Crowdinvesting Wenn die Crowd für Immobilien schwärmt

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„Der Markt muss sich erst konsolidieren“

Was Anleger beachten sollten

Ein anderes Beteiligungsmodell hat Bergfürst gewählt: Für die Hamburger FAH Grundbesitz warb die Plattform 1,1 Millionen Euro in Form von Genussscheinen ein. Das Family Office finanzierte damit einen Teil des Kaufpreises für das „Middendorfhaus“, ein Klinkerbau aus den Anfangsjahren des vergangenen Jahrhunderts im Hamburger Portugieserviertel. Im Wertpapierprospekt werden 3,5 Prozent Zinsen für fünf Jahre Laufzeit garantiert. Doch auch bei Genussscheinen gilt: Zinsen und Kapital gibt es nur zurück, wenn die Gesellschaft gesund bleibt.

Über die Crowdfunding-Plattform Companisto sammelte Jan Henric Buettner über ein klassisches Darlehen Geld für sein Ressort-Hotel „Gut Weißenhaus“ an der Hohwachter Ostseebucht ein. Der Mann, der mit dem Verkauf des von ihm mitaufgebauten Internetdienstes AOL viele Millionen verdiente, haftet über die Grundbuchabsicherung hinaus privat für die eingeworbenen 7,5 Millionen Euro.

Als die Umsatzzahlen 2014 nicht das avisierte Niveau erreichten und Buettner gleichzeitig den Darlehensvertrieb auf das erste Quartal 2015 ausdehnte, wurden die ersten Anleger nervös. Heute versichert Buettner: „Zum ersten Zinszahlungstermin am 31. Juli werden die zugesagten vier Prozent Garantiezinsen voll ausgezahlt.“ An der Auszahlung der Garantiezinsen werde sich auch bis zum Ende der Laufzeit 2019 nichts ändern.

Fazit: Aktuell schießen die Plattformen wie Pilze aus dem Boden und buhlen sowohl um gute Projekte als auch um zahlungswillige Anleger. „Grundsätzlich halte ich Crowdinvesting für eine sehr interessante Anlageform, aber ich fürchte, dass die Ausfallquote steigen wird, da zweifelhafte Projekte, die von ‚guten‘ Plattformen abgelehnt werden, einen anderen Weg an den Crowdmarkt finden“, sagt Crowdinvesting-Experte Robert Michels, Partner in der Rechtsanwaltskanzlei Dentons. „Der Markt muss sich erst konsolidieren.“

Anleger sollten derweil einen Satz, der so oder so ähnlich unter jedem Angebot steht, nicht vergessen: Im Fall der Insolvenz des Emittenten kann es zu einem Totalverlust des investierten Kapitals kommen.

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