unverändert

SIRIUS XM HOLDINGS INC. REGISTERED SHARES DL -,001

WKN
ISIN
US82968B1035
Börse
FSE

-0,28 -5,23%
+5,14€
Chart von SIRIUS XM HOLDINGS INC. REGISTERED SHARES DL -,001
Sirius XM
2 von 49

Aufgestockt (5/6)

Sirius XM ist ein US-amerikanischer Satellitenradio-Anbieter aus New York City mit Sitz im US-Niedrigsteuerstaat Delaware. Er gehört mehrheitlich dem Medienkonzern Liberty Media, an dem Warren Buffett ebenfalls beteiligt war. Erst im letzten Quartal 2016 stieg der Investor mit knapp 800 Millionen Dollar beim Unternehmen ein und baute damit seine Beteiligungsfamilie im Mediensektor aus. Im ersten Quartal 2017 stockte Buffett seine Anteile leicht auf.

Buffetts Anteile: mehr als 172 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2017: plus 3,4 Prozent
Wert der Beteiligung: 823,7 Millionen Dollar

SOUTHWEST AIRLINES CO. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US8447411088
Börse
FSE

-0,12 -0,26%
+48,19€
Chart von SOUTHWEST AIRLINES CO. REGISTERED SHARES DL 1
Southwest Airlines
3 von 49

Aufgestockt (6/6)

Southwest Airlines ist eine große US-amerikanische Fluggesellschaft. Fast alle Airlines in den USA haben in den vergangenen Jahren Schwächephasen durchlitten, gingen durch Insolvenzverfahren oder fusionierten. Das hat Starinvestor Warren Buffett lange abgehalten, in Fluggesellschaften zu investieren. Ein erfolgloses Investment in US Airways von 1989 bis 1995 (75 Prozent Verlust) soll Sodbrennen bei dem Milliardär ausgelöst haben – seitdem hielt er die Branche für gefährlich. Doch im Herbst 2016 holte er gleich vier Titel ins Portfolio. Sein Engagement bei der Airline mit Hauptsitzt in Dallas, Texas, baute er im ersten Jahresquartal 2017 ebenso aus wie das bei American Airlines.

Buffetts Anteile: knapp 48 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2017: plus 10,3 Prozent
Wert der Beteiligung: 2,8 Milliarden Dollar

DEERE & CO. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US2441991054
Börse
FSE

-3,96 -2,62%
+146,14€
Chart von DEERE & CO. REGISTERED SHARES DL 1
Deere & Company
4 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (1/5)

Einen Teil seiner Aktien des Traktorherstellers Deere hatte der Investor im dritten Quartal 2015 abgestoßen, nachdem er im ersten Quartal 2015 leicht aufgestockt hatte. Im zweiten Quartal 2016 verkaufte er, auch im dritten Quartal reduzierte er den Anteil. Im Schlussquartal 2016 flog Deere nun komplett aus dem Portfolio.

Buffetts Anteile: 0 (zuletzt 21,09 Millionen Stück)
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

KINDER MORGAN INC. REGISTERED SHARES P DL -,01

WKN
ISIN
US49456B1017
Börse
FSE

+0,17 +0,94%
+18,04€
Chart von KINDER MORGAN INC. REGISTERED SHARES P DL -,01
Kinder Morgan
5 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (2/5)

Der Ölpreis ist noch immer weit von seinen Höchstständen entfernt. Bereits im dritten Quartal reduzierte Warren Buffett seine Anteile an dem amerikanischen Energie-Giganten Kinder Morgan – im vierten Quartal stieß er das Investment gleich ganz ab. Offensichtlich glaubt Buffett nicht, dass die Vorliebe des neuen US-Präsidenten Donald Trump für fossile Energien sich positiv auf den Kurs Kinder Morgans auswirken wird.

Buffetts Anteile: 0 (zuletzt 20 Millionen Stück)
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

LIBERTY MEDIA CORP. REG.SH.A FORMULA ONE GP DL-,01

WKN
ISIN
US5312298707
Börse
FSE

-0,33 -0,99%
+32,54€
Chart von LIBERTY MEDIA CORP. REG.SH.A FORMULA ONE GP DL-,01
Liberty Media
6 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (3/5)

Das US-Medienunternehmen Liberty Media gehört mehrheitlich dem Medienmogul John Malone. Buffett ist nun ausgestiegen, dafür beim Satellitenradioanbieter Sirius, einer Liberty-Beteiligung, eingestiegen.

Buffetts Anteile: 0 (zuvor 1,3 Millionen Stück (Class A) sowie circa 3,19 Millionen Stück (Class C))
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

NOW INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US67011P1003
Börse
FSE

-0,12 -0,86%
+13,55€
Chart von NOW INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Now Inc.
7 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (4/5)

Now Inc. ist ein Dienstleister für die Energiewirtschaft und Industrieunternehmen. Ende 2016 hat Buffett sich von der Beteiligung an Now verabschiedet.

Buffetts Anteile: 0 (zuvor 1,83 Millionen Stück)
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

Der Gewinn aus den Aktiengeschäften und der Versicherung überdeckte Schwächen in anderen Geschäftsbereichen. So schwächelt etwa der Eisenbahnbetreiber BNSF weiter, den der legendäre Investor 2009 für insgesamt 44 Milliarden Dollar übernommen hatte. Der Gewinn aus der Sparte ging um acht Prozent auf 993 Millionen Dollar zurück.

Der 86-Jährige Investor gab sich gewohnt optimistisch, was die Zukunft des Landes angeht. „Es ist so gut wie sicher, dass amerikanische Unternehmen – und in der Folge eine Reihe von Aktien – in den kommenden deutlich mehr wert sein werden als heute“, schrieb Buffett in seinem Brief an die Aktionäre, der ebenfalls am Samstag veröffentlicht wurde. Das sei vor allem auf „Innovationen, Produktivitätsgewinne, Unternehmergeist und ein Überfluss an Kapital“ zurückzuführen.

Explizit lobte Buffett auch Amerikas „talentierte und ehrgeizige Einwanderer“, die dabei geholfen hätten, das Land zu dem zu machen was es heute ist. Die Bemerkung ist offenbar eine Anspielung an Präsident Donald Trump, der mit seinen Einreiseverboten und seinem Wahlkampfversprechen, gegen illegale Einwanderer vorzugehen, viel Kritik geerntet hat. Buffett, der Trumps demokratische Gegnerin Hillary Clinton unterstützt hat, hielt sich sonst mit Bemerkungen über die Politik zurück.

Kein Wort über 3G

Die Märkte für Geduldige
Wo lässt es sich am besten nach Rendite fischen?
1 von 22

Zwischen 1900 und Ende 2016 gewannen die Aktienmärkte weltweit im Schnitt 5,1 Prozent pro Jahr, die Inflation herausgerechnet. Zu diesem Ergebnis kommt die Credit Suisse in ihrem „Global Investment Returns Yearbook“ 2017, das im Februar veröffentlicht wurde. Für die Berechnung stützt sich die Schweizer Bank auf die Daten der Professoren Elroy Dimson, Paul Marsh und Mike Staunton von der London Business School. Der Datensatz erfasst die Performance von 70.000 Börsentagen und vergleicht die Aktienmärkte aus 21 Ländern. Wer trotzte den Krisen der vergangenen Jahrzehnte besonders gut? Ein Überblick.

(Foto: dpa)
Österreich
2 von 22

Mit einem jährlichen realen Kurswachstum von 0,8 Prozent in den letzten 117 Jahre liegt Österreich hinter jedem anderen Land in der Auswertung der Schweizer Großbank. Allerdings haben die österreichischen Aktien in den jüngeren Jahrzehnten etwas besser geschlagen:

1900-2016: + 0,8 %

1980-1999: +5,8 %

2000-2016: +4,9 %

(Foto: dpa)
Italien
3 von 22

Auch italienische Aktien schaffen es lediglich ans hintere Ende des Rankings. Wer seit 2000 sein Geld in italienische Papier steckte, fuhr sogar Verluste ein.

1900-2016: + 2,0 %

1980-1999: +10,3 %

2000-2016: -2,0 %

(Foto: Reuters)
Belgien
4 von 22

Wer in Belgien in der Achtziger und Neunziger investierte, wurde mit zweistelligen Jahres-Durchschnittsrenditen belohnt. In den vergangenen Jahren verlor der Aktienmarkt des Landes allerdings an Schwung.

1900-2016: + 2,7 %

1980-1999: +12,4 %

2000-2016: +2,9 %

(Foto: picture alliance / dpa/dpa)
Frankreich
5 von 22

Auch in Frankreich erlebten die Aktienmärkte am Ende des vergangenen Jahrhunderts eine Blütezeit, wie die zweistelligen Renditen in diesem Zeitraum zeigen.

1900-2016: + 3,3 %

1980-1999: +13,5 %

2000-2016: +1,7 %

(Foto: dpa)
Deutschland
6 von 22

Gleichauf mit Frankreich liegt Deutschland mit einem Plus von 3,3 Prozent. So richtig an Fahrt gewannen die Märkte im Jahr 2015. Damals markierte der Dax binnen weniger Wochen gleich zwei Rekordhochs: 11.000 und 12.000 Punkte.

1900-2016: + 3,3 %

1980-1999: +11,0 %

2000-2016: +2,2 %

(Foto: dpa)
Portugal
7 von 22

Als „Krisen-Portugiesen“ wurde das Land 2011 in den Medien verschrien. Auf dem Aktienmarkt spiegelte sich das Misstrauen der Anleger in die südeuropäische Wirtschaft wieder. Wer in den vergangenen Jahren in portugiesische Papiere investierte, fuhr Verluste ein. Allerdings gehörte das Land vor der Jahrtausendwende zu den Lieblingen der Anleger, was auch die solide durchschnittliche Jahresrendite der letzten 117 Jahre erklärt.

1900-2016: + 3,5 %

1980-1999: +15,2 %

2000-2016: -2,4 %

(Foto: dpa)

Anders als erwartet ging Buffett auch nicht auf seine Zusammenarbeit mit der Private-Equity-Firma 3G Capital ein. Mit 3G hatte Buffett zunächst das Ketchup-Unternehmen Heinz und später den Lebensmittelhersteller Kraft übernommen. Das fusionierte Unternehmen Kraft Heinz hatte erst vor wenigen Tagen den britischen Konkurrenten Unilever für 143 Milliarden Dollar übernehmen wollen, zog das Gebot für die riesige Transaktion allerdings später wieder zurück. Investoren hatten gehofft, der Berkshire-Chef würde den Brief an die Aktionäre nutzen, um die Hintergründe dieser Entscheidung zu erklären. Berkshire hält 27 Prozent an Kraft Heinz und sitzt als größter Einzelaktionär im Verwaltungsrat. Unilever hatte das Übernahmeangebot abgelehnt.

Berkshire sucht schon länger nach einer großen Übernahme, um die 86 Milliarden Dollar an Cash-Reserven sinnvoll zu investieren, auch in Deutschland. Buffett ist jedoch bekannt dafür, dass er feindliche Übernahme ablehnt. „Wir gehen nur dorthin, wo wir willkommen sind“, hatte er vor zwei Jahren in seinem Brief an die Aktionäre versichert.

Der Berkshire-Chef, der das Unternehmen seit 52 Jahren führt, bereitete seine Anteilseigner dafür offenbar auf den Verkauf größerer Aktienpakete vor. Es gebe ein Missverständnis unter Aktionären und Journalisten, schrieb Buffett. Er habe zwar garantiert, dass die rund 80 Unternehmen, die Berkshire komplett besitzt, nie weiterverkauft würden. Das gelte jedoch nicht für Wertpapiere, stellte er klar.

Zu Berkshires größten Aktien-Paketen gehören American Express, Apple, Coca-Cola, Delta Airlines und Goldman Sachs. Erst 2016 war Berkshire Apple eingestiegen – ein Schritt, der sich bereits ausgezahlt hat. Gemessen an Apples Schlusskurs von Freitag hat Berkshire allein damit einen Gewinn von rund 1,6 Milliarden Dollar gemacht. Unklar ist jedoch, ob Buffett selbst in Apple investiert hat oder einer seiner beiden Portfolio-Manager Ted Weschler und Todd Combs. Buffett hat immer wieder erklärt, er kenne sich mit Technologie-Konzernen nicht gut aus. Bei Weschler und Combs, die insgesamt 21 Milliarden Dollar für Berkshire verwalten, ist das jedoch anders.

Aufs Jahr gesehen machte der Konzern einen Nettogewinn von 24 Milliarden Dollar und blieb damit etwa auf Vorjahresniveau. Die Umsätze stiegen um sechs Prozent auf 223,6 Milliarden Dollar. Berkshires Aktionäre vertrauen weiter auf Buffett, der viele seiner Anteilseigner reich gemacht hat und bei den Hauptversammlungen wie ein Rockstar gefeiert wird. Die Berkshire-Aktie kletterte zum Wochenschluss auf ein neues Rekordhoch. Die Aktie der Klasse A lag bei über 255.000 Dollar.

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