Dax-Ausblick Hält der Dax dem China-Virus stand?

An den Aktienmärkten dürften die Schwankungen kurzfristig hoch bleiben. Nervenstarken Langfrist-Anlegern bietet das inzwischen erreichte Kursniveau aber Einstiegschancen.
Die China-Krise könnte sich für den Leitindex als ansteckend erweisen. Quelle: IMAGO
Düstere Aussichten auch für den Dax?

Die China-Krise könnte sich für den Leitindex als ansteckend erweisen.

(Foto: IMAGO)

FrankfurtKeine andere Frage dürfte Anleger hierzulande derzeit stärker beschäftigen: Hat der deutsche Aktienmarkt nach den unerwartet heftigen Verlusten zum Januarauftakt das Schlimmste bereits hinter sich – oder drohen nun erst recht weitere Kurseinbrüche? Bis auf 9.810 Punkte war der Dax vergangenen Donnerstag abgestürzt und hatte damit vorübergehend das gesamte Vorjahresplus von 8,7 Prozent ausgelöscht, bevor sich der Leitindex etwas stabilisieren konnte.
Für die kommenden Handelstage geben Experten noch keine Entwarnung: „Angesichts der Sorgen um die chinesische Wirtschaft müssen sich die Investoren kurzfristig auch weiterhin auf starke Kursausschläge einstellen, meint Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM.

Am Freitag hatte das Börsenbarometer zwar zeitweise wieder fünfstellig notiert, riss im Handelsverlauf aber erneut die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und schloss nach einer Berg- und Talfahrt bei 9.849 Punkten.

Die Chronik des Drachensturzes
7. Januar 2016
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Enttäuschte Anleger, leere Hallen. Nach einer kurzen Beruhigung wird der Börsenhandel in Shanghai und Shenzhen am 7. Januar für den Rest des Tages ausgesetzt – nach gerade einmal einer halben Stunde. Damit geht der Donnerstag als der kürzeste Handelstag in die chinesische Börsengeschichte ein. Die Aktienmärkte waren erneut um mehr als sieben Prozent gefallen.

4. Januar 2016
2 von 22

Bereits am 4. Januar wird der Handel nach einem an Chinas Aktienmärkten für den Rest des Tages ausgesetzt. Gleich am Tag seiner Einführung kommt damit ein Sicherungsmechanismus zum Zug, der zu große Schwankungen verhindern soll.

24. August 2015:
3 von 22

Den letzte Sturz erwischt die Anleger im August. Der Shanghai Component Index fällt um 8,5 Prozent, der Shenzhen Component Index um 7,8. Das sorgt nicht nur in China sondern auch in den USA und Europa für große Verunsicherung.

27. Juli
4 von 22

Auch im Juli müssen Chinas Anleger einen neuen Kurssturz verdauen. Die Börse Schanghai bricht um 8,5 Prozent ein auf 3.726 Punkte. Das ist der heftigste Kurssturz innerhalb eines Tages seit 2007. Auch der Leitindex an der zweitgrößten chinesischen Börse in Shenzen schloss mehr als acht Prozent tiefer...

Börse Schanghai bricht ein
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Grund für den Sturz: Die Anleger haben Angst vor einem wirtschaftlichen Schwächeanfall der Volksrepublik. Dafür spricht, dass der Gewinn chinesischer Industrieunternehmen im Juni um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückging.

24. Juli
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Eine private Umfrage zeigt, dass der chinesische Industriesektor im Juni so stark wie seit 15 Monaten nicht mehr geschrumpft ist. Die wichtigsten Indizes Chinas in Shanghai und Shenzhen verlieren 1,3 und 1,8 Prozent. Damit endet eine seit rund drei Wochen andauernde Erholungsphase.

23. Juli
7 von 22

Die chinesische Regierung sichert den Märkten erneut ihre Unterstützung zu. Die Anleger feiern die staatlichen Eingriffe. Der Shanghai Composite Index gewinnt mehr als zwei Prozent und schließt den sechsten Tag in Folge im Plus.

Hintergrund: Auslöser für den weltweiten Fehlstart in das neue Börsenjahr sind vor allem zunehmende Konjunkturprobleme und ein Aktiencrash im Reich der Mitte.

Auch technische Analysten raten derzeit zur Zurückhaltung: Der deutsche Aktienmarkt sei zwar "nach den jüngsten Verlusten reif für eine Gegenbewegung zurück nach oben", erwarten beispielsweise die Experten des Börsenstatistik-Magazins Indexradar. Doch Anleger sollten sich davon nicht täuschen lassen: Die Tendenz bleibe bis auf Weiteres eindeutig nach Süden ausgerichtet.

Deutsche Aktien größte Verlierer des China-Schocks

EURO STOXX 50®

WKN
ISIN
EU0009658145
Börse
DJSTOXX

+2,92 +0,09%
0,00€
Chart von EURO STOXX 50®
Euro Stoxx 50
1 von 11

Der wichtige europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 notiert am Montagnachmittag drei Prozent im Minus bei 3170 Punkten. In ganz Europa hat der chinesische Kurssturz sich fortgesetzt. Vor allem deutsche Aktien gehören zu den größten Verlierer im Euro Stoxx 50.

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
Xetra

+0,06 +0,56%
+9,97€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
2 von 11

Die Deutsche-Bank-Aktie hat unter den 50 Werten im Euro Stoxx 50 am heftigsten unter den Kursabschlägen in China am Montagmorgen gelitten. Das Papier lag am frühen Nachmittag 5,15 Prozent im Minus.

Das Institut hatte kurz nach Weihnachten den Verkauf seiner Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank bekannt gegeben – für 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro.

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
Xetra

-0,01 -0,08%
+9,47€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Eon
3 von 11

Auch bei den weiteren größten Verlierern im Euro Stoxx 50 finden sich vor allem deutsche Unternehmen. Auf Rang zwei der größten Verlierer steht der Versorger Eon. Die Aktie hatte seit Mitte Dezember deutlich von 7,82 Euro zugelegt. Zum Jahresauftakt könnten daher Anleger interessiert sein, Gewinne mitzunehmen. Am Nachmittag steht ein Minus von 5,1 Prozent.

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
L&S

+0,08 +0,12%
+65,92€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius SE
4 von 11

Auch auf Rang drei der Verlierer ein deutsches Unternehmen: der Gesundheitskonzern Fresenius. Das Minus liegt bei 4,9 Prozent.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
L&S

-0,23 -0,28%
+79,08€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF
5 von 11

Der Chemiekonzern BASF hat in den vergangenen Jahren stark vom Wachstum Chinas profitiert. Zweifel an der Wirtschaftskraft rütteln daher an der Aktie. Das Minus um 14.20 Uhr: 4,4 Prozent.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

-0,55 -0,67%
+83,21€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BASF
6 von 11

Mit einem geringeren Wirtschaftswachstum in China droht auch die Nachfrage gerade nach luxuriösen Autos einzubrechen. Das schadet der BMW-Aktie: minus 4,2 Prozent.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
L&S

+0,45 +0,40%
+110,58€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens
7 von 11

Auch auf Rang sechs der Verliererliste steht ein deutscher Konzern, in diesem Fall Siemens: minus 3,8 Prozent.

Auf Stützungsmaßnahmen seitens der Geldpolitik hoffen Anleger bisher vergeblich: „Schützenhilfe von der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Dax ist erst dann zu erwarten, wenn ernsthafte Ansteckungsgefahren aus China erkennbar werden“, sagt Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst des Handelsplattform-Betreibers CMC Markets. Doch dies sei derzeit nicht der Fall. „Die Märkte reagieren mit Unsicherheit, teilweise mit Angst, aber ohne Panik“, so der Fachmann. Die Korrektur in dieser Woche könne damit als Teil der Anpassungsprozesse nach der ersten Leitzinsanhebung der US-Notenbank seit neun Jahren betrachtet werden.

Langfristig zuversichtlich für den heimischen Aktienmarkt zeigen sich die Anlagestrategen der DZ-Bank: „Mit dem aktuellen Kursrutsch des Dax auf gut 9 .800 Punkte hat sich der deutsche Leitindex der unteren Kursmarke unserer für dieses Jahr definierten Schwankungsbreite von 9 .400 bis 12.000 Punkten deutlich angenähert.“ Käufe erschienen daher inzwischen aussichtsreich, schreiben die Fachleute in einer aktuellen Kapitalmarktanalyse.

Auf der Anleger-Agenda: die US-Berichtssaison
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