China Parteizeitung warnt Soros vor „Renminbi“-Krieg

Wirtschaftsmacht gegen Starinvestor: Chinesische Staatsmedien attackieren George Soros für skeptische Aussagen über Chinas Wirtschaft. Auf keinen Fall will Peking Wetten von Großspekulanten gegen den Renminbi erleben.
Eine „harte Landung“ sei in China unvermeidbar, behauptet George Soros. Sie sei sogar schon im Gange. Quelle: Reuters
George Soros

Eine „harte Landung“ sei in China unvermeidbar, behauptet George Soros. Sie sei sogar schon im Gange.

(Foto: Reuters)

PekingChinas Staatsmedien attackieren Starinvestor George Soros. In einem ungewöhnlich scharfen Kommentar warf das Parteiorgan „Volkszeitung“ dem ehemaligen Hedgefonds-Manager und Milliardär vor, China den Krieg erklärt zu haben. Jede Wette von Soros gegen die chinesische Währung Renminbi oder gegen den Hongkong-Dollar sei jedoch zum Scheitern verurteilt. „Daran besteht kein Zweifel“, ergänzte Mei Xinyu vom Forschungsinstitut des Handelsministeriums in seinem Artikel.

Die scharfen Worte an einer so prominenten Stelle sind ein Zeichen dafür, wie ernst Soros Aussagen genommen werden. Soros ist der Mann, der mit massiven Spekulationen gegen das britische Pfund dessen Abwertung und den Austritt Großbritanniens aus dem Europäischen Währungssystem erzwang.
George Soros ist schon oft hart mit Chinas Wirtschaftsplanern ins Gericht gegangen. Aber auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ging er weiter und zeichnete die Wachstumsschwäche der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt als wichtigste Ursache für den Bären-Markt in diesem Jahr.

Die Chronik des Drachensturzes
7. Januar 2016
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Enttäuschte Anleger, leere Hallen. Nach einer kurzen Beruhigung wird der Börsenhandel in Shanghai und Shenzhen am 7. Januar für den Rest des Tages ausgesetzt – nach gerade einmal einer halben Stunde. Damit geht der Donnerstag als der kürzeste Handelstag in die chinesische Börsengeschichte ein. Die Aktienmärkte waren erneut um mehr als sieben Prozent gefallen.

4. Januar 2016
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Bereits am 4. Januar wird der Handel nach einem an Chinas Aktienmärkten für den Rest des Tages ausgesetzt. Gleich am Tag seiner Einführung kommt damit ein Sicherungsmechanismus zum Zug, der zu große Schwankungen verhindern soll.

24. August 2015:
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Den letzte Sturz erwischt die Anleger im August. Der Shanghai Component Index fällt um 8,5 Prozent, der Shenzhen Component Index um 7,8. Das sorgt nicht nur in China sondern auch in den USA und Europa für große Verunsicherung.

27. Juli
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Auch im Juli müssen Chinas Anleger einen neuen Kurssturz verdauen. Die Börse Schanghai bricht um 8,5 Prozent ein auf 3.726 Punkte. Das ist der heftigste Kurssturz innerhalb eines Tages seit 2007. Auch der Leitindex an der zweitgrößten chinesischen Börse in Shenzen schloss mehr als acht Prozent tiefer...

Börse Schanghai bricht ein
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Grund für den Sturz: Die Anleger haben Angst vor einem wirtschaftlichen Schwächeanfall der Volksrepublik. Dafür spricht, dass der Gewinn chinesischer Industrieunternehmen im Juni um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückging.

24. Juli
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Eine private Umfrage zeigt, dass der chinesische Industriesektor im Juni so stark wie seit 15 Monaten nicht mehr geschrumpft ist. Die wichtigsten Indizes Chinas in Shanghai und Shenzhen verlieren 1,3 und 1,8 Prozent. Damit endet eine seit rund drei Wochen andauernde Erholungsphase.

23. Juli
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Die chinesische Regierung sichert den Märkten erneut ihre Unterstützung zu. Die Anleger feiern die staatlichen Eingriffe. Der Shanghai Composite Index gewinnt mehr als zwei Prozent und schließt den sechsten Tag in Folge im Plus.

„Eine harte Landung ist unvermeidbar“, hatte Soros im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg über China gesagt. „Ich erwarte es nicht, ich beobachte es schon.“ Allerdings sei die Volksrepublik eine größere Gefahr für andere Länder als für die eigene Volksrepublik. Peking sei vermutlich in der Lage, die Auswirkungen auf das eigene Land abzumildern.
Unmittelbar nach seinen Aussagen hatte bereits Chinas amtliche Nachrichtenagentur in einem Kommentar jegliche Wetten gegen die chinesische Währung und einen negativen Blick auf Chinas Wirtschaft verurteilt. Spekulationen gegen die Landeswährung Renminbi könne sogar juristische Konsequenzen nach sich ziehen, hatte die Agentur angedroht.

Die chinesischen Aktienmärkte sind am Dienstag auf den tiefsten Stand seit 13 Monaten abgerutscht. Sorgen über das langsamere Wachstum, die Schwäche der Währung Yuan und Abflüsse von Kapital beunruhigten die Investoren.
Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft fiel im vergangenen Jahr auf offiziell 6,9 Prozent. Das ist der geringste Zuwachs seit 25 Jahren. Zwar lag der Wert im Rahmen der Erwartungen. Der Trend zeigt aber weiter nach unten. Der IWF sieht Chinas Wachstum bei 6,3 Prozent im laufenden Jahr und bei 6,0 Prozent 2017.

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