Dax-Aktien Achtung, Absturzgefahr!

Zu optimistische Gewinnschätzungen, versteckte Gefahren in den Bilanzen – den deutschen Dax-Konzernen stehen schwere Wochen bevor, sagen Experten. Die Aktienkursen dürften noch einmal kräftig nachgeben.
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Händler in Frankfurt. Schlechte Aussichten für den Dax. Quelle: dpa

Händler in Frankfurt. Schlechte Aussichten für den Dax.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWer darauf setzen wollte, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der Europameisterschaft den Titel erringt, dem stellte das britische Wettbüro William Hill zuletzt für einen Euro Einsatz vier Euro Rückzahlung in Aussicht – wenn denn die Männer um Bundestrainer Jogi Löw am 1. Juli tatsächlich den Pokal in die Höhe recken sollten. Genau die gleiche Quote bot William Hill Anfang Mai noch allen, die auf einen Austritt Griechenlands aus dem Euro wetten wollten. Doch der Ansturm war zu groß, die Griechen-Exit-Wette stellte William Hill inzwischen ein.

Nicht nur Wettanbietern ist es an den Finanzmärkten inzwischen zu heiß; auch Investoren flüchten in Scharen. Die Gefahr, dass Griechenland trotz neuer Regierung nicht mehr allzu lange in der Euro-Zone verbleiben wird; der schleichende Exitus spanischer Banken; zunehmend schwächere Konjunkturdaten – die Liste der Belastungsfaktoren ist ungewöhnlich lang.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor im Mai sieben Prozent – das schlechteste Wonnemonat-Ergebnis seiner Geschichte. Bis Anfang Juni sackte der Leitindex gar um elf Prozent ab. Trotz der Zwischenerholung vergangene Woche hat der Dax seit Mitte März nahezu ohne Unterbrechung 1000 Punkte oder ein Siebtel an Wert eingebüßt. Erst nach den Wahlen in Griechenland erholte sich der Aktienindex wieder etwas und zittert um die 6200-Punkte-Marke.

Verwundert reiben sich diejenigen die Augen, die Dax-Aktien bei weit höheren Kursen oberhalb von 7000 Punkten als gnadenlos günstig bezeichnet und auf einen weiteren Kursanstieg gesetzt hatten. Kaum ein Vermögensverwalter, kaum ein Bankstratege hierzulande, der dieses Jahr Investoren nicht zu einem weiteren Dax-Einstieg oder zumindest zum Halten von Aktienpositionen bewegen wollte. Der medial zum Börsenguru und Value-Investor hochgejubelte Wormser BWL-Professor Max Otte etwa, seit vier Jahren auch Fondsmanager, verlautbarte noch Ende März: „Der Dax ist bei 7500 Punkten fair bewertet, aber wenn er in dieser Gemengelage rasch auf 10.000 Punkte steigen würde, wäre das keine Überraschung.“

Dax-Anleger haben bislang Glück gehabt.
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16 Kommentare zu "Dax-Aktien: Achtung, Absturzgefahr!"

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  • Wochendschwachsinn. Einige haben wohl ihr Hirn beim gestriegen Spiel zu sehr mit Alkohol getränkt. Wir stehen vor einem Absturz. Das ist doch glasklar.

    Übrigens erschrecken einige hier vor der Berichtetstattung und vermuten die Nähe zum Short-irgendwas...Fakt ist: die Journalie steckt mit den Instis in der anderen Richtung, nämlich long, unter einer Decke und schreiben/berichten extrem positiv. Alleine HB scheint relativ objektiv zu berichten. Wer sich vom Schön-Wetter-Börsen-Journalismus ein Bild machen will schaut N-tv mit Raimund Brichta, Katja Dofel und andere Marionetten der Börse.

    Also Kopf einschalten, Lage richtig beurteilen und setzen. Allerdings nicht mit Rentner-Vehikeln wie Aktien. Dies ist ein Zocker-Forum für Derivate! Wir wollen reich werden und nicht Unternehmen kaufen!

  • @nastrowje
    Sie schreiben die Wahrheit (Prawda)!
    Ich denke auch, dass wenige große Marktteilnehmer aus den USA die Börsenkurse dahin drücken, wo es gerade angenehm für sie ist.

    Nach dem Motto: "Also jetzt gehen wir mal alle short, ab Juli gehen wir mal alle long und ab November gehen wir gemeinsam short..."

    Mit Markt hat das nichts zu tun. Dazu geben dann die Investoren noch rechtzeitig die richtigen Kommentare in den Printmedien ab, um den Markt auch medial für sich zu gestalten.

    Demnach müßte man in kürze kaufen.

  • Also, sagte ich das schon? Wenn die Unternehmensdaten ganz okay sind, einen Stop-Loss nur dann setzen, wenn der Aktienkurs auch in der Gewinnzone liegt ;-)

  • Die meisten Kommentare halte ich für sehr richtig.
    Was gerade in den Medien passiert und totgeredet wird,
    schadet diesmal nicht der Politik oder den Banken sondern
    den Lesern die es Glauben und mit Ihrem Geld lieber in die neue
    Immobilienlase investieren oder Tipps folgen wie den Stop-Loss richtig zu setzen.
    Am tiefsten Punkt verkaufen :-) Deja vu

  • Da bin ich ja beruhigt, dass ich das nicht als einziger so sehe! Das riecht verdächtig nach Stammtischjournalismus! - "Kaufen Sie sich einen Bauernhof" und arbeiten Sie in einem ruhigen Hinterzimmer mit Thilo Sarazin und Sahra Wagenknecht an spannenderen Weltuntergangsromanen! : )

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

  • Also wirklich schon sehr auffällig, wie negativ derzeit das Handelsblatt negativ berichtet, seid ihr irgendwie an einer Shorttradingfirma beteiligt? Ich habe inzwischen wieder Positionen aufgebaut. Warum? Weil man einfach in die Historie schauen muss, immer wenn die Nachrichten aber dermassen schlecht waren, kam der Einstiegspunkt, z. B. auch bei Lehmann, nein, die Krise hatte nicht mit Lehmann angefangen, sie hat damit aufgehört, ein zwei Tage danach gabe es die günstigsten kaufen.

    lg

    Strolchi75

  • Schwachsinn, dieses Szenario was da als Kursrutsch angeführt wird begleitet uns schon seit Jahren. Außer Acht gelassen wird, dass immer maßnahmen greifen zur Bewältigung der Staatsfinanzkrisen, gerade jetzt wurde eine Belebung des marktes von 1% des BIP von allen großen EU-Staaten beschlossen. Diese ewige Nestbeschmutzerei und Mießmacherei geht auf die Nerven, trifft erst mal nicht zu und hilft überhaupt nicht weiter. Ein seriöses Handelsblatt sollte sich davon distanzieren

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