Buffett-Nachfolge Stühlerücken bei Berkshire Hathaway

Star-Investor Waren Buffett befördert den Chef seiner Energiesparte, Greg Abel, zum stellvertretenden Aufsichtsratschef. Dessen alter Job soll von einem langjährigen Berkshire-Mitarbeiter übernommen werden.
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Warren Buffett leitet mit Umbesetzungen in seinem Unternehmen seine Nachfolge ein. Quelle: Reuters
Berkshire Hathaway

Warren Buffett leitet mit Umbesetzungen in seinem Unternehmen seine Nachfolge ein.

(Foto: Reuters)

New YorkWarren Buffett besetzt einen wichtigen Posten in seinem Konzern neu. Die Energiesparte Berkshire Hathaway Energy (BHE) wird künftig von William Fehrman geführt, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der langjährige Berkshire-Manager ersetzt Greg Abel, der in den Verwaltungsrat wechselt und als ein möglicher Nachfolger von Warren Buffett gilt.

Berkshire hatte am Mittwoch sowohl Abel als auch den Chef des Versicherungsgeschäfts, Ajit Jain, zu stellvertretenden Verwaltungsratschefs ernannt. Beide gelten bereits seit Jahren als mögliche Kandidaten, die den 87-jährigen Star-Investor eines Tages an der Spitze von Berkshire Heathaway beerben könnten.

Fehrman arbeitet seit 2006 für Buffetts Konglomerat. Bislang führte er die BHE-Tochter MidAmerican Energy sowie das Geschäft mit Erneuerbaren Energien. BHE mit Sitz in Des Moines, im US-Bundesstaat Iowa, ist einer der größten Stromversorger Amerikas mit Kunden in 18 Bundesstaaten, sowie in Kanada und Großbritannien. Sie trug 2016 rund zehn Prozent zu Berkshires Nettogewinn von 24 Milliarden Dollar bei. Über die Beförderung Fehrmanns berichtete zunächst das „Wall Street Journal“.

Apple, Bank of America und weniger IBM – das Portfolio von Warren Buffett

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

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US0378331005
Börse
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Apple
1 von 45

Aufgestockt (1/3)

Warren Buffetts Konglomerat Berkshire Hathaway ist seit dem ersten Quartal 2016 Aktionär des Technologiekonzerns Apple – und das, obwohl Buffett als Skeptiker gegenüber Technologiewerten gilt. Bereits im vierten Quartal 2016 hatte der Star-Investor seine Beteiligung aufgestockt. Im ersten Quartal des laufenden Jahres griff er noch einmal kräftig zu: zum 31. März lagen im Vergleich zum Vorquartal mehr als doppelt so viele Apple-Anteilsscheine im Portfolio und auch im zweiten Quartal 2017 hat Buffett minimal zugekauft. Offenbar ist der Investor zufrieden mit dem Technologiekonzern aus dem Silicon Valley. Im dritten Quartal 2017 stockte er seinen Anteil um knapp drei Prozent auf.

Buffetts Anteile: 134,1 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2017: plus 2,99 Prozent
Wert der Beteiligung: 20,7 Milliarden Dollar

Quelle aller Angaben:13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das dritte Quartal 2017 (nur US-Aktien). Stand: 30. September 2017, veröffentlicht am 14.November 2017.

SYNCHRONY FINANCIAL REGISTERED SHARES DL -,001

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US87165B1035
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+0,32 +1,14%
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Synchrony Financial
2 von 45

Aufgestockt (2/3)

Der US-Großinvestor Warren Buffett setzt verstärkt auf den Kreditkartensektor. Im ersten Quartal 2017 hat er erstmals Anteile an Synchrony Financial erworben. Im zweiten Quartal wurde die Beteiligung deutlich ausgebaut und auch im dritten Quartal verlor Berkshire nicht den Appetit auf Aktien des Finanzdienstleisters: die Anteile wurden um knapp 20 Prozent aufgestockt. Das Unternehmen wurde Mitte 2014 vom General Electric an die Börse gebracht. Berkshire gehört bereits ein Sechstel des Kreditkartenunternehmens American Express.

Buffetts Anteile: 20,8 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2017: plus 19,12 Prozent
Wert der Beteiligung: 645,9 Millionen Dollar

Monsanto

WKN
ISIN
US61166W1018
Börse
n. a.

Chart von Monsanto
Monsanto
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Aufgestockt (3/3)

Der Zeitpunkt war günstig: Kurz vor der geplanten Übernahme durch den deutschen Chemieriesen Bayer stieg Buffett im vierten Quartal 2016 bei dem US-Saatgutkonzern Monsanto ein. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway kaufte acht Millionen Papiere des Konzerns. Obwohl die Übernahme durch Bayer wohl frühestens Anfang 2018 in trockenen Tüchern sein wird, erhöhte Berkshire im dritten Quartal seine Beteiligung um gut zehn Prozent.

Buffetts Anteile: 8,9 Millionen Stück

Veränderung im dritten Quartal 2017: plus 10,3 Prozent

Wert der Beteiligung: 1,1 Milliarden Dollar

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
Xetra

-0,48 -0,37%
+127,37€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
4 von 45

Reduziert (1/3)

Gemessen am Investmentvolumen gehörte der Software-Hersteller IBM einst zu den Lieblingen im Buffett-Portfolio. Doch dann reduzierte der Anleger im ersten Quartal 2017 die Beteiligung um gut ein Fünftel und legte im zweiten Quartal noch einmal nach. Im dritten Quartal trennte sich Buffett von einem weiteren knappen Drittel der Anteile.

Buffetts Anteile: 37 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2017: minus 31,5 Prozent
Wert der Beteiligung: 7,4 Milliarden Dollar

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
Xetra

-0,03 -0,06%
+46,94€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
5 von 45

Reduziert (2/3)

Die US-Bank Wells-Fargo sorgte in der Vergangenheit für viele schlechte Schlagzeilen, unter anderem mit einem ausgewachsenen Skandal rund um Scheinkonten, die Mitarbeiter auf Prämienjagd ohne Wissen der Kunden eröffnet hatten. Buffett ließ sich von den Negativschlagzeilen lange nicht beirren. Der US-Finanzdienstleister blieb ein Favorit des „Orakels von Omaha“, auch wenn er auf seiner Hauptversammlung das Krisenmanagement scharf kritisierte. Er hält rund ein Viertel des Konzerns. Bereits im zweiten Quartal 2017 reduzierte er seinen Anteil leicht – und tat dies auch im dritten Quartal.

Buffetts Anteile: 464,2 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2017: minus 0,8 Prozent
Wert der Beteiligung: 25,6 Milliarden Dollar

CHARTER COMMUNICATIONS INC. REG. SH. CLASS A DL-,001

WKN
ISIN
US16119P1084
Börse
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+279,90€
Chart von CHARTER COMMUNICATIONS INC. REG. SH. CLASS A DL-,001
Charter Communications
6 von 45

Reduziert (3/3)

Charter Communications ist der viertgrößte Kabelbetreiber in den USA. Zwischenzeitlich hatte Buffett im Jahr 2015 eine Beteiligung am Unternehmen komplett abgebaut – doch er entschied sich anders und kaufte immer mal wieder zu. Anders im dritten Quartal: Da trennte er sich von gut zehn Prozent der Anteile und verkauft 954.000 Aktien.

Buffetts Anteile: 8,5 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2017: minus 10,1 Prozent

BANK OF AMERICA CORP. REGISTERED SHARES DL 0,01

WKN
ISIN
US0605051046
Börse
Xetra

+0,12 +0,45%
+26,58€
Chart von BANK OF AMERICA CORP. REGISTERED SHARES DL 0,01
Bank of America
7 von 45

Neu eingestiegen (1/1)

US-Banken verdienen wieder prächtig - anders als viele Konkurrenten in Europa. Offenbar glaubt auch Warren Buffett an die Geldhäuser in seiner Heimat. Im dritten Quartal des Jahres stieg er bei der Bank of America neu ein – und das gleich in ganz großem Stil: Er erwarb 679 Millionen Anteile im Wert von 17 Milliarden Dollar. Er scheint also große Hoffnungen in das Institut zu setzen, das nicht nur zu den weltweit größten Finanzinstituten gehört, sondern seit der Übernahme von Merrill Lynch im Jahr 2009 auch einer der größten Vermögensverwalter der Welt ist. Immerhin macht der Anteil der Bank-of-America-Aktien knapp zehn Prozent des Berkshire-Hathaway-Portfolios aus.

Buffetts Anteile: 679 Millionen Stück
Veränderung im dritten Quartal 2017: plus 100 Prozent
Wert der Beteiligung: 17,2 Milliarden Dollar

Buffett hat mit dem Energiegeschäft, zu dem auch Erdgas-Pipelines gehören, noch viel vor. In den kommenden Jahren will er sowohl weiter in Wind- und Solarenergie investieren als auch weitere Versorgungsunternehmen aufkaufen, hatte er im vergangenen Jahr angekündigt. Bei seinem neun Milliarden Dollar schweren Gebot für den texanischen Stromversorger Oncor wurde er vergangenen Sommer jedoch überboten.

Berkshire hat in den vergangenen Wochen einige Top-Manager ausgewechselt. An der Spitze des Batteriehersteller Duracell steht nun Thom Lachman. Sein Vorgänger, Angelo Pantaleo, führt nun den Mischkonzern Marmon Group, der ebenfalls zu Berkshire gehört. Troy Bader ist neuer Chef von Berkshires Fastfood-Kette Dairy Queen.

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